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Elektrofahrzeuge: Stromabrechnung im Auto

Ben Schwan

Die Berliner Firma Ubitricity will teure Elektrozapfstellen vermeiden, indem sie die kostspielige LadesÀulen-Elektronik zum Teil ins Auto verlagert.

Wenn Stromversorger zeigen wollen, wie sie sich die kĂŒnftige Betankung von Elektroautos vorstellen, greifen sie gern in die Vollen. Die Ladestationen, die sie auf Messen und Kongressen prĂ€sentieren, sind meist mannshohe SĂ€ulen, die aussehen wie eine Mischung aus Telefonzelle und Geldautomat. Die beiden Juristen Knut Hechtfischer und Frank Pawlitschek, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der kleinen Berliner Firma Ubitricity [1], arbeiten an der gegenteiligen Vision – an Stromtankstellen, die aus wenig mehr als aus einer Steckdose bestehen. Zur Abrechnung notwendige Elektronik und andere Bauteile wandern dagegen ins Auto, berichtet [2] Technology Review in seiner Dezember-Ausgabe [3] (seit Donnerstag am Kiosk oder portokostenfrei online [4] bestellbar).

Ein ehrgeiziges Ziel, denn die LadesĂ€ulen brauchen StromzĂ€hler, Kartenleser, Tastatur und Bildschirm, um Kunden zu identifizieren und den verbrauchten Strom abrechnen zu können. Über den Stromverkauf, rechnen Experten vor, lassen sich solche SĂ€ulen allerdings kaum refinanzieren. Stattdessen werden beispielsweise Pauschaltarife angeboten. Hechtfischer und Pawlitschek halten eine solche Flatrate fĂŒrs Fahren aber fĂŒr kein brauchbares Modell, eine große Zahl von E-Autos zu laden. Der Grund: Wenn alle Fahrer nach Feierabend gleichzeitig ihre Akkus fĂŒllen, erzeugen sie eine Lastspitze im Netz, fĂŒr die zusĂ€tzliche Kraftwerke hochgefahren werden mĂŒssen. Wenn sich aber Elektroautos umgekehrt genau dann laden, wenn ohnehin ein Überangebot an Strom herrscht, können sie das Netz nicht nur nicht belasten, sondern stabilisieren es sogar.

Im Konzept von Ubitricity stöpselt der Fahrer sein E-Auto an einer speziellen Ladesteckdose an. Über das Stromkabel teilt die Ladestation dem Wagen ihre IdentitĂ€t mit. Das Fahrzeug setzt sich dann per Mobilfunk mit dem Server des Stromversorgers in Verbindung. Dort wird ĂŒberprĂŒft, ob es sich um einen registrierten Kunden handelt. Wenn ja, wird ein Code zurĂŒck ans Auto geschickt, mit dem die Steckdose freigeschaltet wird. Die bezogene Strommenge wird vom Auto per Mobilfunk an den Versorger gemeldet.

Mehr zum Thema in Technology Review online:

(bsc [6])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1141877

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.ubitricity.com/
[2] https://www.heise.de/hintergrund/Die-Ladesaeule-faehrt-mit-1141868.html
[3] http://www.heise.de/tr/magazin/?ausgabe=1784
[4] http://www.heise.de/kiosk/einzelhefte/tr.shtml
[5] https://www.heise.de/hintergrund/Die-Ladesaeule-faehrt-mit-1141868.html
[6] mailto:bsc@heise.de