Einbruch beim GeschÀft mit DECT-Telefonen: Gigaset stellt Insolvenzantrag
(Bild: Gigaset)
Gigaset aus Bocholt ist vor allem fĂŒr DECT-Telefone bekannt. Genau das GeschĂ€ft lĂ€uft aber zuletzt unerwartet schlecht. Nun ist das Unternehmen zahlungsunfĂ€hig.
Das deutsche Elektronikunternehmen Gigaset ist zahlungsunfĂ€hig und hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das teilte der Hersteller von Schnurlostelefonen, Android-Smartphones [1] und Smarthome-Technik am spĂ€ten Dienstagabend mit und ergĂ€nzte [2], dass Entwicklung, Produktion und Vertrieb unverĂ€ndert fortgefĂŒhrt wĂŒrden. Ziel sei eine nachhaltige Restrukturierung der wirtschaftlichen Basis. Die UnternehmensfĂŒhrung macht einen unerwarteten und erheblichen UmsatzrĂŒckgang im zweiten Halbjahr 2023 fĂŒr den Schritt verantwortlich. Deshalb liege man beim GeschĂ€ft deutlich unter dem Plan, wĂ€hrend die Nachfrage weiter zurĂŒckgehe. Mit Kapitalgebern habe man sich nicht auf eine Finanzspritze einigen können.
"Ungesunde und einseitige GeschÀftsausrichtung"
Gigaset mit Sitz in Bocholt am Niederrhein hat nach eigenen Angaben etwa 850 Angestellte und produziert als einziges Unternehmen Telefone und Smarthome-Systeme in Deutschland. Bei DECT-Schnurlostelefonen ist das Unternehmen MarktfĂŒhrer in Europa. Genau in diesem Bereich sei das GeschĂ€ft zuletzt aber deutlich zurĂŒckgegangen und das hĂ€tten andere GeschĂ€ftsteile nicht auffangen können, auch weil richtige Weichenstellungen ausgeblieben seien, meint Gigasets CEO Magnus Ekerot. Diese "ungesunde und einseitige GeschĂ€ftsausrichtung" habe zu den jetzigen Problemen gefĂŒhrt. Im Rahmen des eingeleiteten Restrukturierungsprozesses werde die Wirtschaftlichkeit jedes einzelnen GeschĂ€ftsbereichs intensiv geprĂŒft.
Insgesamt macht Gigaset eine allgemeine Kauf- und KonsumzurĂŒckhaltung in Deutschland und Europa fĂŒr die LiquiditĂ€tsprobleme verantwortlich, auĂerhalb der Insolvenzverfahren sei man gleichzeitig nicht in der Lage gewesen, das nötige Geld fĂŒr eine FortfĂŒhrung der GeschĂ€fte zu bekommen. Löhne und GehĂ€lter der BeschĂ€ftigten werden jetzt bis Ende November von der Bundesagentur fĂŒr Arbeit bezahlt. Beim zustĂ€ndigen Amtsgericht MĂŒnster wurde fĂŒr die Gigaset AG ein Regelinsolvenzverfahren beziehungsweise fĂŒr deren mittelbare Tochtergesellschaft Gigaset Communications GmbH die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Die GeschĂ€ftsaktivitĂ€ten sollen unverĂ€ndert fortgefĂŒhrt werden.
(mho [4])
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