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Globalfoundries bekommt 495 Millionen Euro fĂŒr Foundry-Ausbau

Mark Mantel
Renderbild von Globalfoundries neuem Halbleiterwerk

So soll Globalfoundries’ Halbleiterwerk in Dresden aussehen, wenn die vordere Erweiterung fertiggestellt ist.

(Bild: Globalfoundries)

Die EU-Kommission genehmigt die staatliche Förderung fĂŒr zwei deutsche Halbleiterwerke. Globalfoundries erhĂ€lt 45 Prozent der Kosten.

Die Dresdener Niederlassung des Chipauftragsfertigers Globalfoundries nimmt die letzte HĂŒrde zur Förderung des eigenen Ausbaus. Die EU-Kommission genehmigt einen staatlichen Zuschuss von 495 Millionen Euro. Bei erwarteten Kosten von 1,1 Milliarden Euro entspricht das einer Förderquote von 45 Prozent. Die Förderung erfolgt im Rahmen des European Chips Act, mit dem die EU die heimische Halbleiterproduktion stĂ€rken will. Er erlaubt höhere staatliche Förderungen als frĂŒher [1].

Die Genehmigung der EU-Kommission [2] galt seit Monaten als Formsache. Globalfoundries begann schon vorab auf eigene Kosten mit dem Ausbau im Rahmen einer sogenannten förderunschÀdlichen Baugenehmigung. Die erweiterte Produktion könnte noch 2027 hochlaufen; bis Ende 2028 soll die Erweiterung ihre vollstÀndige ProduktionskapazitÀt erreichen.

Globalfoundries [3] spricht von zusÀtzlichen 5000 Quadratmetern Reinraum- und LaborflÀche. Die jÀhrliche FertigungskapazitÀt soll von rund 950.000 auf 1,1 Millionen belichtete Silizium-Wafer steigen.

Der Chipauftragsfertiger, auch Foundry genannt, hat sich auf Mikrocontroller mit integriertem Speicher, Analogschaltungen und Hochfrequenztechnik spezialisiert. Der wichtigste Fertigungsprozess des Herstellers heißt 22FDX: ein Prozess der 22-Nanometer-Klasse mit sogenanntem Fully Depleted Silicon-on-Insulator (FD-SOI)[Link auf Beitrag 1548320] [4]. Die Chips sind meist winzig, sodass Tausende auf einem einzigen Wafer sitzen können. Bei einer KapazitĂ€t von ĂŒber einer Million Wafer pro Jahr geht es schnell um Chips in MilliardenstĂŒckzahlen.

X-Fab bekommt derweil 128 Millionen Euro fĂŒr den Ausbau eines Halbleiterwerks in Erfurt. Hier geht es um Micro-Electro-Mechanical Systems (MEMS), also primĂ€r Sensoren mit Ă€lterer Fertigungstechnik. Die Produktion soll 2029 anlaufen.

Die Förderung kommt auch deshalb zustande, da X-Fab MEMS mit neuartigen Packaging-Techniken kombinieren soll, die es bisher nicht in Europa gibt. Hiesige Unternehmen ohne eigene Halbleiterwerke hÀtten damit eine stÀrkere Alternative zu asiatischen Chipauftragsfertigern.

Globalfoundries Dresden und X-Fab verpflichten sich im Gegenzug fĂŒr die Förderungen unter anderem, in Krisenzeiten EU-AuftrĂ€ge prioritĂ€r zu behandeln. Außerdem sollen Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen junge Ingenieure fördern. Beide Firmen beliefern unter anderem deutsche Autohersteller.

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(mma [6])


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https://www.heise.de/-11112139

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/European-Chips-Act-Die-EU-will-den-Halbleitermarkt-umkrempeln-6356705.html
[2] https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_25_3020
[3] https://www.heise.de/thema/Globalfoundries
[4] https://www.heise.de/news/Globalfoundries-fertigt-FD-SOI-Chips-in-Dresden-2748905.html
[5] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[6] mailto:mma@heise.de