Beta 4 von Lotus Notes/Domino "Rnext" freigegeben
Immer noch nicht technisch komplett, geht die nÀchste Notes/Domino-Version in die vierte Beta-Runde; das Release wird noch nicht Anfang 2002 kommen.
Alle 10 Wochen veröffentlicht [1] Lotus derzeit eine neue Beta von Rnext, der nĂ€chsten Version von Lotus Notes und Domino. Auch die aktuelle vierte Version [2] enthĂ€lt noch nicht alle Funktionen, die das endgĂŒltige Produkt haben soll. Etwa zur Lotusphere Ende Januar 2002 soll das Produkt technisch vollstĂ€ndig sein. Zum gleichen Zeitpunkt will Lotus auch endlich den endgĂŒltigen Name verkĂŒnden: Das ist derzeit weniger eine Frage des Marketings sondern vor allem der AnwĂ€lte; SAP soll dem Vernehmen nach nicht besonders glĂŒcklich ĂŒber die Namensgebung R5 gewesen sein und eine Aufweichung der eigenen Marke R/3 gesehen haben.
Die in Beta 3 eingefĂŒhrte Servlet-Engine Tomcat [3], die aus dem Apache-Jakarta-Projekt stammt, ist zwar auch noch in der aktuellen Version integriert, soll aber bereits in der nĂ€chsten Beta durch WebSphere Application Server [4] ersetzt werden. Auf der DNUG Konferenz [5] in Hannover konnte Becky Gibson aus dem IBM Westford Lab noch nicht abschlieĂend erklĂ€ren, ob dabei lediglich die Servlet-2.2- und JSP-1.1-Spezifikation wie in Tomcat 3.x oder bereits Servlet 2.3 und JSP 1.2 unterstĂŒtzt werden. Laut Gibson habe es durchaus lebhafte Diskussion ĂŒber die Vor- und Nachteile von Tomcat vs. WebSphere gegeben; eine der Schwierigkeiten mit Tomcat sei vor allem die Internationalierung gewesen.
Der Notes-Client erhĂ€lt weitere, lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llige Verbesserungen der OberflĂ€che. So werden nun Ungelesen-Markierungen fĂŒr Ordner angezeigt. Ohne diese Funktion sind die Filterregeln nicht sinnvoll einsetzbar, weil nicht erkennbar ist, wohin ungelesene Nachrichten aus dem Eingangskorb verschoben wurden. Lotus fĂŒhrt derzeit gerade Usability Studies durch. Diese erfolgen vor dem Hintergrund, dass man einerseits eine Schulung der Anwender frĂŒherer Version vermeiden will, sich zugleich aber auch dem Vorbild anderer Windows-Anwendungen annĂ€hern will. Erkennbar sind diese BemĂŒhungen etwa durch die Verwendung von Toolbars statt der bisherigen Lotus-typischen Smarticons sowie eine verbesserte Drag&Drop-Integration zwischen Notes und Windows. Ed Brill, bei IBM fĂŒr das Market Management von Notes und Domino zustĂ€ndig, stellte fest, dass die Ergebnisse der Studien noch nicht ĂŒberall zufrieden stellend seien, wollte sich jedoch nicht dazu Ă€uĂern, welchen Bereich dies betreffe.
Bislang wurde allgemein erwartet, dass Rnext Anfang nĂ€chsten Jahres als endgĂŒltige Version erscheine. Die Lotusphere in Orlando wĂ€re der geeignete Termin dafĂŒr gewesen. Ed Brill lies in Hannover jedoch keinen Zweifel daran, dass Rnext zu diesem Zeitpunkt nicht erscheinen wird. "Wir werden Rnext liefern, wenn es fertig ist. Das wird nicht vom Engineering und schon gar nicht vom Marketing entschieden. Wir werden Rnext liefern, wenn uns die Kunden sagen, dass es fertig ist." Auch nach der "Lotusphere-Beta" 5 wird es laut Brill in regelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden weitere Releases geben, in denen die QualitĂ€t soweit verbessert werden soll, dass die Nullversion unmittelbar einsetzbar ist. "Ich kann soviel sagen: Rnext wird im Jahr 2002 ausgeliefert. Und es wird nicht erst im Dezember sein." (Volker Weber [6]) / (jk [7])
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[2] http://www.notes.net/rnext
[3] http://jakarta.apache.org/tomcat/index.html
[4] http://www-4.ibm.com/software/webservers/appserv/
[5] http://www.dnug.de/DNUG/DNUGHome.nsf/pages/15Konf.htm
[6] http://vowe.de/send_mail.html
[7] mailto:jk@heise.de
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