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Facebook-Aktie fÀllt auf neuen Tiefstand

JĂŒrgen Kuri

Anleger der ersten Stunde haben derzeit mit der Aktie des Social Networks seit dem Börsengang fast die HÀlfte ihres Investments verloren.

FĂŒr das Soziale Netzwerk Facebook [1] scheint es an der Börse derzeit kein Halten zu geben. Bis zum Börsenschluss am Mittwochabend New Yorker Zeit fiel die Facebook-Aktie [2] an der NASDAQ auf ein neues Allzeittief von 20,88 Dollar, ein Minus von 3,82 Prozent im offiziellen Handel. Im nachbörslichen Handel konnte sich der Kurs nur minimal um 0,24 Prozent auf 20,93 US-Dollar erholen.

Damit haben Anleger der ersten Stunde, die im Mai noch 38 Dollar pro Papier gezahlt hatten, fast die HĂ€lfte ihres Einsatzes verloren. Davon sind selbst Großanleger betroffen: Die Schweizer Großbank UBS beziffert den durch den Börsengang des sozialen Netzwerks verursachten Verlust [3] auf 349 Millionen Schweizer Franken (290 Millionen Euro). Dadurch habe die Investmentsparte der Großbank einen Vorsteuerverlust in Höhe von 130 Millionen Franken (108 Millionen Euro) erlitten. Dabei macht die UBS auch die technischen Pannen wĂ€hrend des Börsengangs von Facebook dafĂŒr verantwortlich, dass die Bank "viel mehr Aktien" erhalten, "als unsere Kunden kaufen wollten".

Facebook hatte im vergangenen Quartal angesichts hoher Personalkosten sowie Investitionen in neue Produkte, Technik und Marketing ein dickes Minus von 157 Millionen Dollar eingefahren [4]. Überdies wuchs Mark Zuckerbergs Social Network langsamer als manche Analysten erhofft hatten.

Facebook hat mittlerweile 955 Millionen Nutzer (MAU Monthly Active Users), davon loggen sich 552 Millionen sogar tĂ€glich bei Facebook ein (DAU, Daily Active Users). Im Juni meldeten sich 102 Millionen Nutzer ausschließlich mit mobilen GerĂ€ten beim Sozialen Netzwerk an, 23 Prozent mehr als im MĂ€rz. Die Frage ist [5], ob es dem Unternehmen gelingen kann, diese Masse an Menschen auch in Einnahmen umzumĂŒnzen.

Vor allem die steigende Beliebtheit der Smartphone-Apps in den umsatzstĂ€rken westlichen Industriestaaten hat sich als Problem herausgestellt – ĂŒber seinen Apps verdient Facebook bislang praktisch kein Geld mit Werbung, was ansonsten die Haupteinnahmequelle darstellt. Dazu kommt, dass das grĂ¶ĂŸte User-Wachstum in den fĂŒr Facebook umsatzschwachen SchwellenlĂ€ndern zu verzeichnen ist. Und in diesen Tage aufgetauchte VorwĂŒrfe ĂŒber Klickbetrug [6] mit Anzeigen auf Facebook dĂŒrften dem Vertrauen der Investoren in das Social Network auch nicht gerade auf die SprĂŒnge helfen.

Zu den Facebook-GeschÀftszahlen siehe:

(jk [9])


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[1] http://www.facebook.com
[2] http://www.nasdaq.com/symbol/fb
[3] https://www.heise.de/news/Grossbank-schreibt-Millionenverlust-dem-Facebook-Boersengang-zu-1657953.html
[4] https://www.heise.de/news/Facebook-in-den-roten-Zahlen-1653908.html
[5] https://www.heise.de/news/Hintergrund-Facebook-Mehr-User-hoehere-Kosten-weniger-Umsatz-pro-User-1653932.html
[6] https://www.heise.de/news/Grossbank-schreibt-Millionenverlust-dem-Facebook-Boersengang-zu-1657953.html
[7] https://www.heise.de/news/Facebook-in-den-roten-Zahlen-1653908.html
[8] https://www.heise.de/news/Hintergrund-Facebook-Mehr-User-hoehere-Kosten-weniger-Umsatz-pro-User-1653932.html
[9] mailto:jk@heise.de