zurück zum Artikel

Deutsche Verbraucher verschulden sich weniger leichtfertig

Matthias Parbel

WĂ€hrend die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland schon lĂ€nger rĂŒcklĂ€ufig ist, zeichnet sich nun auch eine mögliche Wende bei den Privatinsolvenzen ab.

WĂ€hrend die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland schon lĂ€nger rĂŒcklĂ€ufig ist, zeichnet sich nun auch eine mögliche Wende bei den Privatinsolvenzen ab. Im November 2007 registrierte das Statistische Bundesamt (Destatis [1]) erstmals seit Inkrafttreten der Insolvenzordnung (InsO [2]) am 1. Januar 1999 einen RĂŒckgang der Verbraucherinsolvenzen im Vergleich zum Vorjahresmonat – die Zahl ging um 3,2 Prozent auf 9376 zurĂŒck. FĂŒr das Gesamtjahr 2007 ermittelten die Statistiker dennoch einen weiteren Anstieg von 9 Prozent auf insgesamt 105.238 Verbraucherinsolvenzen.

Im Vorjahr kletterte die Zahl der Privatinsolvenzen hierzulande auf ĂŒber 96.000 FĂ€lle und damit um mehr als 40 Prozent gegenĂŒber 2005. FĂŒr den deutlich gebremsten Anstieg machen die Inkassoexperten der BĂŒrgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG [3] nicht nur die verbesserten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die gesunkenen Arbeitslosenzahlen verantwortlich, auch die zunehmende Schuldnerberatung und die diesbezĂŒgliche Berichterstattung in den Medien lasse Konsumenten vorsichtiger bei der Kreditaufnahme agieren.

Außerdem geben sich Banken gegenĂŒber Verbrauchern wie auch Kleinbetrieben und SelbstĂ€ndigen mittlerweile wieder zurĂŒckhaltender bei der Vergabe von Krediten. Eine Trendwende der Verschuldungssituation in Deutschland sei vor allem auch an FrĂŒhindikatoren wie der Eidesstattlichen Versicherung und Haftanordnungen zu erkennen, erlĂ€utert Iris Stadie, Unternehmenssprecherin von BĂŒrgel. Denn diese Maßnahmen gehen in der Regel einer Privatinsolvenz voraus. "Sehr oft beginnt der Weg in die Schuldenfalle mit den ersten Inkassoverfahren. HĂ€ufig sind es diese Verbraucher, die nach der Eidesstattlichen Versicherung und der Haftanordnung dann schließlich vor dem Insolvenzrichter stehen", erklĂ€rt Stadie.

Im Rahmen des seit 1998 halbjĂ€hrlich erstellten Schuldenbarometers (Zahlungsmoral deutscher Konsumenten) konnte BĂŒrgel einen weiteren RĂŒckgang der sogenannten FrĂŒhindikatoren registrieren. Die Zahl der Eidesstattlichen Versicherungen beispielsweise ist seit 2004 rĂŒcklĂ€ufig und sank von knapp 1,1 Millionen auf zuletzt weniger als 959.000. Auch die Zahl der Haftanordnungen ging im gleichen Zeitraum um gut 5 Prozent zurĂŒck. Die Zahlungsmoral verbessert sich demnach zusehends. "Die Entwicklung der Privatinsolvenzen ist unserer Erfahrung nach direkt an die Entwicklung der FrĂŒhindikatoren gekoppelt und schlĂ€gt sich zeitversetzt in der Statistik nieder", erlĂ€utert BĂŒrgel-Sprecherin Stadie. Demzufolge rechnet das Unternehmen auch fĂŒr 2008 mit einer weiter rĂŒcklĂ€ufigen Zahl von Verbraucherinsolvenzen. (map [4])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-190991

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.destatis.de/
[2] http://www.gesetze-im-internet.de/inso/
[3] http://www.buergel.de
[4] mailto:map@ix.de