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Erste elektrische AutofÀhre geht in Norwegen in Betrieb

Andreas Wilkens
Erste elektrische AutofÀhre geht in Norwegen in Betrieb

"Ampere" heiß die FĂ€hre

(Bild: Siemens)

Zwischen Lavik und Oppedal verkehrt nun die weltweit erste elektrische Auto- und PassagierfÀhre. An ihrer Entwicklung war Siemens beteiligt.

In Norwegen wurde die weltweit erste elektrische Auto- und PassagierfĂ€hre in Betrieb genommen. Sie wurde von Siemens zusammen mit dem Schiffbauer Fjellstrand entwickelt und verkehrt nun ĂŒber den Sognefjord zwischen Lavik und Oppedal in Norwegen, teilt Siemens mit [1].

Die vollstĂ€ndig elektrische FĂ€hre fĂ€hrt in jeweils etwa 20 Minuten 34 Mal am Tag die sechs Kilometer ĂŒber den Fjord. Sie verbraucht pro Strecke etwa 150 kWh. Siemens hat das komplette elektrische Antriebssystem sowie Ladestationen mit Lithium-Ionen-Akkus geliefert, die mit Strom, der aus Wasserkraft gewonnen wird, geladen werden.

Erste elektrische FĂ€hre verkehrt in Norwegen (0 Bilder) [2]

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Da das Stromnetz in der Region relativ schwach ist, werden drei Akkupakete eingesetzt: eines an Bord und jeweils eines als Zwischenspeicher in jedem Hafen. Diese 260-kWh-Einheiten versorgen die FĂ€hre wĂ€hrend der Wartezeit mit ElektrizitĂ€t. Anschließend wird die abgegebene Energie langsam aus dem Netz ersetzt, bis das Schiff zurĂŒckkommt.

Die 80 Meter lange und 20 Meter breite FĂ€hre wurde von Grund auf neu entwickelt. Sie wird von zwei elektrischen Motoren angetrieben, von denen jeder 450 Kilowatt leistet. Statt dem normalerweise im Schiffbau verwendeten Stahl wurde fĂŒr den Schiffsrumpf ausschließlich Aluminium verwendet. Dadurch sei das Gewicht im Vergleich zu konventionellen FĂ€hren um die HĂ€lfte reduziert worden.

"Schon seit ĂŒber 100 Jahren gibt es batteriebetriebene U-Boote, die rein elektrisch fahren", sagt Odd Moen, der sich bei Siemens Norwegen um den Vertrieb von Schiffsprodukten kĂŒmmert. "Da haben wir uns gefragt: Warum kann man dieses Antriebskonzept nicht an die OberflĂ€che bringen?" 1999 hĂ€tten die Experten erstmals versucht, ihre Idee zu verwirklichen. Doch damals war die Technik fĂŒr den Markt wohl noch zu neu, sagte Moen. Mittlerweile habe sich das geĂ€ndert, auch werde die Umweltbilanz immer wichtiger. (anw [4])


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[1] http://www.siemens.com/press/PR2015050200PDDE
[2] https://www.heise.de/bilderstrecke/1494648.html?back=2654232;back=2654232
[3] https://www.heise.de/bilderstrecke/1494648.html?back=2654232;back=2654232
[4] mailto:anw@heise.de