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DLD: Vom guten und vom besseren Leben

Detlef Borchers

Die OECD hat ihren Better Life Index eingedeutscht. Der stellt die Frage nach der LebensqualitĂ€t und was fĂŒr die Menschen dazugehört. FĂŒr Deutsche ist demnach Gesundheit besonders wichtig. Außerdem wĂ€chst die Zufriedenheit mit der Politik.

Die OECD hat auf der Internetkonferenz DLD [1] die deutsche Version ihrer Website Better Life Index [2] vorgestellt. Der Index soll fĂŒr jedes Land Daten liefern, mit denen Seitenbesucher je nach persönlicher Gewichtung die Frage nach der persönlichen LebensqualitĂ€t beantworten können. Die Antworten auf die weltweit gestellte Grundfrage "How is life?" – bei uns eingedeutscht als "Besseres Leben, wie und wo?" – soll ĂŒberdies OECD-Planern helfen, einen Blick auf die Dinge abseits vom Bruttoinlandsprodukt zu bekommen, die den Menschen als lebenswichtig erscheinen.

FĂŒr die Deutschen sind Gesundheit und Lebenszufriedenheit die wichtigsten Faktoren in der persönlichen Lebensgestaltung, wĂ€hrend Arbeit, Einkommen und Wohnen auf den hintersten PlĂ€tzen folgen. Arbeit und Einkommen spielen wiederum fĂŒr Spanier und Griechen die herausragende Rolle, wenn sie ein gutes Leben definieren. Weltweit sind Japaner die absolute Ausnahme: Bei ihnen ist "Sicherheit" das alles ĂŒberstrahlende QualitĂ€tsmerkmal.

Der Better Life Index zeigt nach Darstellung der OECD eindeutig, dass Deutschland gut durch die ökonomische Krise gekommen ist und die Deutschen deswegen sehr zufrieden sind: von 2007 bis 2011 stieg die Zufriedenheit in die persönliche LebensqualitĂ€t von 53 auf 61 Prozent der Befragten. Im Vergleich zu anderen LĂ€ndern belegt Deutschland bei Erziehung und Bildung und bei der UmweltqualitĂ€t SpitzenplĂ€tze, wĂ€hrend es nach den OECD-Zahlen zu den Schlusslichtern beim BĂŒrgerengagement gehört, weil bei uns die Zahl von Ehrenamtlichen und Freiwilligen kontinuierlich sinkt. Als einziges von der OECD beobachtetes Land konnte in Deutschland eine Zunahme des Vertrauens in die Regierung gemessen werden. Es stieg von 35 Prozent im Jahre 2007 auf 41 Prozent im Jahre 2011.

Bezogen auf Deutschland sind Berliner mit großem Abstand diejenigen, die am meisten am Better Life Index interessiert sind. Außerdem dominieren MĂ€nner im Alter von 25 bis 34 Jahren die OECD-Studie. Mit der Veröffentlichung der deutschen Version des Better Life Indexes hoffen die OECD-Forscher, andere Alterskohorten ins Visier nehmen und befragen zu können. OECD-Kommunikationsdirektor Anthony Gooch betonte zur Vorstellung der deutschen Website, dass man auf lange Sicht ein neues Instrument zur Hand hat, um den sozialen Fortschritt messen zu können. (mho [3])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-2089351

Links in diesem Artikel:
[1] http://dld-conference.com/
[2] http://www.oecdbetterlifeindex.org/de/
[3] mailto:mho@heise.de