Deutsche Industrie fordert mehr Tempo beim Ausbau schneller Netze
(Bild: pixabay.com)
In der Industrie boomt es, die Produktion lĂ€uft auf vollen Touren. Der BDI-PrĂ€sident sieht aber dennoch groĂe Herausforderungen. Bei der Digitalisierung solle sich Deutschland andere LĂ€nder zum Vorbild nehmen.
Die deutsche Industrie fordert mehr Tempo bei der Digitalisierung. "Ich bin optimistisch, dass wir einen deutlich schnelleren Ausbau der Netze hinbekommen. DafĂŒr muss die Politik aber nun handeln", sagte der PrĂ€sident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Es kann nicht sein, dass es vor der nĂ€chsten Wahl wieder heiĂt, wir haben leider nichts hinbekommen."
Nötig sei ein Schulterschluss von Politik, Kommunen und Wirtschaft. "Alle VorschlĂ€ge, welche die Nachfrage nach Netzen ankurbeln und vor allen Dingen fĂŒr die Telekommunikationsunternehmen die richtigen Anreize zum Breitbandausbau setzen, gehören jetzt auf den Tisch", sagte Kempf. Deutschland drohe sonst weiter zurĂŒckzufallen. "Rund zwei von drei IndustriearbeitsplĂ€tzen befinden sich auf dem Land. Die Breitbandversorgung hinkt gerade dort hinterher." Es mĂŒsse einen Digital-Koordinator im Kanzleramt geben.
Gutscheine fĂŒr Netzausbau
Kempf schlug vor, wie in anderen LĂ€ndern â etwa in GroĂbritannien â staatlich finanzierte Gutscheine fĂŒr ZuschĂŒsse zu GigabitanschlĂŒssen auszugeben. Nutzen könnten solche Gutscheine etwa kleine und mittlere Unternehmen. "Wir können uns ĂŒbergangsweise die EinfĂŒhrung von Gigabit-Vouchers vorstellen. Auf dem Land erhalten kleinere Unternehmen, Schulen oder Arztpraxen Gutscheine von der Regierung. Ăber diese Gutscheine können zeitlich befristete ZuschĂŒsse fĂŒr Gigabit-AnschlĂŒsse gewĂ€hrt werden."
Zur wirtschaftlichen Lage der Industrie sagte Kempf, Deutschland sei auf dem Weg in eine Hochkonjunktur. "Die Produktion lĂ€uft fast ĂŒberall auf vollen Touren, die Auftragslage ist sehr gut", sagte der BDI-PrĂ€sident. "Die AusrĂŒstungsinvestitionen der Unternehmen nehmen zu, der Arbeitsmarkt lĂ€uft weiter gut." Die Industrie suche hĂ€nderingend ArbeitskrĂ€fte. "Der BeschĂ€ftigungsaufbau dĂŒrfte unvermindert weiter gehen." Der BDI erwartet fĂŒr 2018 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 2,25 Prozent. (ps [1])
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