Magnetischer Schutzschild der Erde schwingt wie eine Trommel
(Bild: Nasa)
Schon lange vermuten Wissenschaftler, dass das Erdmagnetfeld manchmal ins Schwingen gerÀt. Nun konnten Satelliten die Behauptung bestÀtigen.
Der magnetische Schild der Erde vibriert wie eine Trommel. Das zeigen Messungen der "Themis"-Satelliten der US-Raumfahrtbehörde Nasa [1], wie ein Team um Martin Archer von der Queen Mary University in London im britischen Fachblatt "Nature Communications" berichtet. Die Beobachtung könne Konsequenzen fĂŒr die Vorhersage von SchĂ€den durch SonnenstĂŒrme und andere Weltraumwetterereignisse haben.
Das Erdmagnetfeld formt einen groĂen Schutzschild im All, der energiereiche elektrisch geladene Teilchen aus dem Kosmos abwehrt. Eine Quelle dieser Teilchen ist die Sonne, von der ein kontinuierlicher Teilchenstrom abflieĂt, der sogenannte Sonnenwind. In unregelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden schleudert unser Zentralgestirn zusĂ€tzlich geballte Wolken energiereicher Teilchen ins All. Rast so eine Wolke Richtung Erde, kann sie Satelliten im Orbit und Stromnetze auf dem Erdboden beschĂ€digen, Kommunikation und Luftverkehr lahmlegen und andere Probleme verursachen.
Satelliten der Nasa entdecken die Schwingungen
Um mögliche Schwierigkeiten vorhersehen zu können, mĂŒssen Forscher das Verhalten des magnetischen Schutzschilds möglichst gut kennen. Schon vor 45 Jahren sagten einige Experten, dass der Magnetschild in bestimmte Schwingungen versetzt werden könnte [2], wenn er von einer Teilchenwolke getroffen wird. Bislang konnten diese stehenden Wellen jedoch nicht nachgewiesen werden. "Es gab Spekulationen, dass diese trommelĂ€hnlichen Vibrationen vielleicht gar nicht entstehen, da seit ihrer Vorhersage vor 45 Jahren die Belege fehlten", berichtet Archer in einer Mitteilung seiner Hochschule. "Eine andere Möglichkeit war, dass sie einfach sehr schwer definitiv nachzuweisen sind."
Mit den "Themis"-Satelliten der Nasa ist den Wissenschaftlern der Nachweis nun gelungen. Die fĂŒnf Satelliten waren gerade richtig verteilt, als ein groĂer Impuls von der Sonne den irdischen Magnetschild anschlug wie ein Klöppel eine Trommel. TatsĂ€chlich lieĂen sich stehende Wellen nachweisen, wie sie sich auch auf dem Fell einer Trommel ausbilden. "Wir haben die gröĂte Trommel der Welt entdeckt", kommentierte Archer in einem Begleitvideo seiner UniversitĂ€t. "Diese Trommel ist dutzende Male gröĂer als der Planet Erde."
Folgen unklar
Die Forscher gehen davon aus, dass auch die Magnetschilde anderer Planeten wie Merkur, Jupiter und Saturn auf dieselbe Weise schwingen können. Weitere Untersuchungen sollen nun klĂ€ren, wie oft diese Vibrationen im irdischen Magnetschild vorkommen und welche Konsequenzen sie unter anderem fĂŒr die technische Infrastruktur unseres Planeten haben können. (cbr [3])
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