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Bundeskriminalamt warnt vor gefÀlschten E-Mails mit BKA-Absender

Andreas Wilkens

Kriminelle verschicken erneut unter dem Name des BKA gefÀlschte E-Mail-Nachrichten. Sie versuchen damit, Schadsoftware auf den Rechner zu installieren, warnt die Behörde. Bei genauem Hinsehen fÀllt der Trick jedoch auf.

Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt vor gefĂ€lschten E-Mails, in denen die Behörde selbst als Absender ausgegeben wird. Der Mail-Betreff laute "Vorladungstermin Polizei/BKA", wie das BKA mitteilte [1]. "Die Mail-Adresse erweckt den Eindruck, als kĂ€me sie vom Bundeskriminalamt", sagte eine Sprecherin. Das sei allerdings nicht der Fall. Auch der Unterzeichner sei kein Mitarbeiter der Behörde. Nutzer sollten auf keinen Fall auf den darin enthaltenen Link klicken, rĂ€t das BKA. Einige Antiviren-Programme wĂŒrden die Schadsoftware aber bereits erkennen.

In der gefÀlschten Nachricht ist als Telefonnummer die der Vermittlung des BKA angegeben. Unterschrieben ist die beim BKA bekannte Version der E-Mail von einem "A. Weselstein (KI 35)". Es gebe keine Person dieses Namens beim BKA.

In der E-Mail gehe es um einen angeblichen Warenbetrug im Internet. Der Text sei allerdings widersprĂŒchlich. Der EmpfĂ€nger werde aufgefordert, einen Link anzuklicken, um einerseits mehr ĂŒber VorwĂŒrfe gegen ihn selbst zu erfahren. Andererseits solle er herausfinden können, ob er selbst Opfer des Warenbetrugs geworden sei.

Der Link fĂŒhre auf eine Webseite, die unter UmstĂ€nden Schadsoftware auf dem Rechner installiere – etwa um anschließend Passwörter abzufischen oder den Rechner zu kapern. EmpfĂ€nger sollten die E-Mail sofort löschen, sagte die Sprecherin. Wer bereits auf den Link geklickt hat, sollte sein System mit Antivirensoftware prĂŒfen lassen und gegebenenfalls neu installieren, rĂ€t das BKA.

Kriminelle versuchen immer wieder, unter dem Namen oder Emblem von Behörden unbedarfte Computernutzer zu betrĂŒgen. Eine dieser Betrugsaktionen wurde als "BKA-Trojaner [2]" bekannt. Das Schadprogramm verbreitete sich jahrelang in Europa. Die Software sperrte infizierte Computer und gaukelte den Betroffenen vor, sie seien bei einer illegalen AktivitĂ€t ertappt worden, zum Beispiel gegen das Urheberrecht verstoßen zu haben oder verbotene Pornografie zu besitzen. Sie wurden aufgefordert, Geld zu ĂŒberweisen, um ihre Rechner zu entsperren. Im Februar wurden die mutmaßlichen HintermĂ€nner der Aktion in Spanien festgenommen. (mit Material der dpa) / (anw [3])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-2063724

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.bka.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Presse2013/131209__GefaelschteBKAEMails.html?__nnn=true
[2] https://www.heise.de/news/BKA-Trojaner-expandiert-international-1668163.html
[3] mailto:anw@heise.de