Datenleck: 72 Millionen DatensÀtze von Under Armour geleakt
(Bild: amgun/ Shutterstock.com)
Eine Ransomware-Bande ist bei Under Armour eingedrungen und hat Daten entwendet. 72 Millionen DatensÀtze sind nun bei Have I Been Pwned.
Das Have-I-Been-Pwned-Projekt (HIBP) hat 72,7 Millionen DatensÀtze der Bekleidungsmarke Under Armour in den Datenfundus aufgenommen. Die gelangten im Herbst vergangenen Jahres bei einem Einbruch von einer Ransomware-Bande bei dem Unternehmen in die falschen HÀnde.
Das hat HIBP-Betreiber Troy Hunt nun auf der Have-I-Been-Pwned-Webseite [1] verkĂŒndet. Die Cybergang Everest hat im November behauptet, bei Under Armour in die IT-Systeme eingedrungen zu sein und dort Daten entwendet zu haben. Damit hatte sie Under Armour um Lösegeld erpresst, damals mit einer Frist von sieben Tagen. Die hat Under Armour offenbar ohne Reaktion verstreichen lassen. Im Januar tauchten Kundendaten aus dem IT-Vorfall in einem bekannten Internet-Untergrundforum auf.
Umfangreiche Kundendaten abgeflossen
Der Datensatz sollte angeblich 343 GByte groĂ sein. Laut einem Bericht auf X [2] haben sich in dem entpackt 19,5 GByte groĂen Datensatz aus dem Untergrundforum 72,7 Millionen E-Mail-Adressen befunden sowie insgesamt mehr als 191 Millionen EintrĂ€ge, ĂŒber mehrere Dateien verteilt. âViele EintrĂ€ge haben auch persönliche Informationen umfasst wie Namen, Geburtsdaten, Geschlecht, geografischer Ort und Informationen zu getĂ€tigten EinkĂ€ufenâ, schreibt Hunt in seiner Zusammenfassung.
Diese Daten können bösartige Akteure etwa fĂŒr gezielteres, maĂgeschneidertes Phishing missbrauchen. Bei Nachrichten oder E-Mails mit Bezug auf Under Armour sollten Kundinnen und Kunden besondere Vorsicht walten lassen, insbesondere dann, wenn diese Handlungsdruck aufbauen. Under Armor hat sich öffentlich bislang noch nicht zu dem IT-Vorfall geĂ€uĂert.
Die Cybergang Everest ist im vergangenen Herbst etwa auch beim Passagierabfertigungssystem âMUSEâ von Collins Aerospace eingedrungen und hatte dort Daten abgezogen. Das fĂŒhrte in der Folge zu BeeintrĂ€chtigung des Flugverkehrs an mehreren europĂ€ischen FlughĂ€fen [3]. Die Online-Kriminellen behaupteten dort, durch jahrelang offenstehende Tore eingedrungen zu sein [4]: Der FTP-Server war öffentlich zugĂ€nglich und zudem die Zugangsdaten bereits 2022 von einem Infostealer entwendet worden â womit sie bereits in Datenhalden im Untergrund gelandet waren.
(dmk [6])
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[1] https://haveibeenpwned.com/Breach/UnderArmour
[2] https://x.com/justabreach/status/2012933753853657288
[3] https://www.heise.de/news/Cyberangriff-behindert-europaeische-Flughaefen-auch-BER-betroffen-10663553.html
[4] https://www.heise.de/news/Collins-Aerospace-Alte-Passwoerter-und-verzoegerte-Reaktion-ermoeglichen-Datenklau-10900172.html
[5] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
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