EU-Steuernachzahlung: SchÀuble und Gabriel loben Vorgehen gegen Apple
(Bild: dpa, Peter Kneffel)
Sowohl der Bundesfinanzminister als auch der SPD-Chef zeigten sich erfreut, dass Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager den iPhone-Produzenten zu einer Milliardennachzahlung verdonnert hat.
Die hohe Berliner Politik hat sich mittlerweile zu Apples Niederlage im Steuerstreit mit der EU-Kommission [1] geĂ€uĂert. Bundesfinanzminister Wolfgang SchĂ€uble (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) begrĂŒĂten am Wochenende die Entscheidung, den iPhone-Konzern Apple in Irland zu Steuernachzahlungen in Milliardenhöhe [2] zu verpflichten.
EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager habe seine volle UnterstĂŒtzung, sagte SchĂ€uble der Bild am Sonntag. Die EU-Kommission mĂŒsse die Einhaltung der Wettbewerbsregeln in der EU durchsetzen. "Wenn ein Staat einzelnen Unternehmen unzulĂ€ssige Vorteile verschafft, ist es richtig, dass die EU-Kommission konsequent dagegen vorgeht."
Gabriel fands "richtig gut"
Apple-Chef Tim Cook hatte die Entscheidung scharf kritisiert und sie als "politischen ScheiĂ" [3] tituliert. Man habe stets alle seine Steuern gezahlt. Es gehe der EU darum, Zahlungen von den USA in die EU zu verschieben, so Cook, der auch Antiamerikanismus in der Entscheidung sah.
Vizekanzler Gabriel sieht das augenscheinlich anders und lobte am Samstag in Wolfsburg dagegen Vestager ausdrĂŒcklich. "Ich fand das richtig gut, dass die EuropĂ€ische Kommission das Unternehmen Apple gerade zu 13 Milliarden Euro Steuernachzahlung verdonnert hat", sagte er. Es könne nicht sein, dass sich Google, Apple, Amazon oder Starbucks "Steueroasen" aussuchten.
Keine Auswirkungen in Deutschland
SchĂ€uble rechnet nicht damit, dass die Entscheidung der EU-Kommission zu Apple direkte Folgen fĂŒr Deutschland hat: "Die zustĂ€ndigen deutschen Behörden prĂŒfen jetzt die Auswirkungen der Entscheidung der EU-Kommission. Auf den ersten Blick können wir wohl nicht erwarten, dass es Auswirkungen in Deutschland geben wird."
SPD-GeneralsekretĂ€rin Katarina Barley sagte unterdessen den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland: "Wir dĂŒrfen es GroĂkonzernen wie Apple nicht durchgehen lassen, sich asozial zu verhalten." Jeder Handwerker in Deutschland stehe bei nicht gezahlten Steuern unter höherem Druck, sagte die Sozialdemokratin. "Wir brauchen schĂ€rfere MaĂnahmen gegen den Steuer-Tourismus von Apple, Google und Co." (mit Material von dpa) / (bsc [4])
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[2] https://www.heise.de/news/EU-Kommission-im-Steuerstreit-Apple-soll-bis-zu-13-Milliarden-Euro-Steuern-nachzahlen-3307769.html
[3] http://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Apple-Chef-EU-Steuernachforderung-politischer-Scheiss-3311247.html
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