Internationale Aktion: Polizei beschlagnahmt Malware-Domain
(Bild: ronstik/Shutterstock.com)
Aufgrund internationaler Zusammenarbeit von Strafverfolgern konnte eine Malware-Verkaufs-Domain beschlagnahmt und vom Netz genommen werden.
Bei einer international konzertierten Aktion haben Strafverfolger in der vergangenen Woche eine Domain beschlagnahmt, die Cyberkriminelle zum Verkauf von Malware genutzt haben. Mit der Schadsoftware hĂ€tten TĂ€ter die Kontrolle ĂŒber infizierte Computer ĂŒbernommen und diverse Informationen gestohlen.
Bei der Aktion haben kroatische Strafverfolger einen Kroaten verhaftet, der einer Meldung des US-Justizministeriums [1] zufolge der vermeintliche Administrator der Webseite war. Kroatische Behörden werden Anklage gegen ihn erheben. Auf der Webseite soll der Netwire Remote-Access-Trojan (RAT) verkauft worden sein. Die Server, auf denen die Webseite sowie die Netwire-Infrastruktur gehostet wurde, haben zudem Ermittler in der Schweiz beschlagnahmt.
Netwire-RAT: Im Untergrund beworben
Ein solches Remote-Access-Toolkit oder -Trojan lĂ€sst sich zur Fernverwaltung von Computern nutzen, wird jedoch von Cyberkriminellen regelmĂ€Ăig zum Einbrechen und weiteren Vordringen und Einnisten in Opfer-Netzwerken missbraucht. Bösartige Akteure nutzen RATs als Backdoor, um Zugriff auf das Netzwerk zu behalten.
WĂ€hrend die Website Netwire als legitimes Business-Tool zur Wartung der IT-Infrastruktur vermarktete, heiĂt es in einer eidesstattlichen ErklĂ€rung, dass sich hinter Netwire eine Malware verberge, die fĂŒr böswillige Zwecke zum Einsatz komme. Die Software wurde demzufolge in Untergrundforen beworben. Zahlreiche Cyber-Sicherheitsunternehmen und Regierungsbehörden haben FĂ€lle dokumentiert, in denen das Netwire-RAT fĂŒr kriminelle AktivitĂ€ten eingesetzt wurde.
Das FBI hat bereits 2020 die Ermittlungen bezĂŒglich der Webseite worldwidelabs aufgenommen, die einzig Bekannte, die das Netwire-RAT verkauft hat. Undercover-Ermittler hĂ€tten ein Konto dort erstellt und ein Abonnement abgeschlossen. Zudem hĂ€tten sie mit dem bereitgestellten Builder-Tool eine individuelle Version des Netwire-RAT erstellt.
Internationale Zusammenarbeit
Der Schlag gegen die Drahtzieher des Netwire-RAT gelang aufgrund der engen Zusammenarbeit der Strafverfolger aus den USA mit kroatischen und anderen globalen Partnern, erklĂ€rt die US-Staatsanwaltschaft in der Meldung. Die FBI-AuĂenstelle in Los Angeles, das kroatische Innenministerium, die Direktion der Kriminalpolizei, die Kantonspolizei ZĂŒrich in der Schweiz, das Europol European Cybercrime Center und die australische Bundespolizei haben in dieser Angelegenheit ermittelt.
Cyberkriminelle dĂŒrfen sich nicht in Sicherheit wiegen. Immer wieder gelingen SchlĂ€ge gegen die TĂ€ter und deren IT-Infrastruktur. So konnte kĂŒrzlich etwa ein NiederlĂ€nder festgenommen werden, der österreichische Melderegister und Krankenakten verkauft hatte [2].
(dmk [4])
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[1] https://www.justice.gov/usao-cdca/pr/federal-authorities-seize-internet-domain-selling-malware-used-illegally-control-and
[2] https://www.heise.de/news/Krankenakten-und-Oesterreichs-Melderegister-verkauft-Niederlaender-verhaftet-7471087.html
[3] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
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