CeBIT 2016: Start mit Ideen, aber auch Sorgen
GĂŒnther Oettinger besucht auch die CeBIT 2016.
(Bild: heise online/vbr)
Die CeBIT-Aussteller prÀsentieren ab Montag viele neue Ideen in Hannover, bei der IT-Messe zeigen sich aber auch gravierende Probleme der Branche: Mangel an FachkrÀften und Wissen.
Zum CeBIT-Start prĂ€sentiert die Industrie digitale Visionen, aber in Hannover werden auch groĂe Zukunftssorgen sichtbar. So droht dem deutschen Mittelstand laut einer Studie eine Zweiklassengesellschaft bei der Digitalisierung, weil vor allem kleine Firmen in RĂŒckstand geraten. Zudem macht der Wandel den FachkrĂ€fte-Mangel noch sichtbarer. Das mĂŒsse dringend angegangen werden, sagte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Digitalverbandes Bitkom, Bernhard Rohleder. Allerdings wird auch erwartet, dass die Digitalisierung selbst die Probleme lindern kann.
Zu den Schwerpunkten der CeBIT 2016 [1] gehören neue Anwendungen fĂŒr Unternehmens-IT, Cloud-Dienste und Smartphone-Apps, aber auch Drohnen, 3D-Druck und maschinelles Lernen. Flankiert wird die Ausstellung, die von Montag bis Freitag lĂ€uft, von einem Kongress-Programm. Unter anderem will dort am Montag EU-Kommissar GĂŒnther Oettinger eine Grundsatzrede zur "digitalen Union" halten.
Sicherheit ist ein weiteres zentrales CeBIT-Thema. Nach Ansicht des Chefs der DĂŒsseldorfer VerschlĂŒsselungs-Firma Secusmart hat jedoch beispielsweise die Bundesverwaltung ein sehr gutes Schutzniveau erreicht, aber um die Datensicherheit von Managern oder auch Landespolitikern sei es schlecht bestellt. Das durch EnthĂŒllungen von Edward Snowden geschĂ€rfte Bewusstsein fĂŒr illegale Lauschangriffe verblasse wieder.
Sorgen der Digitalisierung
Laut einer Studie des Beratungskonzerns EY scheitert jeder dritte MittelstĂ€ndler in Deutschland bei dem Versuch, stĂ€rker auf Digitalisierung zu setzen. Die gröĂten Hemmschuhe sind demnach zu kleine Budgets, FachkrĂ€ftemangel oder fehlendes Wissen im eigenen Betrieb.
Die Digitalisierung sei aber kein Jobkiller, betont die Beratungsgesellschaft PwC nach einer Untersuchung. Durch sie könne sich der erwartete Engpass von 4,2 Millionen ArbeitskrĂ€ften in Deutschland bis 2030 um die HĂ€lfte verringern. "Die gesellschaftliche Diskussion ĂŒber die Digitalisierung der Arbeitswelt ist weitgehend von Ăngsten geprĂ€gt", warnte der Vorstandssprecher von PwC Deutschland, Norbert Winkeljohann.
CeBIT-Zukunft
Die CeBIT verzeichnete in den vergangenen Jahren RĂŒckgĂ€nge bei der Zahl der Besucher und der teilnehmenden Unternehmen. Zur CeBIT 2015 kamen noch gut 200.000 GĂ€ste, die Zahl der Aussteller blieb stabil bei 3300.
CeBIT-Chef Oliver Frese betonte am Sonntag, die Ausrichtung der CeBIT auf Fachbesucher sei ein Erfolg gewesen: "Die CeBIT ist die weltweit wichtigste Veranstaltung fĂŒr die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft." Auch sei sie die gröĂte Messe, bei der es um Cloud-Dienste geht.
Messe-Chef Frese zeigte sich ĂŒberzeugt, dass es Veranstaltungen wie die CeBIT auch weiterhin geben werde, auch wenn sie sich verĂ€ndern wĂŒrden. "Kein Medium wird den persönlichen Kontakt ersetzen können", sagte er mit Blick auf die rasante Entwicklung der Technologie fĂŒr virtuelle RealitĂ€t, bei der man mit Spezialbrillen in digitale Umgebungen eintauchen kann. Gerade wenn es wie bei Unternehmens-IT um hohe Ausgaben gehe, sei es wichtig, die potenziellen Partner persönlich kennenzulernen.
(mit Material der dpa) / (ciw [2])
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