zurück zum Artikel

Airbags: Die versteckte Blackbox im Auto

Stefan Porteck
Die versteckte Blackbox im Auto

Dass vernetzte Autos Fahrdaten speichern, ist bekannt. Was kaum jemand weiß: Auch die Airbag-SteuergerĂ€te in Ă€lteren Autos erfassen detaillierte Bewegungsdaten.

Die Speicherung von Unfalldaten im Airbag-SteuergerĂ€t ist zwar kein Novum, doch kaum ein Kunde weiß davon. Anders in den USA: Hier schreibt der Gesetzgeber genau vor, welche Daten die Hersteller im Falle des Unfalls im Auto speichern mĂŒssen. Dazu zĂ€hlen zum einen Daten ĂŒber den eigentlichen Unfall, etwa die auftretenden Beschleunigungen oder die Zeiten, wann welcher Airbag ausgelöst wurde. Zum anderen muss der Hersteller auch sogenannte "Pre-Crash"-Daten erfassen: Etwa die Fahrzeuggeschwindigkeit oder die AktivitĂ€ten von Gas- und Bremspedal unmittelbar vor der Kollision.

Die Fahrzeughersteller können diese Daten als Nachweis nutzen, dass ihre Systeme fehlerfrei funktioniert haben. Die Daten können auch Hinweise zur KlĂ€rung des Unfallhergangs liefern. Die Pre-Crash-Daten sind von besonderer Bedeutung. Schließlich geben Sie darĂŒber Auskunft, wie schnell das Fahrzeug kurz vor dem Unfall tatsĂ€chlich unterwegs war.

Doch wie ist es in Deutschland aus? Welche Unfalldaten werden in deutschen Fahrzeugen tatsÀchlich gespeichert und inwieweit lassen sie sich auslesen? Um das zu beantworten, haben wir uns vier Airbag-SteuergerÀten aus Audi-, BMW-, Mercedes- und VW-Unfallwagen besorgt und untersucht.

Es liegt die Vermutung nahe, dass die Daten prinzipiell auch in Nicht-US-Fahrzeugen vorhanden sind. Unsere Tests bestĂ€tigten das: Aus dem Mercedes SteuergerĂ€t ließen sich sĂ€mtliche Daten auslesen, die konform zu den US-Vorgaben sind – also Messwerte ĂŒber den eigentlichen Unfall als auch die Pre-Crash-Daten. Bei den anderen SteuergerĂ€ten gelang es uns – mit einer Ausnahme – auf einige Daten zuzugreifen.

Bei unseren Untersuchungen fiel zudem auf, dass die Daten nicht unbedingt manipulationssicher gespeichert sind. Der Zugriff auf die Flash-Speicher ist nicht eingeschrÀnkt, sodass sich die Daten mit dem nötigen Wissen manipulieren lassen.

Bei unserer Stichprobe erlaubten die von uns ausgelesenen Informationen in mindestens einem Fall detaillierte RĂŒckschlĂŒsse auf den Unfallhergang. Es sollte deshalb eindeutige Regeln geben, welche Daten die SteuergerĂ€te erfassen, wer sie auslesen kann und was mit ihnen gemacht werden darf. Vor allem sollten die PKW-Besitzer ĂŒber die Blackboxen ihrer Autos aufgeklĂ€rt werden.

Den vollstÀndigen Artikel finden Sie in c't 22/2018:

(spo [1])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-4190076

Links in diesem Artikel:
[1] mailto:spo@ct.de