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Krankenkassen-Chefin: Digitalisierung stÀrker in Krankenversorgung einplanen

Kassen-Chefin: Digitalisierung stÀrker in Krankenversorgung einplanen

(Bild: pixelaway / shutterstock.com)

FĂŒr die Krankenversorgung auf dem Land braucht es fĂŒr die Zukunft mehr Mut zu neuen Wegen und schnelles Internet, sagt die Chefin einer Techniker Krankenkasse.

Die neue Chefin der Techniker Krankenkasse (TK) in Sachsen-Anhalt, Steffi Suchant, vermisst eine langfristige Perspektive fĂŒr die Krankenversorgung im Land. "Mir fehlt der Plan B. Wo wollen wir in 20 Jahren stehen?", sagte Suchant der Deutschen Presse-Agentur in Magdeburg. "Wir gehen auf eingetretenen Pfaden, es wird zu wenig ausprobiert [1]." Vor allem auf dem Feld der Digitalisierung sieht Suchant großes Potenzial insbesondere fĂŒr den lĂ€ndlichen Raum wie die Altmark. Um telemedizinische AnsĂ€tze richtig erproben zu können, seien schnelle und stabile Datenleitungen nötig.

Die medizinische Expertise im Land sei da, es gebe zwei große UniversitĂ€tsklinika. Davon könnte der lĂ€ndlichen Raum stĂ€rker profitieren, wenn etwa Daten von Kranken zu Spezialisten in den GroßstĂ€dten ĂŒbertragen und dort eingeschĂ€tzt wĂŒrden. Niedergelassene Ärzte sollten aus Suchants Sicht stĂ€rker mit Experten in den Austausch treten können. "Wir schaffen nicht, ein Netz zu spinnen", kritisierte Suchant, die die TK in Sachsen-Anhalt seit etwa einem halben Jahr fĂŒhrt. Sie hob hervor: "Was die Digitalisierung leisten kann, wird sich erst in den nĂ€chsten Jahren zeigen." Es seien noch erhebliche Investitionen nötig.

Die Juristin betont: "Wir haben keine schlechte Versorgung fĂŒr die Menschen in der FlĂ€che. Es geht nur um Alternativen. Wir mĂŒssen Ressourcen schonen." Es gehe nicht darum, von einem Roboter gepflegt zu werden, sondern um Video-Sprechstunden [2], die Auswertung medizinischer Daten sowie den ganzen Weg von der Verwaltung bis zur Behandlung des Patienten. "Wir sollten das Potenzial der Digitalisierung nicht schlafen lassen."

Erst im April hatte der Landtag das neue Krankenhausgesetz beschlossen. Die GrundsĂ€tze sind mehr QualitĂ€t und Kontrolle, außerdem ist das Augenmerk auf die flĂ€chendeckende stationĂ€re Versorgung im Land gerichtet. Kliniken sollen demnach stĂ€rker zusammenarbeiten. Es drohen ihnen aber auch Strafen, wenn sie bestimmte QualitĂ€tsstandards nicht erfĂŒllen.

Suchant lobte die Regelungen. Man nehme damit Abstand von Krankenhausschließungen und setze stattdessen auf mehr Kooperationen und Spezialisierungen. Nicht mehr alles könne und mĂŒsse ĂŒberall angeboten werden. Spezialisierungen und damit höhere Fallzahlen bei einzelnen Behandlungen steigerten die QualitĂ€t. Ein guter Weg seien die Medizinischen Versorgungszentren. Die Ärzte, die dort arbeiteten, könnten sich mit Kollegen austauschen und auch die Arbeitszeit so organisieren, dass Familie und Beruf unter einen Hut passten. (bme [3])


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[1] https://www.heise.de/news/Telemedizin-kommt-in-Deutschland-weiter-nur-schleppend-voran-4433657.html
[2] https://www.heise.de/news/Telemedizin-im-Aufwind-Betreuung-und-Unterstuetzung-fuer-Patienten-4420259.html
[3] mailto:bme@heise.de