IBMs Midrange-Betriebssystem i5/OS V6R1 lÀuft auf Power6
Eher als erwartet hat IBM die Version V6 seines Midrange-Betriebssystems i5/OS bekannt gegeben, die auch auf den neuen Power6-Systemen lÀuft.
Bereits am 21. MĂ€rz will IBM (International Business Machines) sein Betriebssystems i5/OS in der Version V6R1 [1] fĂŒr seine Midrange-Server System i [2] auf den Markt bringen. Zu den neuen Funktionen zĂ€hlen eine Verbesserung der Sicherheitsfeatures sowie eine Erhöhung der Performance fĂŒr Java- und Websphere-Anwendungen. Beim Umstieg auf V6R1 bedarf es zwar einer Konvertierung der Anwendungsprogramme an das verĂ€nderte Technology Independant Machine Interface (TIMI), aber keiner NeuĂŒbersetzung.
Datensicherungen mit der IBMs Software BRMS (Backup Recovery and Media Services) auf Magnetband als auch Daten in einem Independed Auxiliary Storage Pool [3] (ASP) können verschlĂŒsselt werden. Das System signiert alle Programme automatisch digital; gegen Hackerangriffe soll Intrusion Detection (IDS) and Intrusion Prevention (IPS) helfen â eine Technik, die IBM zum Patent angemeldet hat und jetzt erstmals auf den Markt bringt.
i5/OS V6R1 unterstĂŒtzt die Power6-basierten JS22 [4]-Bladeserver â zunĂ€chst im BladeCenter H [5] und spĂ€ter im Verlauf des Jahres 2008 auch im BladeCenter S [6]. Als Anhaltspunkt fĂŒr Leistung von i5/OS auf dem JS22-Blade gibt IBM 11.040 CPW [7] an; ein Einstiegssystem i 525 mit dem Power5+ kommt auf 7.100.
Das Betriebssystem in der Version V6R1 kann als Host fĂŒr andere i5/OS-Partitionen und nicht mehr nur fĂŒr AIX- und Linux-Partitionen dienen. AuĂerdem hat IBM die Speichervirtualisierung erweitert, sodass AIX- und Linux-Partitionen sowie angeschlossene BladeCenter und System-x-Server unter Windows, Linux und VMware darauf zugreifen können. Shared Processor-Pools erlauben es, mehrere Partitionen mit dynamischen ProzessorkapazitĂ€ten zu einer Gruppe zusammenzufassen und ihr eine gemeinsame Obergrenze fĂŒr die Anzahl der genutzten Prozessoren zuzuordnen. Das senkt die Kosten fĂŒr Software-Lizenzen, die sich aus der Summe der maximal möglichen Prozessoren aller Partitionen ergeben. Diese Option gibt es auch fĂŒr V5R4, allerdings nur fĂŒr Power6.
V6R1 wird die letzte Version sein, die noch Ă€ltere Maschinen der 8xx-Modellreihen unterstĂŒtzt, und ist die erste, die nicht mehr auf den Modellen 270, 820, 830 und 840 lĂ€uft. AuĂerdem gab IBM bekannt, dass die Wartung fĂŒr V5R3 im April 2009 auslaufen wird. Der Vertrieb von V5R3 ist seit Januar 2008 eingestellt.
Die Wurzeln von i5/OS reichen ĂŒber 20 Jahre in das Jahr 1988, in dem IBM die AS/400 unter OS/400 auf den Markt gebracht hat. Es war von vornherein fĂŒr die Transaktionsverarbeitung in mittelstĂ€ndischen Unternehmen konstruiert und besitzt daher eine integrierte Datenbank. Im Unterschied zu AIX (IBMs Unix) und Linux nutzt i5/OS einen Single Level Storage, das heiĂt, es unterscheidet nicht zwischen Haupt- und Plattenspeicher. AuĂerdem fuĂt es auf einer objektorientierten Architektur. TIMI (Technology Independant Machine Interface) ermöglicht es, dass heute noch COBOL- oder RPG-Programme aus den 80er-Jahren unverĂ€ndert auf i5/OS laufen können. (Berthold Wesseler) / (rh [8])
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[2] http://www-03.ibm.com/systems/de/i/hardware/
[3] http://publib.boulder.ibm.com/infocenter/iseries/v5r3/index.jsp?topic=/rzahh/iasp.htm
[4] http://www-03.ibm.com/systems/de/bladecenter/hardware/servers/js22/index.html
[5] http://www-03.ibm.com/systems/de/bladecenter/hardware/chassis/bladeh/
[6] http://www-03.ibm.com/systems/de/bladecenter/hardware/chassis/blades/
[7] https://www.heise.de/news/Power5-ist-da-98015.html
[8] mailto:rh@ix.de
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