Defekte Falt-Smartphones: Samsung verschiebt Verkaufsbeginn fĂŒr Galaxy Fold
(Bild: Mark Gurman/Twitter)
Nach Defekten an TestgerÀten bringt Samsung das 2000 Euro teure Galaxy Fold vorerst nicht in den Handel.
Samsung hat die MarkteinfĂŒhrung des ersten Smartphones mit Falt-Display nur wenige Tage vor dem geplanten Termin auf unbestimmte Zeit verschoben. Zuvor waren Display-Probleme bei einigen an Journalisten verteilten TestgerĂ€ten des Modells Galaxy Fold bekannt geworden. Der Schutz der Bildschirme solle nun verbessert werden, erklĂ€rte Samsung. Ein neuer Starttermin solle in den kommenden Wochen mitgeteilt werden. UrsprĂŒnglich sollte das GerĂ€t am 26. April in den USA und am 3. Mai in Europa auf den Markt kommen.
Galaxy Fold sollte das erste GerĂ€t auf dem Markt werden, bei dem sich der Bildschirm auf die GröĂe eines kleinen Tablet-Computers auffalten lĂ€sst. Konkurrent Huawei kĂŒndigte den Start seines Auffalt-Smartphones Mate X fĂŒr den Sommer an. Es soll mit 2300 Euro noch etwas teurer werden.
Potenzielle Schwachstelle
An den 2000 Euro teuren Galaxy Fold von Samsung war mehreren Journalisten bei Vorab-Tests das Display kaputtgegangen [1]. "Erste Ergebnisse aus den Auswertungen der gemeldeten Display-Probleme zeigen, dass die Ursache am Scharnier liegen kann", erklÀrte Samsung [2]. Das Faltgelenk in der Mitte des Bildschirms hatten Marktbeobachter schon vorher als eine potenzielle Schwachstelle betrachtet, sowohl Samsung als auch Huawei versicherten aber, die Mechanik sei robust.
"Es gab auch einen Fall, in dem Stoffe, die sich im Inneren des GerĂ€ts befanden, die Display-Leistung beeintrĂ€chtigten. Wir werden den Schutz und die StabilitĂ€t des Displays verstĂ€rken", teilte Samsung weiter mit. Einige Reporter beschĂ€digten zudem ihre Fold-GerĂ€te, weil sie versehentlich eine Schutzschicht abzogen, die wie die ĂŒbliche durchsichtige Verpackungsfolie auf Bildschirmen neuer GerĂ€te aussah â aber Bestandteil des Displays war. Samsung erklĂ€rte bereits, es werde dazu eine klar sichtbare Warnung fĂŒr Verbraucher geben. Die Falt-Displays haben bisher eine OberflĂ€che aus Plastik statt Spezial-Glas wie herkömmliche Smartphones. Deshalb wird befĂŒrchtet, dass sie anfĂ€lliger fĂŒr Kratzer sein könnten. Biegsames Glas fĂŒr Smartphone-Bildschirme wird erst entwickelt.
Debakel Galaxy Note 7
FĂŒr Samsung [3] ist die kurzfristige Verschiebung des Starttermins ein herber RĂŒckschlag. Der Smartphone-MarktfĂŒhrer wollte mit dem Galaxy Fold seine Innovationskraft unter Beweis stellen. Stattdessen weckte die Situation Erinnerungen an das Debakel mit dem Smartphone Galaxy Note 7, das Samsung im Herbst 2016 nach wenigen Wochen auf den Markt wegen Akku-BrĂ€nden zurĂŒckrufen musste.
Das Galaxy Fold lĂ€sst sich wie ein Buch aufklappen, dann lĂ€sst sich der Falt-Bildschirm mit einer Diagonale von 7,3 Zoll nutzen. In geschlossenem Zustand steht dem Anwender ein relativ kleines Display auf einer der AuĂenseiten mit einer Diagonale von 4,6 Zoll zur VerfĂŒgung. Samsung arbeitete gemeinsam mit Google daran, dass Apps beim Aufklappen des GerĂ€ts nahtlos weitergenutzt werden können. Huawei entschied sich fĂŒr ein anderes Konzept: Beim Mate X bleibt der Falt-Bildschirm auf der AuĂenseite [4] und nach dem Zusammenklappen wird eine HĂ€lfte davon als Smartphone genutzt. (anw [5])
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[2] https://news.samsung.com/de/statement-galaxy-fold
[3] https://www.heise.de/thema/Samsung
[4] https://www.heise.de/news/Huawei-Mate-X-Mit-faltbarem-Display-und-schnellem-5G-4316940.html
[5] mailto:anw@heise.de
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