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KI-Update kompakt: ChatGPT, BSI-Warnung, Nudify-Apps, BĂ€ren-Erkennung

Das "KI-Update" liefert werktÀglich eine Zusammenfassung der wichtigsten KI-Entwicklungen.

OpenAI und die Financial Times gehen eine Partnerschaft ein, [1] bei der die KI-Firma dem Verlag fĂŒr die Verwendung von Artikeln in ChatGPT Geld zahlt. Die Zeitung wird kĂŒnftig nicht nur zitiert, sondern auch verlinkt – eine Seltenheit bei OpenAI. Im Gegenzug unterstĂŒtzt OpenAI die Financial Times beim Ausbau eigener KI-Produkte und -Dienste.

Die Kooperation wirft ein Schlaglicht auf die hohen Kosten fĂŒr Trainingsdaten, mit denen OpenAI konfrontiert ist. Bisher nutzte das Unternehmen grĂ¶ĂŸtenteils frei verfĂŒgbares Material, ohne LizenzgebĂŒhren zu entrichten. Angesichts von Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen und unklarer Rechtslage werden nun Deals mit Verlagen notwendig, die in die Milliarden gehen könnten.

Die genaue Höhe der Zahlungen an die Financial Times ist nicht bekannt. OpenAI befindet sich nach eigenen Angaben in GesprĂ€chen mit Dutzenden Verlagen ĂŒber Ă€hnliche Vereinbarungen.

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OpenAI hat die "Memory"-Funktion fĂŒr ChatGPT Plus-Abonnenten [3], Unternehmenskunden und GPT-Modelle eingefĂŒhrt, wie das Unternehmen auf der Social-Media-Plattform X bekannt gab. Bislang startete jede Konversation ohne Vorwissen. Mit "Memory" können Nutzer nun das GedĂ€chtnis von ChatGPT gezielt steuern, indem sie den Chatbot anweisen, bestimmte Informationen zu speichern oder zu löschen. Das kann direkt im Chat oder ĂŒber die Einstellungen erfolgen.

Ziel der neuen Funktion ist es, ChatGPT effizienter und nĂŒtzlicher zu machen, indem der Chatbot die PrĂ€ferenzen und den Stil der Nutzer erlernt. So kann sich ChatGPT etwa den bevorzugten Tonfall, die Sprache, prĂ€ferierte Formate fĂŒr BlogbeitrĂ€ge, Programmiersprachen, Frameworks oder Notizen fĂŒr monatliche GeschĂ€ftsmeetings merken.

Die EinfĂŒhrung von "Memory" ist Teil der Strategie von OpenAI, ChatGPT zu einem personalisierten Assistenten weiterzuentwickeln. Bisher hat das Unternehmen keine Informationen zur technischen Umsetzung oder zu Datenschutzaspekten von "Memory" veröffentlicht. In Europa und SĂŒdkorea ist die Funktion derzeit noch nicht verfĂŒgbar.

Das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bewertet die Auswirkungen von KĂŒnstlicher Intelligenz auf die Cybersicherheitslandschaft als ernst [4], aber nicht alarmierend. In einem Forschungspapier analysiert das BSI bekannte Bedrohungsszenarien und erwartete Entwicklungen durch KI.

KI ermöglicht bei Social-Engineering-Angriffen wie Phishing eine bisher unerreichte QualitÀt. Die Behörde sieht jedoch keine KI, die eigenstÀndig fortgeschrittene, unbekannte Malware entwickeln kann. Auch der Einsatz von KI als vollautomatisches Angriffswerkzeug befindet sich noch im Forschungsstadium.

Allerdings warnt das BSI vor der Gefahr von Malware, die in KI-Modellen versteckt sein kann. Eine generelle EinschĂ€tzung zur Sicherheit von Open-Source- und Closed-Source-Produkten trifft das BSI nicht. BSI-PrĂ€sidentin Claudia Plattner betont die Notwendigkeit einer lĂ€nderĂŒbergreifenden Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, um den Herausforderungen zu begegnen.

