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Erstes Handy mit MHL-Videobuchse noch in der ersten JahreshÀlfte

CES Nico Jurran

Die schon lange als Konkurrenz zu Micro-HDMI entwickelte HD-Videobuchse fĂŒr MobilgerĂ€te soll nun bald auch wirklich an ersten GerĂ€ten zu finden sein.

Speziell fĂŒr mobile GerĂ€te gibt es seit der HDMI-Spezifikation 1.4 bekanntermaßen eine HDMI-Buchse in Micro-AusfĂŒhrung ("Type D") mit allen 19 Pins, die Videobilder mit einer Auflösung von 1080p ĂŒbermitteln kann – und heute bereits an einigen Smartphones zu finden ist. Doch schon vor der Veröffentlichung der Spezifikation hatte HDMI-Mitentwickler Silicon Image (SI) seine eigene Lösung "Mobile High-Definition Link" (MHL) vorgestellt. SI konnte auch in der eigens gegrĂŒndetes Konsortium [1] mit Nokia, Samsung, Toshiba und Sony schwergewichtige Partner fĂŒr die Schnittstelle finden. Doch offizielle MHL-GerĂ€te sucht man bislang vergeblich.

Dies soll sich in KĂŒrze Ă€ndern: Nach Aussagen von MHL ist die Zertifizierung eines Handy- und eines TV-Modells in den kommenden zwei Wochen abgeschlossen. Bis zur offiziellen MarkteinfĂŒhrung wird es dann zwar noch etwas dauern; bis zur Jahresmitte sollen die GerĂ€te aber auf jeden Fall verfĂŒgbar sein. Von welchen Herstellern die MHL-zertifizierten GerĂ€te stammen werden, teilten die Entwickler jedoch nicht mit. Zu den Handyherstellern, die kĂŒnftig MHL verbauen wollen, gehört nach Angaben des Konsortiums unter anderem HTC.

MHL setzt statt auf eine miniaturisierte HDMI-Buchse auf den Micro-USB-Port, der an vielen mobilen GerĂ€ten bereits zu finden ist. Diese USB-Schnittstelle lĂ€sst sich bei MHL-tauglichen MobilgerĂ€ten wie gewohnt fĂŒr die Datenverbindung mit dem PC nutzen. Erst wenn der eingebaute Transmitter-Chip als Gegenstelle einen Fernseher, Monitor oder Projektor mit HDMI-Port und MHL-Receiver-Chip erkennt, schaltet er in den HDMI-Übertragungsmodus um. In diesem Fall schickt der MHL-Transmitter die HDMI-Daten ĂŒber drei der fĂŒnf Pins des Micro-USB-Anschlusses – das soll fĂŒr die Übertragung von Videos in HD-Auflösung samt Steuerkommandos reichen. Die 5-Volt-Leitung bleibt unangetastet, sodass sich der Akku des MobilgerĂ€ts auch bei dieser Verbindung aufladen lĂ€sst.

An einen MHL-zertifizierten Fernseher lassen sich MobilgerĂ€te mit MHL-Port mittels eines simplen passiven USB-HDMI-Adapterkabel anschließen. FĂŒr Fernseher mit HDMI-Anschluss ohne MHL-Siegel gibt es ein Adapter, der kĂŒnftigen Smartphones mit MHL-Port beigelegt werden soll. Neben einem HDMI-Ausgang besitzt dieser Adapter auch einen Micro-USB-Eingang, ĂŒber den das angeschlossene MHL-zertifizierte Handy aufgeladen wird.

Obwohl die ersten MHL-GerĂ€te noch nicht einmal auf dem Markt sind, will das Konsortium nach eigenen Angaben in den kommenden Wochen bereits ĂŒber mögliche Erweiterungen diskutiert werden. Denkbar wĂ€re beispielsweise die UnterstĂŒtzung von 3D-Video-Übertragung oder eine Funktion, damit Fernseher ĂŒber MHL auch die Akkus von Smartphones und Tablets mit einer hohen Leistungsaufnahme aufladen können. (nij [2])


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https://www.heise.de/-1165735

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.mhlconsortium.org/
[2] mailto:nij@ct.de