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GTC 2016: Benchmark-Folien statt lauffÀhiger Pascal-Systeme

Martin Fischer
Tesla-P100-Module

Eines der verdĂ€chtigen Tesla-P100-Module. Die 1-Euro-MĂŒnze dient zum GrĂ¶ĂŸenvergleich.

(Bild: Martin Fischer)

LauffÀhige Pascal-Systeme waren auf der GPU Technology Conference Mangelware. Benchmark-Vergleiche prÀsentierte Nvidia nur auf Folien.

Nvidia hat auf der GPU Technology Conference zwar erste HPC-Benchmark-Vergleichswerte fĂŒr den Pascal-Rechenbeschleuniger Tesla P100 [1] veröffentlicht, allerdings gab es auf der Messe keine lauffĂ€higen Pascal-Systeme fĂŒr Leistungsvergleiche zu entdecken. Laut Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang soll sich die Pascal-GPU GP100 jedoch bereits in der Massenproduktion befinden.

LauffĂ€hige Pascal-Systeme waren auf der GTC Mangelware. Bei QCT gabs immerhin ein paar P100-Module zu knipsen, die sich aber verdĂ€chtig voneinander unterschieden. Der Euro dient als GrĂ¶ĂŸenvergleich.

Bei QCT gabs immerhin ein paar P100-Module zu knipsen, die sich aber verdÀchtig voneinander unterschieden.

(Bild: Martin Fischer)

Am Stand von QCT konnte man den offenen, aber nicht lauffĂ€higen Deep-Learning-Server QuantaPlex T21W-3U bewundern, in den acht Tesla-P100-Karten passen. Die QCT-Mitarbeiter waren sich selbst aber nicht sicher, ob die am Stand gezeigten Tesla P100 ĂŒberhaupt funktionsfĂ€hig seien. Ein genauer Blick offenbarte sogar Unterschiede zwischen den Modulen; immerhin stimmten die GrĂ¶ĂŸenverhĂ€ltnisse.

Martin Fischer

Benchmark-Vergleich zwischen Tesla P100 und Tesla K80.

(Bild: Martin Fischer)

Die von Nvidia veröffentlichten Benchmarks vergleichen die Leistung von zwei, vier und acht zusammengeschalteten Tesla-P100-Rechenbeschleunigern mit zwei Tesla K80: in VASP, HOOMD-Blue, COSMO, MILC, Amber, HACC und Caffe/Alexnet. Die Balken suggerieren, dass Tesla P100 im Multi-GPU-Betrieb dank NVLink besonders gut skaliert, was zu den Aussagen von Nvidias Chefarchitekten Jonah Alben passt [2]. Wenig ĂŒberraschend sind die Pascal-GPUs immer schneller als die K80-VorgĂ€nger; konkrete Aussagen lassen sich mangels ausfĂŒhrlicher Ergebnisse aber nicht treffen.

Auch der Auto-Computer Drive PX 2 war auf der Messe ausgestellt, allerdings hinter Plexiglas. Nvidia erschwerte einen genauen Blick auf die vermeintlichen Pascal-Chips.

Auch der Auto-Computer Drive PX 2 war auf der Messe ausgestellt, allerdings hinter Plexiglas. Nvidia erschwerte einen genauen Blick auf die vermeintlichen Pascal-Chips.

(Bild: Martin Fischer)

Nvidia stellte außerdem eine Drive-PX2-Platine aus, die mit zwei Tegra-SoCs und auf der RĂŒckseite mit zwei dedizierten Pascal-GPUs bestĂŒckt ist. Der erstmals im Januar 2016 vorgestellte "Auto-Computer" [3] soll die aufwendigen Deep-Learning-Berechnungen durchfĂŒhren, die bei autonomen Fahrsystemen anfallen und dabei bis zu 250 Watt verheizen. Nvidia ließ keinen ordentlichen Blick auf die beiden Pascal-GPUs zu, die sich verwinkelt hinter einer Plexiglasscheibe befanden. Die Chips sollen keine GP100-GPUs sein, sondern noch nicht offiziell angekĂŒndigte Pascal-Modelle. Ein Mitarbeiter erwĂ€hnte, dass er sich nicht sicher sei, ob es sich bei den vermeintlichen "Pascal"-Chips der ausgestellten Platine nicht vielleicht doch um Mockups, also Attrappen, handele. NachprĂŒfen ließ sich das nicht.

Auch der Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang verzichtete bei seiner EröffnungsprĂ€sentation darauf, ein lauffĂ€higes Pascal-System zu zeigen. Huang sorgte 2009 fĂŒr Wirbel, als er eine abgesĂ€gte und mit Holzschrauben zusammengehaltene Attrappe [4] als erste Fermi-Grafikkarte ins Blitzlichtgewitter der Weltpresse hielt. (mfi [5])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-3164001

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/GTC-2016-Nvidia-enthuellt-Monster-Chip-Pascal-mit-16-GByte-HBM2-und-bis-zu-3840-Kernen-3163143.html
[2] https://www.heise.de/news/GTC-2016-Nvidia-Chefarchitekt-deutet-hohe-Gaming-Performance-von-Pascal-an-3163999.html
[3] https://www.heise.de/news/CES-2016-Nvidia-stellt-Drive-PX-2-fuer-selbstfahrende-Autos-vor-3060689.html
[4] https://www.heise.de/news/GTC-Gezeigte-Fermi-Karte-war-eine-Attrappe-808570.html
[5] mailto:mfi@heise.de