'Big Brother' Facebook: GefÀhrder werden per App verfolgt
(Bild: dpa, Fabian Sommer)
Nach der Aussage ehemaliger Angestellter setzt Facebook die eigenen Apps zum Beobachten möglicher GefÀhrder von Angestellten und GebÀuden ein.
Drohungen nimmt Facebook ernst, so ernst, dass die Firma ihre Social-Media-Netzwerke danach durchsucht, potentielle GefĂ€hrder ausspioniert und sogar lokalisiert â ĂŒber die Apps der Nutzer auf Smartphone und PC. Die Eingriffe sollen Angestellte und GeschĂ€ftsgebĂ€ude des Unternehmens schĂŒtzen, berichten ehemalige Mitarbeiter des Facebook-Sicherheitsteams gegenĂŒber dem Nachrichtensender CNBC [1]. Demnach verfĂŒgt das Unternehmen ĂŒber Listen von Personen, die in der Vergangenheit Drohungen gegen Facebook Ă€uĂerten. Aber auch frĂŒhere Angestellte sind darunter.
Ein ehemaliger Sicherheits-Mitarbeiter berichtet ĂŒber einen Fall, in dem ein Nutzer Anfang 2018 Drohungen gegen eine Facebook-Zentrale in Europa kundtat. Er Ă€uĂerte etwas wie 'Morgen werden sie alle bezahlen'. Die Firma informierte die Behörden und beauftragte das eigene Sicherheitspersonal damit, den Nutzer zu beobachten. Dies sei bei Facebook ein standardmĂ€Ăiges Vorgehen, sagten rund ein Dutzend frĂŒhere Facebook-Angestellte gegenĂŒber CNBC aus.
Viele Ehemalige hinterfragen die Sicherheitsstrategie des Unternehmens. Andere verteidigen die SicherheitsmaĂnahmen mit der Reichweite, ĂŒber die Facebook [2] verfĂŒgt. Demnach nutzen das soziale Netzwerk weltweit ĂŒber 2,7 Milliarden Menschen â Ă€uĂern nur 0,01 Prozent davon eine Drohung, dann sind das 270.000 potentielle Sicherheitsrisiken.
Schutz der eigenen Angestellten geht vor
Eine Sprecher von Facebook erklĂ€rte, dass das physische Security-Team des Unternehmens existiere, um Angestellte von Facebook zu schĂŒtzen. Dabei setzen sie auf standardisierte SicherheitsmaĂnahmen um Gewaltdrohungen herauszufiltern. Diese wĂŒrden dann an die zustĂ€ndigen Sicherheitsbehörden weitergeleitet. Dabei halte sich das Unternehmen streng an die Datenschutzgesetze und schĂŒtze die PrivatsphĂ€re seiner Nutzer. "Jede Andeutung, dass unser hauseigenes Security-Team das ĂŒberschritten hat, ist vollkommen falsch", erklĂ€rte der Facebook-Mitarbeiter.
Im Rahmen des Arbeitsschutzes ist Facebook verpflichtet, seinen Angestellten einen Arbeitsplatz frei von Gefahren anzubieten, die diesen körperlich schaden können, sagt Tim Bradley, Berater der Incident Management Group, einer Firma, die in Sicherheitsfragen berĂ€t. Wenn das Unternehmen von Bedrohungen wisse, mĂŒsse es aktiv werden. Dabei sei es zweitrangig, wie es diese Informationen erhalte. (cbr [3])
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[1] https://www.cnbc.com/2019/02/14/facebooks-security-team-tracks-posts-location-for-bolo-threat-list.html
[2] https://www.heise.de/thema/Facebook
[3] mailto:cbr@heise.de
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