Cloud-native: DB-Cluster-System Vitess 13 stellt sich besser auf MySQL ein
(Bild: Tommy Lee Walker / Shutterstock.com)
Der Abfrage-Planer Gen4 und das SQL-Auswertungsmodul des Vitess-Cluster-Systems nutzen weitere native Funktionen von MySQL.
Das Cloud-native Cluster-System Vitess liegt ab sofort in Version 13 vor. Mit dem Update des bei der Cloud Native Computing Foundation (CNCF) gehosteten Projekts liefert das Entwicklerteam einige Verbesserungen rund um das Cluster-Management sowie die Abfragedienste. Da Vitess unter anderem auch zur horizontalen Skalierung von MySQL-Datenbankanwendungen ausgelegt ist, sind in das neue Release auch verschiedene Anpassungen insbesondere an MySQL eingeflossen.
Query Planner Gen4 löst Gen3 ab
Nachdem in der vorangegangenen Version des Cluster-Systems Feature-ParitĂ€t zwischen dem Query Planner der dritten Generation und dem neuen Abfrage-Planer Gen4 erreicht war, hatte das Entwicklerteam letzteren als zunĂ€chst noch experimentelle Funktion in Vitess 12 eingefĂŒhrt [1]. Im neuen Major Release gilt der Query Planner Gen4 als gereift und fĂŒr den Produktiveinsatz offiziell freigegebenes Feature. Entwicklerinnen und Entwickler erhalten durch den neuen Abfrage-Planer kĂŒnftig Zugriff auf weitere native Funktionen von MySQL â darunter beispielsweise die Sortierungen (Collations).
So lassen sich nun in den VTGates auch Vergleiche von Zeichenketten unter BerĂŒcksichtigung der Sortierung durchfĂŒhren. Bisher waren Abfragen auf die Debugging-SQL-API in MySQL angewiesen, um solche Vergleiche remote auszufĂŒhren. String-Vergleichsabfragen sollen damit nun performanter und zuverlĂ€ssiger werden. Eine Ăbersicht der nutzbaren Sortierungen findet sich in der Dokumentation [2].
Enger an das MySQL-typische Verhalten angepasst wurde auch die in den VTGates laufende SQL Evaluation Engine. Dazu hat das Entwicklerteam das SQL-Auswertungsmodul laut Release Notes weitgehend neu geschrieben. Vitess ist damit nun in der Lage, eine gröĂere Zahl von Abfragen lokal auszufĂŒhren. FĂŒr Shard-ĂŒbergreifende Queries sollen Entwicklerinnen und Entwicklern zudem eine erweiterte Semantik und komplexere SQL-AusdrĂŒcke zur VerfĂŒgung stehen.
ZuverlÀssigeres Failover-Management
Beim Cluster-Management in Failover-Szenarien soll der neue, noch experimentelle Orchestrator vtorc durch verbesserte GTID-(Global Transaction Identifier)-Erkennung helfen, die mit dem Einsatz von InitShardPrimary verbundenen Probleme abzustellen. Beim Einleiten eines Notfall-Failover mussten Anwenderinnen und Anwender fĂŒr das Einrichten des Clusters und die erstmalige Wahl des ĂŒbergeordneten (Primary) auf InitShardPrimary zurĂŒckgreifen.Die Funktion kopiert dabei jedoch automatisch den ausgefĂŒhrten GTID-Satz vom neuen PrimĂ€rsystem auf alle anderen Replicas. Das konnte unter UmstĂ€nden zu nicht korrekt eingerichteten Replicas fĂŒhren und spĂ€tere Probleme bei der Replikation und dem Wiederherstellen nach sich ziehen. In Vitess 13 steht mit PlannedReparentShard eine sicherere Alternative bereit.
Weitergehende Informationen zum neuen Major Release finden sich im CNCF-Blogbeitrag zur AnkĂŒndigung von Vitess 13 [3]. Einen vollstĂ€ndigen Ăberblick aller Neuerungen bieten die Release Notes auf GitHub [4].
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[1] https://www.heise.de/news/Cloud-native-DB-Cluster-System-Vitess-12-fuehrt-neuen-Abfrage-Planer-Gen4-ein-6233375.html
[2] https://vitess.io/docs/13.0/user-guides/configuration-basic/collations/
[3] https://vitess.io/blog/2022-02-22-announcing-vitess-13/
[4] https://github.com/vitessio/vitess/releases/tag/v13.0.0
[5] mailto:map@ix.de
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