Drei Anwendungen, die mittels KĂŒnstlicher Intelligenz das digitale Entkleiden von Personen auf Fotos ermöglichen, wurden von Apple aus dem App Store verbannt. Das Onlineportal 404Media will den Anstoß dazu gegeben haben, indem es Apple auf die sogenannten Nudify-Apps hinwies [5]. Unklar bleibt, weshalb diese ĂŒberhaupt die PrĂŒfung durch Apples App Review passieren konnten.

Laut einer Analyse von Graphika erfreuen sich solche Apps großer Beliebtheit und generieren fĂŒr ihre Anbieter lukrative Einnahmen. Meist agieren sie als Freemium-Dienste, bei denen einige Bilder kostenlos sind und weitere Geld kosten. Die Erstellung der Nacktbilder erfolgt in der Regel ohne Einwilligung der Abgebildeten und kann schwerwiegende Folgen haben, wie der Fall von KI-generierten Aufnahmen von SchĂŒlerinnen in einer spanischen Kleinstadt zeigt.

Die App-Store-Richtlinien von Apple untersagen eindeutig Anwendungen mit Falschinformationen, sexuellem Material und diskriminierenden Inhalten. Der Konzern bietet zudem Schutzfunktionen in iOS, um Jugendliche vor dem ungewollten Empfang oder Versand von Nacktaufnahmen zu bewahren

Snowflake, ein Datenbank- und Analyse-Unternehmen, hat sein hauseigenes Sprachmodell Arctic als Open Source freigegeben [6]. Das Modell glĂ€nzt durch Effizienz bei Training und Inferenz und ist speziell auf unternehmensrelevante Aufgaben wie SQL-Generierung, Programmierung und AusfĂŒhrung komplexer Anweisungen ausgerichtet.

Arctic wurde mit einem Budget von unter 2 Millionen US-Dollar trainiert. Dennoch ĂŒbertrifft es in der selbst definierten Metrik "Enterprise Intelligence" vergleichbare Open-Source-Modelle wie Metas Llama-3-Serie, die mit einem wesentlich höheren Budget entwickelt wurden.

Die Trainingseffizienz erreicht Arctic durch eine hybride Architektur aus einem Dense Transformer mit 10 Milliarden Parametern und einem „Mixture of Experts (MoE)“-Teil mit 480 Milliarden Parametern. Snowflake veröffentlicht zudem ein "Cookbook" mit Erkenntnissen und Best Practices fĂŒr das Training von MoE-Modellen.

Die Modell-Checkpoints fĂŒr Arctic sind ab sofort auf Hugging Face unter der Apache 2.0-Lizenz verfĂŒgbar. Snowflake plant in Zusammenarbeit mit Nvidia und der vLLM-Community optimierte Implementierungen fĂŒr Fine-Tuning und Inferenz bereitzustellen und weitere Modelle der Arctic-Serie zu entwickeln.

In Wien trafen sich Experten, um die Regulierung autonomer Waffen voranzutreiben. Alexander Schallenberg, Österreichs Außenminister, mahnte dringend gemeinsame Regeln an, um zu verhindern, dass Maschinen in Konflikten ĂŒber Leben und Tod entscheiden [7]. Einige LĂ€nder besitzen bereits voll autonome Waffensysteme.

Auf der Konferenz wurden VorschlĂ€ge fĂŒr Vertragselemente zusammengetragen. Menschliche Kontrolle bedeute zeitliche und geografische BeschrĂ€nkungen der Systeme. Waffen, die dem nicht folgen, sollten verboten werden. Viele europĂ€ische Staaten befĂŒrworten einen zweigleisigen Ansatz mit Verbot vollautonomer Waffen und Regulierung noch von Menschen gesteuerter Systeme.

Die UN-Expertengruppe LAWS soll Regeln ausarbeiten, doch Verhandlungen ĂŒber einen völkerrechtlichen Vertrag wurden bislang blockiert. Die USA bevorzugen eine politische ErklĂ€rung. NGOs fordern daher Verhandlungen in der UN-Generalversammlung.

