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Knoppix 3.8 kommt zur CeBIT

Cebit Oliver Diedrich

Knoppix 3.8 ist die erste Version des Linux-Live-Systems, das standardmĂ€ĂŸig den Kernel 2.6 bootet. Mittels Unionfs lĂ€sst sich zudem die RAM-Disk transparent ĂŒber das Knoppix-Dateisystem auf der CD legen.

Wie schon in den vergangenen beiden Jahren wird Klaus Knopper auch zur CeBIT 2005 eine neue Version seines Linux-Live-Systems prÀsentieren. Knoppix [1] 3.8 ist eine vollstÀndige Linux-Distribution mit zahlreichen Internet-, Office- und Multimedia-Programmen, Netzwerk-, Datenrettungs-, System- und Entwicklertools, die ohne Installation direkt von CD startet. Dank automatischer Hardwareerkennung lÀuft das CD-Linux auf fast allen PCs.

Knoppix 3.8 ist die erste Knoppix-Version, die den Kernel 2.6 [2] verwendet (2.6.11-rc3). FrĂŒhere Releases seit Knoppix 3.4 enthielten den aktuellen Anwenderkernel zwar als Bootoption, starteten standardmĂ€ĂŸig jedoch mit dem Ă€lteren Kernel 2.4. Die Software ist mit KDE [3] 3.3.2, OpenOffice [4] 1.1.4, Firefox [5] 1.0 und Thunderbird [6] 1.0 auf den aktuellen Stand des testing- und unstable-Zweigs von Debian [7] GNU Linux gebracht. Hardwareseitig haben sich vor allem im Bereich WLAN Verbesserungen ergeben: Knoppix 3.8 kann die integrierten 802.11b- und 802.11g-Chips in Intels Centrino-Chipsatz betreiben und via ndiswrapper Windows-Treiber von WLAN-Karten ohne Linux-Treiber einbinden.

GrĂ¶ĂŸte Neuerung im System dĂŒrfte allerdings die Verwendung des Unionfs [8] sein, mit dessen Hilfe sich die RAM-Disk transparent ĂŒber das Knoppix-Dateisystem auf der CD legen lĂ€sst. Damit lassen sich im laufenden System sĂ€mtliche Dateien verĂ€ndern; selbst das Nachinstallieren von Software in das CD-Linux ist problemlos möglich. Nutzt man das neue, allerdings noch experimentelle persistente Home-Verzeichnis, werden in einer Image-Datei auf der Festplatte nicht nur die im Home-Verzeichnis abgelegten persönlichen Dateien, sondern alle neu angelegten oder geĂ€nderten Dateien gespeichert. So ist es scheinbar möglich, das CD-System dauerhaft zu verĂ€ndern oder zu erweitern. Das funktioniert sogar auf den NTFS-Partitionen von Windows XP, wenn man dort unter Windows zunĂ€chst eine leere Datei der gewĂŒnschten GrĂ¶ĂŸe anlegt --ein entsprechendes Tool befindet sich auf der Knoppix-CD. Allerdings ist auch dieser NTFS-Zugriff noch experimentell und kann Probleme bereiten.

Klaus Knopper wird sein CD-Linux tÀglich zwischen 12 und 13 Uhr am Heise-Stand auf der CeBIT prÀsentieren (Halle 5, Stand D38). Dort und an Knoppers eigenem Stand im Rahmen des Messeauftritts der Technischen UniversitÀt Kaiserslautern (Halle 9, Stand C39) werden kostenlose CDs mit Knoppix 3.8 erhÀltlich sein. (odi [9])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-139305

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.knopper.net/knoppix
[2] http://www.heise.de/ct/03/24/194/
[3] http://www.kde.org
[4] http://www.openoffice.org
[5] http://www.mozilla.org/products/firefox/
[6] http://www.mozilla.org/products/thunderbird/
[7] http://www.debian.org
[8] http://www.fsl.cs.sunysb.edu/project-unionfs.html
[9] mailto:odi@ix.de