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Facebook löscht Konten von Bolsonaro-Netzwerk und Ex-Trump-Berater

Oliver BĂŒnte
Facebook löscht Konten von Bolsonaro-Desinformationsnetzwerk und Trump-Berater

(Bild: sitthiphong/Shutterstock.com)

Facebook hat unter anderem Accounts eines Desinformationsnetzwerks gelöscht, die auf den brasiliansischen PrÀsidenten Bolsonaro hindeuten.

Facebook hat 35 Accounts, 14 Seiten und eine Gruppe aus seinem sozialen Netzwerk sowie 38 Konten bei Instagram entfernt, die einem Desinformationsnetzwerk brasilianischer Konten von AnhĂ€ngern des brasilianischen PrĂ€sidenten Jair Bolsonaro zugeordnet werden konnten. Über das Netzwerk seien spalterische politische Botschaften verbreitet worden. Das teilte Facebook am Mittwoch mit. ZusĂ€tzlich löschte Facebook Konten, Seiten und Instagram-Accounts des ehemaligen Beraters von US-PrĂ€sident Donald Trump, Roger Stone, sowie weitere Konten von Desinformationsnetzwerken und Accounts und Seiten der Hassgruppe "Proud Boys".

Das brasilianische Desinformationsnetzwerk soll nach Angaben von Facebook [1] aus einer Reihe doppelter und gefĂ€lschter Konten bestanden haben, die miteinander vernetzt waren. Die automatisierten Systeme von Facebook hĂ€tten diese erkannt und teilweise automatsich deaktiviert. Die Account-Inhaber hatten sich als fiktive Journalisten oder als Nachrichtenagenturen ausgegeben. Über die Accounts wurden vor allem politische Informationen mit Kritik an der Opposition der Bolsonaro-Regierung, Medien, Journalisten und der Corona-Pandemie verbreitet, darunter auch Hassrede. Dabei stellte Facebook ein koordiniertes Vorgehen fest.

Die Urheber versuchten zwar ihre IdentitĂ€t zu verschleiern, jedoch gelang es Facebook, Verbindungen zu Personen der Sozialliberalen Partei Brasiliens und Mitarbeitern der BĂŒros der Politiker Anderson Moraes und Alana Passos sowie der Söhne des brasilianischen PrĂ€sidenten Eduardo und Flavio Bolsonaro und des PrĂ€sidenten selbst herzustellen. Die Accounts, Seiten und die Gruppe des Netzwerkes wurden von Facebook aufgrund des Verstoßes gegen die Nutzungsrichtlinien des Netzwerkes gelöscht.

ZusÀtzlich entfernte Facebook etwa 54 Konten, 50 Seiten und 4 Instagram-Accounts, die im Zusammenhang mit dem ehemaligen Berater des US-PrÀsidenten Donald Trump, Roger Stone, stehen sollen. Stone war Wahlkampfberater Trumps, musste jedoch nach der RusslandaffÀre im Zusammenhang mit der US-PrÀsidentschaftswahl 2016 [2] seinen Hut nehmen. Er war wegen Falschaussagen vor dem Kongress und Zeugenmanipulation zu einer GefÀngnisstrafe verurteilt worden.

Nach Angaben von Facebook sollen ĂŒber die Fake-Konten des Stone-Netzwerkes Informationen ĂŒber die Politik Stones, seine Seiten, Websites, BĂŒcher und Medienauftritte verbreitet worden sein, offenbar mit dem Ziel sie populĂ€rer erscheinen zu lassen als sie tatsĂ€chlich waren. Vermutlich sollten die BeitrĂ€ge auch dazu dienen, die öffentliche Debatte zu politischen Themen unlauter zu beeinflussen. Facebooks Chef fĂŒr Cybersicherheit Nathaniel Gleicher sagte: "Wir gehen davon aus, dass weitere politische Akteure diese rote Linie ĂŒberschreiten werden und koordinierte unechte Auftritte nutzen, um die öffentliche Debatte zu beeinflussen." Das werde Facebook allerdings nicht dulden.

Wie Facebook ausfĂŒhrt, haben diese Seiten auch auf Inhalte der von Facebook bereits 2018 verbannten Hassgruppe "Proud Boys" verlinkt. Diese hatte jedoch immer wieder neue Konten und Seiten angelegt, um diese Sperre zu umgehen. Auch hier nahm Facebook erneut Löschungen vor. Facebook hatte in den letzten Monaten bereits zwei Löschaktionen im Zusammenhang mit den "Proud Boys" vorgenommen.

ZusÀtzlich löschte Facebook zahlreiche Accounts eines Netzwerkes aus echten und unechten Konten, die von Kanada und Ecuador aus auf die politische Meinung in El Salvador, Argentinien, Uruguay, Venezuela, Ecuador und Chile Einfluss nehmen wollten. 41 Facebook Accounts, 77 Seiten und 56 Instagram-Konten wurden dabei wegen "auslÀndischer Beeinflussung" und "koordiniertem unechten Verhaltens" entfernt.

Ein Netzwerk bestehend aus 72 Facebook-Konten, 35 Seiten und 13 Instagram-Accounts deaktivierte Facebook ebenfalls. Das aus Fake-Accounts zusammengesetzte Netzwerk zielte auf ukrainische Nutzer und war nach Angaben von Facebook teilweise wĂ€hrend der Ukraine-Wahlen 2019 aktiv. Über das Netzwerk wurden hauptsĂ€chlich politische Inhalte gepostet, offenbar mit dem Ziel, die Wahlen zugunsten oder zuungunsten politischer Akteure zu beeinflussen.

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(olb [4])


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https://www.heise.de/-4839579

Links in diesem Artikel:
[1] https://about.fb.com/news/2020/07/removing-political-coordinated-inauthentic-behavior/
[2] https://www.heise.de/news/Anklage-des-US-Sonderermittlers-Russische-Agenten-hackten-US-Demokraten-4110261.html
[3] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[4] mailto:olb@heise.de