Angesichts der zunehmenden BĂ€renangriffe auf Menschen plant die japanische Regierung die Erprobung eines KI-Systems zur Erkennung wilder BĂ€ren [8]. Das System soll Videoaufnahmen von Überwachungskameras analysieren, BĂ€ren umgehend identifizieren und die zustĂ€ndigen Behörden informieren. Ein Pilotprojekt startet bis zum Sommer in der PrĂ€fektur Toyama.

Im vorangegangenen Fiskaljahr bis MĂ€rz kam es landesweit zu 198 BĂ€renattacken mit 219 Verletzten, darunter sechs TodesfĂ€llen – Rekordzahlen seit Beginn der Datenerfassung 2006. Als Ursache gelten knappe Nahrungsressourcen aufgrund schlechter Ernten, die BĂ€ren verstĂ€rkt in Siedlungsgebiete treiben.

Das neue System vernetzt KI mit Kameranetzwerken von Behörden, Kommunen und Privatunternehmen fĂŒr eine großflĂ€chige Überwachung.

Ein separates Experiment in der PrĂ€fektur Iwate sieht den Einsatz automatischer Kameras mit Bewegungserkennung vor. Bei Erfolg könnte das KI-System landesweit in PrĂ€fekturen mit hĂ€ufigen BĂ€rensichtungen in Wohngebieten eingefĂŒhrt werden.

Die Softwareentwicklungsplattform GitHub hat Copilot Workspaces als technische Vorschau veröffentlicht [9], um Entwickler beim Projektstart und bei der Implementierung neuer Funktionen zu unterstĂŒtzen. Der Programmierassistent Copilot agiert dabei als interaktiver KI-Kollege und kann aus GitHub-Issues oder -Repositories eigenstĂ€ndig Spezifikationen erstellen, Soll- und Ist-Zustand vergleichen sowie einen detaillierten Änderungsplan mit dem zugehörigen Code generieren.

Die Interaktion zwischen Entwickler und Copilot erfolgt in natĂŒrlicher Sprache, was EinstiegshĂŒrden senken und die Softwareentwicklung einem breiteren Publikum zugĂ€nglich machen soll. Copilot Workspaces basiert auf containerisierten Entwicklungsumgebungen namens GitHub Codespaces und ist auch ĂŒber mobile Apps nutzbar. GitHub sammelt wĂ€hrend der Preview-Phase Feedback von mehreren tausend Entwicklern, um den Dienst zu optimieren.

Podcast: KI-Update
KI-Update

Wie intelligent ist KĂŒnstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI fĂŒr unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im "KI-Update" von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktĂ€glich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.

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(igr [17])


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Deal-ChatGPT-zitiert-und-verlinkt-die-Financial-Times-9702299.html
[2] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[3] https://the-decoder.de/openai-rollt-chatgpt-gedaechtnis-fuer-plus-accounts-aus/
[4] https://www.heise.de/hintergrund/BSI-KI-ist-ein-Sicherheitsproblem-aber-auch-eine-Chance-9702544.html
[5] https://www.heise.de/news/KI-Nackt-Apps-Apple-greift-gegen-Nudify-Dienste-durch-9702677.html
[6] https://the-decoder.de/snowflakes-arctic-ist-das-naechste-open-source-modell-mit-fokus-auf-effizienz/
[7] https://www.heise.de/news/Mehr-Geschwindigkeit-bei-Regulierung-autonomer-Waffensysteme-gefordert-9703306.html
[8] https://the-decoder.de/hoffentlich-hilft-ki-derart-furchteinfloessende-baeren-attacken-in-japan-zu-verhindern/
[9] https://www.heise.de/news/GitHub-veroeffentlicht-KI-gestuetzte-Entwickungsumgebung-Copilot-Workspaces-9698383.html
[10] https://podcasts.apple.com/de/podcast/ki-update-ein-heise-podcast/id1691536182
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