Lytro bringt Anfang 2012 Lichtfeld-Kamera und Mac-Software
Das US-Start-up erlaubt es mit seiner Technik Fotografen, Bilder nachtrÀglich scharf zu stellen.
Erst knipsen, dann scharfstellen: Die US-Firma Lytro will Anfang 2012 eine Digitalkamera auf den Markt bringen [1], mit der man nachtrĂ€glich auf verschiedene Objekte in den Bildern fokussieren kann. Die Idee hinter der sogenannten Lichtfeld-Fotografie [2] ist, dass mit Hilfe eines speziellen Objektivs mit sehr vielen Mikro-Linsen möglichst viele Lichtstrahlen eingefangen werden. Es ist, als wĂŒrde man viele einzelne Kameras in ein GerĂ€t pressen.
Bei der Bearbeitung mit entsprechender Software, die Lytro zunĂ€chst fĂŒr Mac OS X anbieten will, kann man dann zum Beispiel entscheiden, ob Vordergrund oder Hintergrund eines Bildes scharf dargestellt werden sollen. Bei der Auflösung spricht Lytro statt klassischer Megapixel von 11 Millionen eingefangenen Lichtstrahlen oder "11 Megarays". Die Lichtfeld-Fotografie ist schon lange bekannt, niemand brachte sie aber bisher in den Verbrauchermarkt. Foto-Experten wiesen bisher darauf hin, dass die neue FunktionalitĂ€t auf Kosten der Auflösung gehen kann.
(Bild:Â Lytro)
Lytro-GrĂŒnder Ren Ng hatte ĂŒber Jahre an der Technik gearbeitet. "Einst war Lichtfeld-Fotografie nur im Labor möglich, mit hundert Kameras und einem Supercomputer", sagte er zur AnkĂŒndigung der ersten Kameras am Mittwoch. Jetzt werde sie fĂŒr jeden zugĂ€nglich. "Unser Ziel ist es, die Art, wie Menschen Bilder aufnehmen und erleben, fĂŒr immer zu verĂ€ndern."
Das kalifornische Start-Up hatte die Technik im Sommer vorgestellt [3] und zeigte jetzt die ersten Kameras. Das gĂŒnstigste Modell, das 350 Bilder auf 8 Gigabyte Speicherplatz aufnehmen kann, soll in den USA 399 Dollar kosten. Die gröĂere Version fasst 750 Bilder auf 16 GB fĂŒr 499 Dollar. Die Bildbearbeitungssoftware soll es im Jahresverlauf auch fĂŒr Windows-Rechner geben. Zudem verspricht Lytro fĂŒr 2012 ein Programm, mit dem man auf 3D-tauglichen Bildschirmen auch dreidimensionale Bilder mit verĂ€nderbaren SchĂ€rfe-Einstellungen anzeigen kann.
Die Lytro-Kameras sehen anders aus als man Fotoapparate kennt, eher wie langgezogene kantige Taschenlampen mit dem Objektiv auf einer und einem kleinen Bildschirm auf der anderen Seite. (bsc [4])
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[1] http://blog.lytro.com/wp-content/uploads/2011/10/Lytro-Camera-Launch-Press-Release-10-19-11.pdf
[2] https://www.heise.de/news/Lichtfeld-Kamera-soll-bald-marktreif-sein-1265421.html
[3] https://www.heise.de/news/Lichtfeld-Kamera-soll-bald-marktreif-sein-1265421.html
[4] mailto:bsc@heise.de
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