Intel verstÀrkt FreeBSD-Engagement
Intel spendet an die Stiftung hinter FreeBSD und will die Zusammenarbeit ausbauen, um die UnterstĂŒtzung von Intel-Hardware zu verbessern. Der Schritt erfolgt in einer Zeit, wo immer mehr Firmen die GPLv2 meiden, die der Linux-Kernel nutzt.
Intel spendet 250.000 US-Dollar an die FreeBSD Foundation; auĂerdem will das Unternehmen enger mit den Entwicklern des quelloffenen Betriebssystems zusammenarbeiten, damit das BSD-Derivat die Hardware von Intel zĂŒgiger und besser unterstĂŒtzt. Damit ist Intel ein weiterer Hersteller, der sich stĂ€rker in die Entwicklung eines Betriebssystem-Kernels einbringt, das unter einer freizĂŒgigeren Open-Source-Lizenz steht als der Linux-Kernel.
StÀrkere Zusammenarbeit mit FreeBSD Projekt
Intels hat sein Engagement auf der kĂŒrzlich abgehaltenen Konferenz AsiaBSDCon 2017 verkĂŒndet; gröĂere Bekanntheit erlange das Ganze ĂŒber einen Tweet mit einer PrĂ€sentationsfolie [1], den auch die Stiftung hinter FreeBSD weiterverbreitet hat.
(Bild:Â Screenshot eines Tweets [2] )
Der Folie zufolge reagiert Intel auf WĂŒnsche von Kunden, die besseren FreeBSD-Support gefordert haben. Durch die Zusammenarbeit will Intel erreichen, das FreeBSD besser auf Systemen mit aktuelle und zukĂŒnftige Prozessoren, Netzwerk-Produkte und SSD-Techniken von Intel lĂ€uft.
Trend zu freizĂŒgigeren Lizenzen
Die Bekanntgabe erfolgt knapp ein Jahr, nachdem Intel massiv Stellen gestrichten [3] hat. Das war auch in Linux-Community zu spĂŒren, denn die Streichungen betraf auch eine Reihe bekannter Open-Source-Entwickler. AuĂerdem verlieĂ auch Linux-Urgestein Dirk Hohndel das Unternehmen, in dem er viele Jahre als Chief Linux/OSS Technologist tĂ€tig und das Gesicht hinter dem Open-Source-Engagement von Intel war. Das Unternehmen ist aber durchaus noch sehr aktiv in der Linux-Entwicklung und teilweise sogar Vorreiter: Mitarbeiter des Unternehmens haben beispielsweise mehr Ănderungen [4] zum Linux-Kernel 4.10 beigetragen als andere Firmen.
Zugleich fĂ€llt Intels verstĂ€rktes FreeBSD-Engagement [5] auch in eine Zeit, wo groĂen Firmen verstĂ€rkt zu Open-Source-Software [6] greifen, die unter einer freizĂŒgigen Lizenz steht. Zu denen gehört auch die bei FreeBSD verwendete Familie von BSD-Lizenzen [7]. Unter diesen stehenden Code können Unternehmen in proprietĂ€re Produkte einbauen, ohne den Code veröffentlichen zu mĂŒssen; mit der bei Linux-Kernel eingesetzten GPLv2 geht das nicht. Letztere ist nĂ€mlich eine "Copyleft"-Lizenz, die Firmen auch dazu zwingt, Ănderungen an GPLv2-Code zu publizieren, wenn sie diesen in verkauften Produkten einsetzen; bei als "permissive" geltenden Lizenzen wie den BSD-Lizenzen ist das nicht nötig.
Solche Unterschiede sind auch der Grund, warum Google bei Android peinlich darauf achtet, auĂer dem Linux-Kernel keine GPLv2-Software einzubauen. AuĂerdem arbeite das Unternehmen fĂŒr Fuchsia [8] an einem neuen Kernel, der unter einer freizĂŒgigen Lizenz steht. Auch andere Firmen denken Ă€hnlich: Sony nutzt bei der Playstation schon lĂ€nger einen FreeBSD-Kernel. Die kĂŒrzlich vorgestellte Nintendo Switch [9] umgeht die GPLv2, indem sie einen FreeBSD-Kernel mit den Userland von Android kombiniert. (thl [10])
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[1] https://twitter.com/engerim42/status/840427201375821824
[2] https://twitter.com/engerim42/status/840427201375821824
[3] https://www.heise.de/news/Intel-streicht-massiv-Arbeitsplaetze-bis-zu-12-000-Jobs-betroffen-3178135.html
[4] https://lwn.net/Articles/713803/
[5] https://www.freebsdfoundation.org/blog/systems-thinking-intel-and-the-freebsd-project/
[6] https://opensource.com/article/17/2/decline-gpl
[7] https://de.wikipedia.org/wiki/BSD-Lizenz
[8] https://www.heise.de/news/Fuchsia-Google-veroeffentlicht-Code-fuer-ein-neues-Betriebssystem-3294255.html
[9] https://www.heise.de/news/Hacker-nehmen-Nintendos-Switch-ins-Visier-3646891.html
[10] mailto:thl@ct.de
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