China und USA machen Fortschritte in Handelskonflikt
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Im Handelskrieg zwischen China und den USA scheint eine Einigung in Sicht. Möglicherweise treffen sich die Lenker beider Staaten im Mai.
China und die USA haben sich in den Verhandlungen ĂŒber ein Ende ihres seit Monaten andauernden Handelskrieges weiter angenĂ€hert. Nachdem sich die US-Seite positiv ĂŒber den Verlauf geĂ€uĂert hatte, war am Montag auch in Peking von "substanziellen Fortschritten" die Rede. Vor Journalisten warnte der Sprecher der am Dienstag beginnenden Jahrestagung des Volkskongresses, Zhang Yesui, die USA aber vor einer konfrontativen Politik: "Wir können aus der Geschichte lernen, dass beide Seiten von Kooperation profitieren und bei Konfrontation verlieren." Er fĂŒgte hinzu, dass China seine SouverĂ€nitĂ€t und Entwicklungsinteressen entschieden verteidigen werde.
Angesichts der Fortschritte ist von einem möglichen Besuch von Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping Ende MÀrz in Mar-a-Lago in Florida die Rede, um mit US-PrÀsident Donald Trump eine weitreichende Handelsvereinbarung zu unterzeichnen. Chinas PrÀsident könnte nach einem Besuch in Italien und Frankreich in die USA weiterreisen und um den 27. MÀrz herum in Florida sein, berichtete das Wall Street Journal [1]. Auch US-Wirtschaftsberater Larry Kudlow nahm einen möglichen Gipfel Ende MÀrz in Aussicht. Er sah "praktisch eine Revolution" in den Handelsbeziehungen zwischen den USA und China.
Zug um Zug
Es geht laut Zeitungsberichten um die Verringerung von Einfuhrzöllen und andere HĂŒrden fĂŒr US-Produkte, insbesondere aus den Bereichen Landwirtschaft, Chemie und Autoindustrie. Im Gegenzug wĂŒrden die USA ihre Sonderzölle auf Einfuhren aus China aufheben. China will nach dem Bericht des Wall Street Journals auch bessere Wettbewerbsbedingungen schaffen. So soll der Zeitplan beschleunigt werden, BeschrĂ€nkungen fĂŒr auslĂ€ndische Beteiligungen an Autofabriken aufzuheben. Auch könnte China seine Einfuhrzölle auf Autos unter die gegenwĂ€rtigen 15 Prozent senken.
Verhandelt wird demnach noch ĂŒber Chinas Industriepolitik, die chinesischen Unternehmen, insbesondere Staatsfirmen, aus Sicht der USA einen ungerechten Wettbewerbsvorteil gibt. Rund 30 der mehr als 100 Seiten des Arbeitspapiers fĂŒr die Verhandlungen drehen sich demnach auch um den Schutz von Urheberrechten. Es soll Mechanismen geben, um Handelsstreitigkeiten zu lösen. Die US-Seite behĂ€lt sich demnach auch das Recht vor, wieder Strafzölle zu verhĂ€ngen [2].
"Waffenstillstand"
US-PrĂ€sident Trump hatte vergangene Woche eine FristverlĂ€ngerung in dem Handelsstreit angekĂŒndigt. Am vergangenen Freitag wĂ€re offiziell ein 90-tĂ€giger "Waffenstillstand" ausgelaufen, den beide Seiten am Rande des Gipfels der groĂen Wirtschaftsnationen Anfang Dezember in Argentinien vereinbart hatten. Die USA hatten mit neuen Strafzöllen gedroht, wenn es bis 1. MĂ€rz keine Einigung gibt. Die Sonderzölle auf Importe aus China im Umfang von 200 Milliarden US-Dollar hĂ€tten dann von derzeit 10 auf 25 Prozent erhöht werden können.
Die diesjĂ€hrige Tagung des Volkskongresses wird am Dienstag den Rechenschaftsbericht von MinisterprĂ€sident Li Keqiang hören. Es wird damit gerechnet, dass der Premier ein niedrigeres Wachstumsziel fĂŒr die zweitgröĂte Volkswirtschaft vorgeben wird. Im Vorjahr hatte Li "rund 6,5 Prozent" als Ziel fĂŒr 2018 genannt, wĂ€hrend am Ende 6,6 Prozent erreicht wurden. Es war vor dem Hintergrund des Handelskrieges aber das langsamste Wachstum seit fast drei Jahrzehnten. Die Parlamentssitzung endet am 15. MĂ€rz. (anw [3])
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[1] https://www.wsj.com/articles/u-s-china-close-in-on-trade-deal-11551641540
[2] https://www.heise.de/news/Handelsstreit-USA-und-China-ueberziehen-sich-mit-neuen-Strafzoellen-4143946.html
[3] mailto:anw@heise.de
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