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Gaia X: Microsoft will jetzt doch bei der europÀischen Cloud mitmachen

Stefan Krempl
Gaia X: Microsoft will jetzt doch bei der europÀischen Cloud mitmachen

(Bild: VDB Photos/Shutterstock.com)

Nach anfÀnglicher Skepsis hat der IT-Konzern beim Wirtschaftsministerium nun sein Interesse am Cloud-Projekt Gaia X bekundet..

Microsoft will als einer der großen US-Cloud-Anbieter bei Gaia X nicht lĂ€nger in einer Beobachterposition bleiben. Das Konzeptpapier der Bundesregierung zu der europĂ€ischen Rechnerwolke enthalte "viele richtige AnsĂ€tze und lĂ€dt auch Marktteilnehmer außerhalb Europas ein, daran mitzuwirken", schreibt Sabine Bendiek, Vorsitzende der GeschĂ€ftsfĂŒhrung von Microsoft Deutschland, in einem Gastbeitrag fĂŒr die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am Dienstag. "Deshalb haben wir beim Bundeswirtschaftsministerium offiziell unser Interesse an einer Teilnahme hinterlegt."

Microsoft-Deutschland-Chefin Sabine Bendiek

Microsoft-Deutschland-Chefin Sabine Bendiek

(Bild: dpa, Matthias Balk/Archiv)

Im Gegensatz zu vielen anderen IT-Unternehmen und BranchenverbĂ€nden [1] reagierte Microsoft im Oktober Ă€ußert zurĂŒckhaltend auf den Plan von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), mit der europĂ€ischen Cloud "Gaia X" die SouverĂ€nitĂ€t des alten Kontinents in einer digitalen SchlĂŒsseltechnologie zu stĂ€rken. Eine staatlich vorangetriebene Lösung dauere zu lange [2] und werde am Markt nicht erfolgreich sein, wenn Nutzer mit SchwĂ€chen leben mĂŒssten, hatte Bendiek zunĂ€chst zu bedenken gegeben. Der Begriff der digitalen SouverĂ€nitĂ€t werde allzu oft mit "Autarkie" vermischt.

In einem Anfang des Jahres bekannt gewordenen Verzeichnis der Teilnehmer an den Arbeitsgruppen zu Gaia X tauchte Microsoft auch nicht auf im Gegensatz zu den großen Konkurrenten Amazon Web Services (AWS) und Google. Zu den rund 60 bisher beteiligten Organisationen gehören demnach etwa Firmen wie die Deutsche Telekom, 1&1 Ionos, IBM, SAP, BMW, Arvato Bertelsmann, Bosch, QSC, ENBW, Red Hat und Secunet.

Im Kern gehe es im Zeitalter von KĂŒnstlicher Intelligenz (KI) um die Frage, "wie sich vorhandene DatenschĂ€tze heben und sinnvoll nutzen lassen", erlĂ€utert Bendiek in ihrem Beitrag [3]. Um die Potenziale von KI auszuschöpfen, sei eine "ganz neue Bereitschaft" gefragt, "Daten unternehmens- und branchenĂŒbergreifend zu teilen". Nötig seien ferner "agile, technologisch voll ausgereifte Cloud-Infrastrukturen mit skalierbaren Rechen- und SpeicherkapazitĂ€ten, die höchste Datenschutzstandards einhalten".

Nach wie vor sind fĂŒr die Chefin von Microsoft Deutschland "Partnerschaften der SchlĂŒssel zu digitaler Innovation", da sie WettbewerbsfĂ€higkeit und HandlungsfĂ€higkeit stĂ€rkten sowie damit die SouverĂ€nitĂ€t von Unternehmen und Staaten sicherten. An der Skizze fĂŒr Gaia X lobt sie so den Punkt, dass dabei "faire und gleiche Wettbewerbsbedingungen und die Bejahung des freien Wettbewerbs aller Akteure am Markt" mit im Zentrum stehen sollen.

Die Sorge, dass "irgendwer den Stecker ziehen" und ganze Staaten oder Firmen "durch die Abschaltung einer Cloud lahmlegen könnte", ist fĂŒr die Betriebswirtin nachvollziehbar. Solche Ängste seien aber "ĂŒberzogen". Technisch sei es möglich, fĂŒr Kunden mit besonderen Sicherheitsanforderungen Cloud-Lösungen "ohne einen solchen Aus-Knopf zur VerfĂŒgung zu stellen". Bei solchen Infrastrukturen bestimmten nicht die Hersteller, sondern nur die Kunden selbst ĂŒber den Zugriff auf die Plattform. (axk [4])


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[1] https://www.heise.de/news/Gaia-X-IT-Wirtschaft-sieht-digitale-Souveraenitaet-mit-europaeischer-Cloud-gestaerkt-4572001.html
[2] https://www.heise.de/news/Microsoft-Europaeische-Staats-Cloud-Gaia-X-wird-nicht-erfolgreich-sein-4570976.html
[3] https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/sabine-bendiek-fordert-ein-starkes-europa-im-cyberspace-16579503.html
[4] mailto:axk@heise.de