Lintec will mit tief greifenden VerÀnderungen Niedergang stoppen
Der Computerhersteller will sich unter anderem aus dem margenschwachen PC-Massenmarkt zurĂŒckziehen.
Mit tief greifenden VerĂ€nderungen im Produktionsprofil will der Computerhersteller Lintec [1] Information Technologies AG (Taucha) die erheblichen RĂŒckgĂ€nge [2] bei Umsatz und Gewinn noch in diesem Jahr stoppen. Die operative Lage der Kerngesellschaft Lintec entwickelte sich nach Unternehmensangaben im ersten Quartal 2004 unbefriedigend. Wichtigste MaĂnahme zur Konsolidierung soll nunmehr der RĂŒckzug aus dem PC-Massenmarkt sein, sagte Prokurist Dirk Heynig heute der dpa.
"Das extrem preisgĂŒnstige, aber margenschwache Einstiegssegment werden wir nicht mehr bedienen. In der Vergangenheit hatte Lintec in diesem Bereich zwar erhebliche UmsĂ€tze gemacht, jedoch kaum Gewinne erzielen können und erhebliches Kapital gebunden", erklĂ€rte Heynig. Parallel dazu will Lintec verstĂ€rkt hochwertige Server und PCs sowie PC-basierte Lösungen anbieten, vorwiegend ĂŒber FachhĂ€ndler und FachmĂ€rkte.
Nach dem Einbruch im vorigen Jahr hat das Unternehmen auch in den ersten drei Monaten des Jahres 2004 eigenen Angaben zufolge kein befriedigendes operatives Ergebnis erzielt. Der Umsatz betrug 5,5 Millionen Euro, das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) minus 1,2 Millionen Euro. Die Zahlen des Vorjahreszeitraumes, in dem der Umsatz 34,7 Millionen Euro und das EBIT 2,1 Millionen Euro betrug, seien nur bedingt vergleichbar, da vor Jahresfrist die zwischenzeitlich verkaufte Intenso GmbH und der ebenfalls verĂ€uĂerte GeschĂ€ftsbereich "Anycom" der rfi mobile technologies AG noch erhebliche Umsatz- und ErgebnisbeitrĂ€ge lieferten.
Von ihren Töchtern rfi und Batavia Multimedia ĂŒbernommen hat Lintec die Vermarktung von Speichermedien und Multimediaprodukten. Dieses Sortiment soll nunmehr erheblich ausgebaut und ĂŒber alle vorhandenen VertriebskanĂ€le -- vom Fachhandel bis zum Lebensmitteldiscounter -- vermarktet werden. AuĂerdem sollen die Fertigungsanlagen des Tauchaer Unternehmens als Dienstleistung fĂŒr andere Produzenten geöffnet werden und damit zur Konsolidierung beitragen. GesprĂ€che mit mehreren Interessenten seien im Gange. Ohne die geplanten MaĂnahmen wĂŒrde Lintec nach eigener EinschĂ€tzung in diesem Jahr voraussichtlich in gröĂere wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. (dpa) / (anw [3])
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