IuK-Jobmaschine lÀuft nicht mehr rund
Im laufenden Jahr wird sich der BeschÀftigungszuwachs der Unternehmen der Informations- und Kommunikationsbranche deutlich verringern.
Im laufenden Jahr wird sich der BeschĂ€ftigungszuwachs der Unternehmen der Informations- und Kommunikationsbranche deutlich verringern. Die Branche wird lediglich etwa 16.000 zusĂ€tzliche Stellen besetzen können und mit einem Plus von 2 Prozent den niedrigsten Zuwachs in den vergangenen fĂŒnf Jahre verzeichnen. Diese Zahlen legte heute in Berlin der Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) [1] vor. Im vergangenen Jahr hatte die Branche noch 75.000 zusĂ€tzliche ArbeitsplĂ€tze geschaffen. Die BeschĂ€ftigung wuchs um 10,1 Prozent von 745.000 auf 820.000 Stellen.
FĂŒr das Jahr 2000 weist die Statistik 490.000 BeschĂ€ftigte in der Informationstechnik und 330.000 BeschĂ€ftigte in der Telekommunikation aus. Insgesamt entfielen 191.000 ArbeitsplĂ€tze auf die Herstellung von Hardware, wĂ€hrend 629.000 BeschĂ€ftigte, in den Sparten Software und Dienstleistungen tĂ€tig waren.
Die Informationstechnik steigerte im vergangenen Jahr die Zahl der BeschĂ€ftigten um 17 Prozent. FĂŒr das Jahr 2001 erwartet Bitkom hier eine Zunahme um 4 Prozent auf 510.000 BeschĂ€ftigte. Software und Services sind die Motoren des Wachstums. In diesen Sektoren wurden im vergangenen Jahr 81.000 zusĂ€tzliche Stellen geschaffen, die Zahl der ArbeitsplĂ€tze wuchs um 27 Prozent auf 382.000.
Im Telekommunikationsmarkt erhöhte sich die Zahl der BeschĂ€ftigten im Jahr 2000 um 1 Prozent. Die Hersteller von EndgerĂ€ten und Infrastruktur beschĂ€ftigten 83.000 Arbeitnehmer, bei den Anbietern von Telekommunikationsdiensten waren 247.000 BeschĂ€ftigte tĂ€tig. FĂŒr das laufende Jahr rechnet Bitkom vor dem Hintergrund des abflauenden Handy-Booms mit einem RĂŒckgang um insgesamt 1 Prozent auf 326.000 BeschĂ€ftigte.
Das wesentliche Hindernis fĂŒr ein stĂ€rkeres Wachstum ist nach Auffassung des Branchenverbandes der Mangel an qualifizierten Experten. Die Green Card Initiative der Bundesregierung und eine gezielte Einwanderungspolitik seien wichtige Instrumente zur Behebung des Mangels. Langfristig ist aus Sicht des Bitkom darĂŒber hinaus eine tiefgreifende Reform des Bildungssystems notwendig. Es fehle an modular aufgebauten und interdisziplinĂ€ren StudiengĂ€ngen mit stĂ€rkerem Praxisbezug. Nur so lieĂe sich auch den hohen Abbrecherquoten unter den Informatikstudenten von mehr als 50 Prozent begegnen. (thd)
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