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EU-Parlament verabschiedet E-Commerce-Resolution

Peter-Michael Ziegler

Die Abgeordneten des Europaparlaments haben eine Resolution zur "Vollendung des Binnenmarktes fĂŒr den elektronischen Handel" angenommen. Die EU-Kommission und die Mitgliedsstaaten werden darin aufgefordert, verbleibende Hindernisse bei der Schaffung eines "gesamteuropĂ€ischen Online-Einzelhandelsmarkts" abzubauen. Gleichzeitig sollen Vertrauen, Transparenz und der Verbraucherschutz gestĂ€rkt werden.

Die Abgeordneten des Europaparlaments haben am Dienstag eine Resolution des Ausschusses fĂŒr Binnenmarkt und Verbraucherschutz zur "Vollendung des Binnenmarktes fĂŒr den elektronischen Handel [1]" (PDF-Datei) angenommen. Die EU-Kommission und die Mitgliedsstaaten werden darin aufgefordert, verbleibende Hindernisse bei der "Schaffung eines gesamteuropĂ€ischen Online-Einzelhandelsmarkts" abzubauen. Zu den Behinderungen des Online-Handels gehöre etwa, dass auslĂ€ndische HĂ€ndler sich nicht selten weigerten, Bestellungen von Verbrauchern aus einem anderen Land anzunehmen. Diese "Diskriminierung von Verbrauchern aufgrund ihrer elektronischen Anschrift oder ihres Wohnortes", die nach der EU-Dienstleistungsrichtlinie [2] unzulĂ€ssig ist, mĂŒsse beendet werden, heißt es in dem Parlamentsbeschluss.

Dass derzeit nur jeder dritte Verbraucher ĂŒberhaupt in einem anderen EU-Land online einkaufen wolle, liege auch daran, dass Vertrauen, Transparenz und Schutz fehlten, erklĂ€rt der spanische Berichterstatter Pablo Arias EcheverrĂ­a [3] von der EVP-Fraktion. Die Situation verbessern soll hier unter anderem ein europĂ€isches "GĂŒtesiegel" fĂŒr Webseiten, das die ZuverlĂ€ssigkeit und QualitĂ€t von Waren garantiere. Auch mĂŒsse der Verbraucher bei Online-KĂ€ufen immer die IdentitĂ€t des Lieferanten kennen, also dessen GeschĂ€ftsnamen, Anschrift, Kontaktdaten und Steuernummer, heißt es in der Resolution weiter. Und nicht zuletzt mĂŒssten Aspekte des Verbrauchervertragsrechts "angemessen harmonisiert" werden, "insbesondere was den Umgang mit bestimmten Typen von GewĂ€hrleistungsansprĂŒchen betrifft".

Zudem mĂŒsse der Datenschutz von Verbrauchern gestĂ€rkt und die "sicherste Technologie fĂŒr elektronische Zahlungssysteme" unterstĂŒtzt werden. Bei der Abwicklung von GeschĂ€ftsprozessen solle ein "Open Document Exchange Format" zum Einsatz kommen. Die Abgeordneten fordern die EU-Kommission in der Resolution ferner auf, "ein europĂ€isches FrĂŒhwarnsystem, einschließlich einer Datenbank zur BekĂ€mpfung von betrĂŒgerischen AktivitĂ€ten im digitalen Markt, einzurichten". E-Commerce sei ein "Werkzeug mit einem großen Potenzial zur Neugestaltung und Verbesserung der WettbewerbsfĂ€higkeit der EU-Wirtschaft und des europĂ€ischen Binnenmarkts", verdeutlicht Berichterstatter EcheverrĂ­a. "Es ist sehr wichtig, dass die FĂŒhrer der EU die notwendigen Maßnahmen zur Überwindung der bestehenden Hindernisse in Online-Handel umsetzen und Vertrauen und Transparenz schaffen."

Die EU-Kommission will den im Jahr 2000 verabschiedeten europĂ€ischen Rechtsrahmen fĂŒr den Online-Handel neu ausgestalten und hat dazu unter anderem im Sommer eine eigene Konsultation [4] (PDF-Datei) gestartet. Bis zum 15. Oktober haben Behörden, VerbĂ€nde, Unternehmen und auch BĂŒrger die Möglichkeit, ein 77 Fragen umfassendes Formular auszufĂŒllen, um eigene Positionen zu und Erfahrungen mit dem E-Commerce in Europa darzulegen. Allerdings befĂŒrchten Kritiker wie die britische Politikwissenschaftlerin und Bloggerin Monica Horten, dass die Kommission mit den in der Sondierung enthaltenen Fragen zu Internetsperren und Filtermethoden womöglich suggestiven Einfluss auf die Teilnehmer nehmen könnte. Auch argwöhnt [5] Horten, die Konsultation sei stark von Interessen der Pharma-, LuxusgĂŒter- und Copyright-Industrien beeinflusst. (pmz [6])


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https://www.heise.de/-1083184

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//NONSGML+REPORT+A7-2010-0226+0+DOC+PDF+V0//DE
[2] http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX%5C%3A32006L0123%5C%3ADE%5C%3AHTML
[3] http://www.europarl.europa.eu/members/public/geoSearch/view.do;jsessionid=21FE14744CBE6B1787D8DFB265D49E7A.node1?country=ES&partNumber=1&language=ES&id=96808
[4] http://ec.europa.eu/internal_market/consultations/docs/2010/e-commerce/questionnaire_%20e-commerce_en.pdf
[5] http://www.iptegrity.com/index.php?option=com_content&task=view&id=554&I%3Etemid=9
[6] mailto:pmz@ct.de