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Java 9 verspÀtet sich ein wenig

Alexander Neumann
Java 9 verspÀtet sich ein wenig

Der bei Oracle fĂŒr die Java-Entwicklung zustĂ€ndige Ingenieur hat sich fĂŒr ein neues Release-Datum im Juli 2017 ausgesprochen. Das fĂŒr ein modularisiertes Java zustĂ€ndige Projekt Jigsaw ist noch nicht so weit.

Allem Anschein nach wird sich die Veröffentlichung von Java 9 etwas verspĂ€ten. Nachdem das Release bislang fĂŒr MĂ€rz 2017 vorgesehen war, hat nun Mark Reinhold, der bei Oracle verantwortliche Entwickler, ĂŒber die OpenJDK-Maling-Liste [1] Juli 2017 als neuen Veröffentlichungstermin fĂŒr das JDK 9 (Java Development Kit) vorgeschlagen. Man ist anscheinend derzeit nicht so weit, um das zuvor anvisierte Datum fĂŒr eine stabile und sichere nĂ€chste Java-Version halten zu können.

Von den 58 fĂŒr das JDK 9 angedachten JDK Enhancement Proposals seien viele bereits fertig, andere fast, so Reinhold. Aufschub benötige aber das Project Jigsaw [2], das zentrale Java-9-Feature, in dem ein Modulsystem fĂŒr Java entwickelt wird. Nachdem dieses seit MĂ€rz 2016 Bestandteil des zentralen JDK-9-Entwicklungsstrangs ist, haben die Entwickler der Programmierplattform viel Feedback erhalten, auch auf dessen Basis sie nun zu dem Eindruck gelangt sind, dass Jigsaw mehr Zeit benötige. Auch sei die Anzahl der offenen Bugs höher als zu einem vergleichbaren Zeitpunkt beim JDK 8.

Was erst mal als Vorschlag formuliert ist, wird aller Voraussicht nach dann auch so durchgezogen. So war das zumindest bei sĂ€mtlichen von Reinholds AnkĂŒndigungen zu Verschiebungen frĂŒherer Java-Releases. Über die Mailing-Liste erhĂ€lt Reinhold bislang durchgehend Zustimmung. Der Tenor der Stimmen geht einhellig in Richtung eines gut abgewogenen und qualitativ hochwertigen finalen Release.

Die Modularisierung ist ein schon seit 2005 unter Java-Entwicklern diskutiertes Ziel. Durch VorschlĂ€ge der Betreiber des Industriestandards OSGi, mit dem sich seit deutlich mehr als zehn Jahren Java-Programme und ihre Dienste ĂŒber ein Komponentenmodell modularisieren und verwalten lassen, war es lange Zeit auch ein politisch motiviertes Thema. Zeitweilig gab es sogar mehrere Spezifikationen innerhalb des Java Community Process (JCP) zur Modularisierung. Letztlich haben die BemĂŒhungen ihre Heimat im Project Jigsaw gefunden, doch musste die tatsĂ€chliche Umsetzung schon fĂŒr Java 7 und Java 8 verschoben werden.

Bei der Modularisierung von Java geht es vor allem darum, zukĂŒnftig die Java Standard Edition (Java SE) auch auf kleineren, leistungsschwachen GerĂ€ten einsetzen zu können, ohne dabei auf eine hinreichende Sicherheit und Performance verzichten zu mĂŒssen. Erreicht wird das durch abgespeckte, auf die jeweiligen Möglichkeiten des ZielgerĂ€ts angepasste Java-SE-Bundles.

Mit Jigsaw will Oracle nicht nur ein Modulsystem fĂŒr Java-Anwendungen, sondern auch eine modulare Java-Plattform schaffen. Das modulare Java könnte nahezu beliebige Konfigurationen bereitstellen, die sowohl komplette Server als auch schlanke Hardware unterstĂŒtzen. Neben der puren GrĂ¶ĂŸe von Java-Installern wĂŒrde ein solches Konstrukt auch das modulare Laden notwendiger Bibliotheken ermöglichen und schließlich vermutlich die Laufzeitgeschwindigkeit erhöhen. Andere Programmierplattformen wie Perl, Node.js., .NET und Python sind beim Thema Modularisierung schon deutlich lĂ€nger unterwegs.

(ane [3])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-3321069

Links in diesem Artikel:
[1] http://mail.openjdk.java.net/pipermail/jdk9-dev/2016-September/004887.html
[2] http://openjdk.java.net/projects/jigsaw/
[3] mailto:ane@heise.de