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Ransomware: Italiens Cyber-Sicherheitsbehörde warnt vor weltweiter Attacke Update

Dirk Knop
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(Bild: Clari Massimiliano/Shutterstock.com)

Die italienische Cyber-Sicherheitsbehörde ACN warnt vor einer aktuellen Ransomware-Attacke, die tausende Server weltweit betreffe.

Tausende Server rund um die Welt sind Ziel einer Cyber-Attacke mit Ransomware geworden. Das hat die italienische Cyber-Sicherheitsbehörde ACN am Sonntag dieser Woche gemeldet und gewarnt, dass Organisationen Maßnahmen ergreifen sollten, um ihre Systeme zu schĂŒtzen. ZunĂ€chst war unklar, wie der Schutz aussehen soll. Inzwischen wurde deutlich, dass es Updates zum Schließen der angegriffenen LĂŒcke gibt.

Der Generaldirektor der ACN, Roberto Baldoni, sagte gegenĂŒber der Nachrichtenagentur Reuters [1], dass die Angreifer offenbar eine Software-Schwachstelle missbrauchten, um die Angriffe massiven Ausmaßes auszufĂŒhren. Die italienische Nachrichtenagentur ANSA zitiert das ACN, dass Server in anderen europĂ€ischen LĂ€ndern wie Finnland und Frankreich oder auch in den Vereinigten Staaten sowie Kanada kompromittiert wurden.

Welche SicherheitslĂŒcken dabei konkret angegangen werden, erwĂ€hnte die Warnung zunĂ€chst nicht. Das französische CERT warnte jedoch am Freitagabend [2] vor aktiven Angriffen auf eine alte VMware-ESXi-Schwachstelle, die unter CVE-2021-21974 gefĂŒhrt wird und mit dem CVSS-Wert 8.8 als hochriskant eingestuft [3] wurde. ZunĂ€chst war unklar, ob ein Zusammenhang besteht, inzwischen bestĂ€tigt Reuters, dass es um die Schwachstellen geht, fĂŒr die seit Februar 2021 Patches bereitstehen.

Dutzende italienischer Organisationen seien wahrscheinlich betroffen und viele mehr seien gewarnt worden, Maßnahmen zu ergreifen, um nicht aus ihren Systemen ausgesperrt zu werden. Die Telecom Italia hat KonnektivitĂ€tsprobleme am Sonntag [4] verzeichnet, die sie auf Probleme mit internationalen Anbindungen zurĂŒckfĂŒhrt. Der ANSA-Nachrichtenagentur zufolge lag das jedoch nicht an Hackern.

Die US-amerikanische Cyber-Sicherheitsbehörde CISA bewerte den Umfang und die Auswirkungen der VorfĂ€lle noch. GegenĂŒber Reuters Ă€ußerte die Behörde: "Die CISA arbeitet mit ihren Partnern aus dem öffentlichen und privaten Sektor zusammen, um die Auswirkungen dieser gemeldeten VorfĂ€lle zu bewerten und bei Bedarf UnterstĂŒtzung zu leisten."

Cyber-Angriffe hĂ€ufen sich zunehmend. So gab es kĂŒrzlich Angriffe auf Adesso [5] oder Datendiebstahl bei Bitmarck [6], bei denen Cyber-Einbrecher Daten gestohlen haben. Ransomware-Angriffe fĂŒhren regelmĂ€ĂŸig zu lahmgelegter IT, wie kĂŒrzlich bei der TU Freiberg [7] und können Unternehmen endgĂŒltig in die Insolvenz treiben wie den Fahrradhersteller Prophete [8].

Update

Information ergĂ€nzt, dass das französische CERT in zeitlicher NĂ€he vor verstĂ€rkten Angriffen auf VMware-ESXi-LĂŒcken gewarnt hat. Zweites Update am 06.02.2023 um 07:30 Uhr, dass Reuters inzwischen den Zusammenhang bestĂ€tigt hat.

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(dmk [10])


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.reuters.com/world/europe/italy-sounds-alarm-large-scale-computer-hacking-attack-2023-02-05/
[2] https://www.cert.ssi.gouv.fr/alerte/CERTFR-2023-ALE-015/
[3] https://www.heise.de/news/Jetzt-updaten-Kritische-Luecke-aus-VMware-ESXi-und-vCenter-Server-beseitigt-5063860.html
[4] http://www.euronews.com/next/2023/02/05/italy-telecoms
[5] https://www.heise.de/news/Cyberattacke-auf-IT-Dienstleister-Adesso-Systeme-kompromittiert-Daten-kopiert-7477544.html
[6] https://www.heise.de/news/Nach-Bitmarck-Leak-Versichertendaten-aber-keine-Gesundheitsdaten-betroffen-7481102.html
[7] https://www.heise.de/news/Cyber-Angriff-IT-der-TU-Freiberg-weitreichend-lahmgelegt-7469937.html
[8] https://www.heise.de/news/Fahrradbauer-Prophete-Erste-Details-zum-Cyber-Angriff-7457031.html
[9] https://aktionen.heise.de/heise-security-pro?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[10] mailto:dmk@heise.de