Gericht beschrÀnkt Hamburger Moia-Flotte auf 200 Fahrzeuge
(Bild: Moia)
Der Fahrdienst Moia kann seinen Betrieb in Hamburg nicht wie geplant aufbauen. Statt 500 Fahrzeuge dĂŒrfen zunĂ€chst nur 200 eingesetzt werden.
Das Taxigewerbe bremst den neuen Hamburger Sammeltaxi-Dienst Moia per Gericht aus. Nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichts Hamburg darf Moia seine Flotte zunĂ€chst nicht wie geplant ausbauen. Bis zur rechtlichen KlĂ€rung eines Widerspruchs gegen die Betriebsgenehmigung darf Moia in Hamburg zunĂ€chst nur 200 Fahrzeuge einsetzen und nicht wie geplant bis zu 500. Damit ist der neue MobilitĂ€tsdienst nicht komplett gestoppt, wie es ein Taxiunternehmen mit seinem Widerspruch angestrebt hatte, aber doch behindert. Sollte die nĂ€chsthöhere Instanz den Beschluss des Verwaltungsgerichts (5 E 1711/19) [1] bestĂ€tigen, wĂŒrden sich die Planungen von Moia mindestens um mehrere Monate verzögern.
Die Verkehrsbehörde hatte Moia zu Erprobungszwecken eine Genehmigung fĂŒr den Betrieb von zunĂ€chst 500 Elektro-Kleinbussen bis Ende des kommenden Jahres sowie unter Vorbehalt von 1000 Fahrzeugen bis Ende 2022 erteilt. Gegen diese Genehmigung hatte ein Taxiunternehmer Widerspruch eingelegt und damit im Eilverfahren zunĂ€chst eine aufschiebende Wirkung erreicht. Die Behörde ordnete jedoch die sofortige Vollziehbarkeit der Genehmigung an. So landete der Fall beim Verwaltungsgericht.
Zumutbare EinschrÀnkungen
Die Verwaltungsrichter erklĂ€rten, sie könnten im Eilverfahren nicht hinreichend aufklĂ€ren und rechtlich abschlieĂend bewerten, ob die Rechte des Taxiunternehmers aufgrund nachteiliger Auswirkungen auf sein Unternehmen verletzt werden. Es sei aber zumutbar fĂŒr den Unternehmer, wenn bei 3000 Taxis in Hamburg 200 Moia-Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Umgekehrt sei es fĂŒr Moia zumutbar, mit dem Aufbau der Flotte bis zur KlĂ€rung der Sach- und Rechtslage im Hauptsacheverfahren zu warten. Die Erprobung werde durch die BeschrĂ€nkung nicht in unzumutbarem MaĂe erschwert.
Moia kĂŒndigte ebenso wie die Verkehrsbehörde Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht (OVG) gegen die vorlĂ€ufige Entscheidung des Verwaltungsgerichts an. Mit 200 Fahrzeugen sei kein stadtweiter Service möglich und damit auch keine sinnvolle Erprobung im gesamten Stadtgebiet. Moia mĂŒsste sich dann auf die innere Stadt beschrĂ€nken. "Allein in den ersten zehn Tagen hatten wir 15.000 Buchungen", sagte Moia-Sprecher Christoph Ziegenmeyer. "Die Zahl der Anfragen lag bei einem Vielfachen, sodass wir heute schon die von der Behörde genehmigten 500 Fahrzeuge mit mehreren FahrgĂ€sten pro Fahrt auslasten könnten."
Moia ist ein Tochterunternehmen des VW-Konzerns. Ăber eine Smartphone-App können die Hamburger die eigens entwickelten Elektrobusse mit sechs Sitzen bestellen, die auf ihren Strecken jeweils mehrere FahrgĂ€ste zu ihrem Ziel befördern sollen. Der Service ist Mitte April mit 100 Fahrzeugen gestartet [2] und sollte bis zum Jahresende auf 500 Elektrobusse ausgebaut werden. Der VW-Konzern investiert in das Projekt einen dreistelligen Millionenbetrag. (olb [3])
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[1] https://justiz.hamburg.de/contentblob/12524310/78e856077f576c0669515289456704e5/data/5-e-1711-19-beschluss-vom-24-04-2019.pdf
[2] https://www.heise.de/news/VW-Fahrdienst-Moia-in-Hamburg-gestartet-4399762.html
[3] mailto:olb@heise.de
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