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Cybersecurity: Rufe nach Absicherung des Internets der Dinge

Martin Holland
Cybersecurity: Rufe nach Absicherung des Internets der Dinge

(Bild: CODE_n, CC BY 2.0)

Immer wieder sorgen besonders schlecht oder gar nicht abgesicherte GerĂ€te aus dem Internet der Dinge fĂŒr Schlagzeilen. Kein Wunder, sagt die IT-Sicherheitsbehörde ENISA, es gebe ja keine Vorgaben. In Deutschland wollen das die Innenminister Ă€ndern.

Angesichts der voranschreitenden Vernetzung von HaushaltsgerĂ€ten warnt die EuropĂ€ische Netzwerk- und IT-Sicherheitsbehörde ENISA [1] vor den damit verbundenen Gefahren und auch die deutschen Innenminister sorgen sich. In einem Positionspapier [2], dass fĂŒr die ENISA erstellt wurde, warnen die Autoren, dass es derzeit nicht einmal ein Mindestmaß an Sicherheitsvorkehrungen gebe, die in vernetzten und smarten GerĂ€te implementiert sein mĂŒssten. Außerdem gebe es keine gesetzlichen Vorgaben, um die VertrauenswĂŒrdigkeit von GerĂ€ten im Internet der Dinge (IoT) sicherzustellen. Es mĂŒssten europaweite Regeln fĂŒr Sicherheit und Datenschutz formuliert werden, die mit einem Label zertifiziert werden könnten.

Die VorschlĂ€ge [3] richten sich an die EuropĂ€ische Kommission und sollen demnach dafĂŒr sorgen, dass im Bereich der Cybersicherheit gleiche Voraussetzungen herrschen. Denn gegenwĂ€rtig gebe es ein Marktversagen, da abgesicherte Produkte fĂŒr Hersteller und HĂ€ndler teurer sind, Kunden diese Extrakosten aber nur widerwillig zahlen wĂŒrden. Dadurch entstehe das Risiko, dass Europas Wirtschaft im aufstrebenden IoT-Markt zurĂŒckfalle. Deswegen sollten Sicherheitsstandards entwickelt und vorgeschrieben werden, wĂ€hrend gleichzeitig auch Minimalvoraussetzungen definiert werden. So könne sichergestellt werden, dass zuverlĂ€ssige Sicherheitsprozesse eingefĂŒhrt und Sicherheitsfunktionen in Produkte integriert wĂŒrden.

Unterdessen wollen die deutschen Innenminister den damit verbundenen Gefahren mit Sicherheitszertifikaten und einer Herstellerhaftung begegnet werden, berichtet [4] die Rheinische Post. "Es ist bislang erkennbar, dass bei der Entwicklung von Internet-der-Dinge-GerĂ€ten nicht ausreichend auf IT-Sicherheit geachtet wird", heißt es demnach in einem Beschlusspapier fĂŒr die nĂ€chste Innenministerkonferenz (IMK). "Schlecht entwickelte, unsicher konfigurierte und kaum gewartete und nicht upgedatete GerĂ€te bieten Cyber-Angreifern AngriffsflĂ€chen und weitreichende Möglichkeiten, Informationen auszuspĂ€hen, GeschĂ€fts- und Verwaltungsprozesse zu sabotieren oder sich anderweitig auf Kosten Dritter kriminell zu gerieren", lautet die Bedrohungsanalyse.

Auf Initiative von Niedersachsen soll sich die Innenministerkonferenz Mitte Juni in Dresden damit beschÀftigen, dass sich die Bedrohungslage mit der steigenden Zahl anfÀlliger GerÀte stÀndig erhöht. Experten schÀtzen, dass es allein in Deutschland in drei Jahren mindestens 23 Millionen Smart-Home-GerÀte geben wird. (mit Material der dpa) / (mho [5])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-3723001

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/EU-IT-Sicherheitsbehoerde-ENISA-will-deutlichen-Kompetenzzuwachs-3687230.html
[2] https://www.enisa.europa.eu/publications/enisa-position-papers-and-opinions/infineon-nxp-st-enisa-position-on-cybersecurity
[3] https://www.enisa.europa.eu/news/enisa-news/enisa-works-together-with-european-semiconductor-industry-on-key-cybersecurity-areas
[4] http://www.rp-online.de/politik/deutschland/innenminister-planen-it-guetesiegel-fuer-smart-home-geraete-aid-1.6838817
[5] mailto:mho@heise.de