Facebook wollte Zugriff auf US-Patientendaten
(Bild: dpa, Jens BĂŒttner)
Facebook hatte US-KrankenhÀuser um anonymisierte Patientendaten gebeten. Daraus sollten Profile zur Verbesserung der medizinischen Versorgung erzeugt werden, erklÀrte das soziale Netzwerk.
FĂŒr ein Forschungsprojekt hat Facebook mehrere US-amerikanische Gesundheitseinrichtungen gebeten, anonymisierte Patientendaten wie Krankheiten und Medikationen zu teilen. Mit den geteilten Informationen und den eigenen Daten wollte Facebook eigenen Angaben nach einen Beitrag zur besseren Versorgung der Patienten leisten, wie aus einem Bericht von CNBC [1] hervorgeht. Die Daten aus dem inzwischen aber gestoppten Projekt wĂ€ren nur fĂŒr die medizinische Forschung genutzt worden, so Facebook
Die Idee hinter dem Forschungsprojekt sei demnach die ZusammenfĂŒhrung der Informationen aus den Patientendaten (Krankheit, Alter, Medikamente, Krankenhausbesuche) und den Facebookdaten (Alter, Familienstand, Sprache, AktivitĂ€ten, Verhalten bei Facebook). So könnten dann Behandlungs- und InterventionsplĂ€ne auch durch Informationen ĂŒber sozialen Verbindungen ergĂ€nzt werden, stellte man sich offenbar bei Facebook vor. Wenn das soziale Netzwerk beispielsweise feststellen kann, dass der Patient ledig ist, keine engeren Freunde in der NĂ€he wohnen und keine UnterstĂŒtzung von einer Gemeinschaft zu erwarten ist, hĂ€tte das Krankenhaus die Möglichkeit, darauf entsprechend zu reagieren.
Nicht ĂŒber Planungsphase hinausgekommen
Die medizinischen Einrichtungen sind aufgrund der US-Datenschutzgesetze sehr vorsichtig mit der Weitergabe von Patientendaten. Um die Einhaltung der entsprechende Gesetze zu gewĂ€hrleisten, sollten identifizierende Informationen unkenntlich gemacht werden; der Abgleich zwischen Patienten- und Facebook-DatensĂ€tzen sollte ĂŒber Hashwerte erfolgen.
Das Unternehmen sprach vergangenen Monat mit mehreren Gesundheitsorganisationen, darunter der Stanford Medical School und dem American College of Cardiology. Inhalt waren laut CNBC Vereinbarungen ĂŒber die gemeinsame Nutzung von Daten. Nach dem Cambridge-Skandal [2] hat Facebook aber wohl kalte FĂŒĂe bekommen: Das Projekt hĂ€tte neue Zweifel bezĂŒglich der Datenmenge aufwerfen können, die das Netzwerk ĂŒber seine Nutzer sammelt und kommerziell verwertet. "Dieses Projekt hat die Planungsphase nicht ĂŒberstanden und wir haben keine Daten von irgendjemanden erhalten, geteilt oder analysiert", sagte ein Sprecher von Facebook.
tipps+tricks zum Thema:
- Facebook: "Kontakte synchronisieren" deaktivieren [3]
- Facebook: Daten schĂŒtzen durch Deaktivieren der App-Integration [4]
- Facebook: Datenspuren entfernen [5]
(bme [6])
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[1] https://www.cnbc.com/2018/04/05/facebook-building-8-explored-data-sharing-agreement-with-hospitals.html
[2] https://www.heise.de/news/Facebook-weiss-nicht-welche-Daten-Cambridge-Analytica-besitzt-4012005.html
[3] https://www.heise.de/tipps-tricks/Facebook-Kontakte-synchronisieren-deaktivieren-4005393.html
[4] https://www.heise.de/tipps-tricks/Facebook-Daten-schuetzen-durch-Deaktivieren-der-App-Integration-4000590.html
[5] https://www.heise.de/tipps-tricks/Facebook-Datenspuren-entfernen-3957418.html
[6] mailto:bme@heise.de
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