zurück zum Artikel

Facebook & Co. spielen 2012 als Verkaufsplattform fĂŒr den Onlinehandel noch keine Rolle

Matthias Parbel

Mehr als zwei Drittel der im Rahmen des "E-Payment-Barometer" befragten HĂ€ndler rĂ€umen Facebook als Verkaufsplattform auch fĂŒr das bevorstehende Jahr keine entscheidende Rolle ein. Verbessertes Suchmaschinen-Ranking genießt hingegen PrioritĂ€t.

(Bild: ibi research)

Im Rahmen der Studie "E-Payment-Barometer – Dezember 2011" haben ibi research [1] der UniversitĂ€t Regensburg, das Wirtschaftsmagazin Der Handel [2] und die Kreditkartenorganisation MasterCard [3] ermittelt, dass sich der Onlinehandel [4] 2012 in erster Linie um die Verbesserung des Suchmaschinen-Rankings [5] seiner Webshops kĂŒmmern will. Knapp 70 Prozent der befragten HĂ€ndler mit einem Umsatzvolumen bis zu 500.000 Euro maßen dieser Aufgabe die höchste PrioritĂ€t bei – unter den grĂ¶ĂŸeren HĂ€ndlern lag der Anteil noch bei 60 Prozent. Über die HĂ€lfte der im Zeitraum November/Dezember 2011 online befragten gut 150 E-Commerce-Anbieter will zudem das eigene Produktsortiment weiter ausbauen. Die kleineren HĂ€ndler sind darĂŒber hinaus an einer besseren PrĂ€sentation der Produkte im Webshop interessiert, wĂ€hrend die grĂ¶ĂŸeren HĂ€ndler vor allem die Nutzerfreundlichkeit ihrer Shops optimieren wollen.

Einig sind sich kleine wie große OnlinehĂ€ndler ĂŒber die Bedeutung von Social-Media-Portalen wie Facebook (F-Commerce) fĂŒr das reine VerkaufsgeschĂ€ft 2012: solche Plattformen werden keine Rolle spielen, glauben mehr als drei Viertel der Befragten. Social-Media-AktivitĂ€ten stehen dennoch auf der Agenda vieler HĂ€ndler. Rund 30 Prozent wollen diese KanĂ€le verstĂ€rkt fĂŒr Marketingzwecke nutzen. In den Fokus der E-Commerce-Anbieter rĂŒcken 2012 vor allem auch Bewertungs- und Verbraucherportalen wie beispielsweise Ciao, dooyoo oder Qype. Über 40 Prozent der befragten HĂ€ndler sehen darin eine hohe Bedeutung fĂŒr den Erfolg ihres Webshops. Speziell die grĂ¶ĂŸeren HĂ€ndler mit UmsĂ€tzen jenseits von 500.000 Euro halten zudem Couponing (Rabattmarken, Gutscheine) und M-Commerce fĂŒr entscheidende Themen im kommenden Jahr. Dass der Verkauf ĂŒber mobile EndgerĂ€te zunehmen wird, glauben immerhin gut 21 Prozent der befragten HĂ€ndler.

ibi research

WĂ€hrend der Handel sich auch auf die Suche nach neuen VertriebskanĂ€len begibt, buhlen immer mehr Verfahren und Dienstleister darum, den Bezahlvorgang im E-Commerce [6] abzuwickeln. Vorkasse ist aus Sicht des Handels nach wie vor die erste Wahl und steht daher in nahezu jedem Webshop als Option zur VerfĂŒgung. KĂ€ufer bevorzugen hingegen eher traditionelle Verfahren wie die Rechnung. In Onlineshops, die den Kauf auf Rechnung anbieten, ist dies das mit Abstand am hĂ€ufigsten genutzte Zahlverfahren (45 Prozent). Dahinter folgen Vorkasse, PayPal, Lastschrift und Kreditkarte. Neuere Methoden wie beispielsweise "sofortĂŒberweisung" kommen erst auf rund 2 Prozent. "Bezahlen ĂŒber Amazon" [7] oder "Google Checkout" [8] spielen in der Praxis hierzulande noch keine Rolle.

WĂ€hrend vor allem die kleineren HĂ€ndler mehrheitlich keinen Drang verspĂŒren ihren Kunden weitere Zahlverfahren anzubieten, erwĂ€gen rund zwei Drittel der grĂ¶ĂŸeren OnlinehĂ€ndler die Erweiterung ihrer Shops um zusĂ€tzliche Bezahlmethoden. Mit 21 Prozent der Nennungen liegt dabei "sofortĂŒberweisung" ganz vorn – dahinter folgen PayPal, Rechnung, "Bezahlen ĂŒber Amazon", giropay sowie "DHL Checkout". Das aus Sicht des Handels wichtigste Kriterium bei der Entscheidung fĂŒr ein bestimmtes Zahlverfahren ist dabei dessen Akzeptanz und Verbreitung im deutschsprachigen Raum (83 Prozent). Große Bedeutung haben zudem der Schutz vor ZahlungsausfĂ€llen [9] (58 Prozent) und die Kosten fĂŒr das Verfahren (55 Prozent). Ob sich die Bezahlung vom Kunden auch mobil durchfĂŒhren lĂ€sst, spielt bisher nur fĂŒr eine Minderheit der OnlinehĂ€ndler eine Rolle (8 Prozent). (map [10])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1402601

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.ibi.de/
[2] http://www.derhandel.de
[3] http://www.mastercard.com
[4] https://www.heise.de/news/Verband-Online-Versandhandel-waechst-um-17-Prozent-1269501.html
[5] https://www.heise.de/hintergrund/Schluesselpositionen-1157737.html
[6] https://www.heise.de/hintergrund/Abrechnung-1326334.html
[7] https://www.heise.de/hintergrund/Bezahlverfahren-mit-Amazon-Begeisterung-der-Haendler-haelt-sich-in-Grenzen-1259430.html
[8] https://www.heise.de/news/Google-Checkout-wird-Teil-von-Wallet-1381496.html
[9] https://www.heise.de/hintergrund/Zwei-Drittel-der-Kunden-zahlen-rechtzeitig-1366227.html
[10] mailto:map@ix.de