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Brandenburger Justizministerin will Luca-App zur Strafverfolgung benutzen

(Bild: Camilo Concha/Shutterstock.com)

Kontaktdaten der Luca-App sollen zur Verfolgung schwerer Straftaten genutzt werden, fordert Justizministerin Susanne Hoffmann. Kritiker sehen Datenmissbrauch.

FĂŒr die Verfolgung schwerer Straftaten befĂŒrwortet Brandenburgs Justizministerin Susanne Hoffmann eine Nutzung von Kontaktdaten der Luca-App. Das erlĂ€uterte die CDU-Politikerin am Donnerstag im Rechtsausschuss des Landtages, wie ein Ministeriumssprecher sagte. Zuvor hatten B.Z. und Bild sowie der RBB berichtet. Staatsanwaltschaft und Gerichte mĂŒssten im Einzelfall entscheiden, wenn Daten der Corona-Kontakt-App als Beweismittel fĂŒr die Ermittlungen genutzt werden sollten, hieß es. Hoffmann erklĂ€rte, die Generalstaatsanwalt des Landes und sie seien sich einig, dass dieses Vorgehen nicht bei weniger schweren Taten infrage komme.

Nach den Angaben wurden in Brandenburg bisher keine Daten der Luca-App von den Staatsanwaltschaften oder der Polizei abgefragt. Als Beispiele fĂŒr eine mögliche Datenabfrage nannte Hoffmann "gewaltsame Auseinandersetzungen in einer LokalitĂ€t, die in einem Tötungsdelikt endet" oder eine "Vergewaltigung in einem Restaurant". Die Rechtslage sei allerdings unsicher.

Bei der Opposition stĂ¶ĂŸt diese Haltung auf Ablehnung. Der rechtspolitische Sprecher der FDP Brandenburg, Matti Karstedt, sprach von "Datenmissbrauch". Der Fraktionschef von BVB/Freie WĂ€hler, PĂ©ter Vida, betonte, die Daten der App dĂŒrften nur fĂŒr die Kontaktnachverfolgung von Infektionsketten, aber nicht fĂŒr die Ermittlung nach Straftaten genutzt werden. "In einem liberalen Rechtsstaat ist das nicht zu akzeptieren", sagte er der B.Z. [1]. SPD-Rechtsexperte Erik Stohn sagte dagegen laut RBB im Ausschuss, er halte die Nutzung von Daten bei schweren Straftaten fĂŒr vertretbar.

Wie auch andere LĂ€nder will Brandenburg den Vertrag fĂŒr die Nutzung der Luca-App nicht verlĂ€ngern [2]. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (GrĂŒne) hatte dies mit Datenschutzproblemen begrĂŒndet. Außerdem nutze nur eines der 18 GesundheitsĂ€mter laut einer Umfrage vom vergangenen Jahr die App regelmĂ€ĂŸig. Brandenburg hat rund eine Million Euro fĂŒr die einjĂ€hrige App-Nutzung in 18 GesundheitsĂ€mtern bereitgestellt, der Vertrag lĂ€uft bis Ende MĂ€rz.

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(olb [4])


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[1] https://www.bz-berlin.de/berlin/umland/brandenburgs-justiz-will-kontaktdaten-aus-luca-app-nutzen
[2] https://www.heise.de/news/Drei-weitere-Bundeslaender-lassen-Vertraege-mit-Luca-auslaufen-6328041.html
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