E-Auto-PrÀmie "hilft vor allem Importeuren"
BMW 745e
(Bild: Von Ahn)
Laut einer Wissenschaftlerin profitieren von der höheren KaufprĂ€mie besonders importierte E-Autos. Sie plĂ€diert fĂŒr eine Ausweitung auf Autos mit Fossilantrieb.
Die KaufprĂ€mie fĂŒr Elektroautos bringt der deutschen Autoindustrie nach EinschĂ€tzung der Branchenexpertin Ellen Enkel eher wenig. âDavon profitieren in erster Linie auslĂ€ndische Hersteller und nicht die deutsche Wirtschaftâ, sagte Enkel am Donnerstag (4. Juni 2020).
Nur ein Viertel der förderfÀhigen E-Autos aus Deutschland
Die Professorin leitet an der UniversitĂ€t Duisburg-Essen den Lehrstuhl fĂŒr MobilitĂ€t. Nur etwa ein Viertel der förderfĂ€higen E-Autos seien deutsche Modelle, rechnete Enkel vor. Die geplante Erhöhung der vom Bund gezahlten KaufprĂ€mie von bisher maximal 3000 auf 6000 Euro bringe somit vor allem etwas fĂŒr die Kleinwagen der Importeure.
âEs geht hier nicht um Marktabschottungâ, betonte Enkel. âAber die FörderprĂ€mien sind ein Beitrag des deutschen Steuerzahlers zur StĂŒtzung der heimischen Wirtschaft. Die anderen europĂ€ischen LĂ€nder haben bereits eigene Programme zur Förderung ihrer Industrie.â Die groĂen deutschen Hersteller und auch einige BundeslĂ€nder hatten sich KaufprĂ€mien fĂŒr alle Antriebsarten, also auch fĂŒr moderne Verbrenner gewĂŒnscht, konnten sich damit aber nicht durchsetzen.
An den Möglichkeiten der Kunden vorbei
Zwei Drittel aller neuen Elektroautos wĂŒrden zudem von Unternehmen gekauft, sagte Enkel. Somit profitierten auch die BĂŒrger kaum von den PrĂ€mien, viele wĂŒrden weiter Verbrenner fahren. Um der deutschen Autoindustrie mit ihren Millionen von ArbeitsplĂ€tzen ernsthaft zu helfen, brauche es auch fĂŒr diese Autos eine Förderung. âDie Absenkung der Mehrwertsteuer hilft da nicht, nur eine entsprechende Förderung könnte den Mehrpreis fĂŒr einen umweltfreundlichen Verbrenner ausgleichenâ, sagte Enkel.
UmweltverbĂ€nde hingegen sehen eine indirekte Förderung von Verbrennungsmotoren [1] durch die FörderfĂ€higkeit von Plug-In-Hybridmodellen, weil in ihnen die meiste Energie vom Verbrennungsmotor umgesetzt wird und sie auch ganz ohne externe Aufladung betrieben werden können. Bei einem BMW 745e (Test) [2] zeigte sich, dass es bei diesem PHEV wohl eher wenig auf die Verkleinerung des individuellen CO2-FuĂabdrucks als um den Flottenverbrauch geht.
(fpi [3])
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