Datenhandel und Promoted Tweets treiben Twitters Umsatz
Nur etwa ein Zehntel des Twitter-Umsatzes stammt vom Handel mit Daten. Doch wÀchst dieser Bereich besonders schnell.
Die Twitter-Aktien haben im nachbörslichen Handel Montagabend elf Prozent an Wert eingebĂŒĂt. Dabei lag der Quartalsumsatz [1] ĂŒber der Vorhersage des Unternehmens sowie ĂŒber den Erwartungen der Analysten. Auch das Ergebnis enttĂ€uschte eigentlich nicht, wird doch der Verlustanstieg langsamer. Zudem wurde die Umsatzprognose fĂŒr das Gesamtjahr leicht angehoben. Doch hatten die Anleger eine noch bessere Prognose und ein stĂ€rkeres Wachstum der Nutzerzahlen erhofft.
(Bild:Â Twitter)
Dieses lag im dritten Quartal bei 23 Prozent und damit fast gleich auf mit den beiden Vorquartalen. Von Juli bis September loggten sich jedes Monat 284 Millionen User ein. Twitter-Chef Dick Costolo verwies darauf, dass dazu noch ein- bis zweimal so viele Leser kommen, die sich nicht einloggen. 80 Prozent der Twitter-User verwenden den Dienst (auch) von einem mobilen EndgerÀt. Und sogar 85 der WerbeumsÀtze generiert der Dienst auf solchen GerÀten.
Twitter ist mobil
Nutzer generieren ĂŒbrigens auch viele Daten, die sich gut verkaufen lassen. 171 Prozent Zuwachs werden unter dem Titel "Datenlizenzierung und sonstige UmsĂ€tze" ausgewiesen. In absoluten Zahlen sind es aber immer noch vergleichsweise bescheidene 41 Millionen Dollar.
Reklame bleibt also auf absehbare Zeit Twitters Brot und Butter. Mit 320 Millionen Dollar (+109%) stellt sie 89 Prozent der Einnahmen. Diese Steigerung wird vor allem von den "Promoted Tweets"getrieben. Und obwohl nur 22 Prozent der Nutzer in den USA sind, kommen von dort zwei Drittel aller UmsĂ€tze. Die ihnen vorgesetzte Werbung erzielt mehr als den fĂŒnffachen Preis des Rests der Welt.
Im September hatte Costolo angekĂŒndigt, dass bald auch Nachrichten von Nutzern, denen man nicht folgt, angezeigt werden wĂŒrden. Montagabend nannte er in einer Telefonkonferenz [2] mit Finanzanalysten ein konkretes Beispiel: "Wenn ein Mobil-User auf seiner App mehrmals die Anzeige aktualisiert, ihm aber nichts Neues angezeigt wĂŒrde, liefern wir ihm jetzt etwas, von dem wir glauben, dass es fĂŒr ihn relevant ist. Das ist nur eines von mehreren Dingen, die wir in dem Bereich ausprobieren." (ds [3])
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