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Mercedes EQS SUV: Elektrisches SUV fĂŒr anspruchsvolle Kunden

Martin Franz
Mercedes EQS SUV

(Bild: Mercedes)

Der Mercedes EQS bekommt einen gewaltigen SUV-Ableger. Technisch bleiben grĂ¶ĂŸere Überraschungen aus.

Losgelöst von einem engen Budgetrahmen lassen sich manche Kompromisse umgehen, die unumgĂ€nglich sind, wenn die Masse die Zielgruppe ist. Autos wie Porsche Taycan (Test) [1], Tesla Model S oder Mercedes EQS (Test) [2] zeigen dies in einigen Bereichen ziemlich deutlich. Große Batterie und rasantes Ladetempo dĂŒrfen hier vorausgesetzt werden, bei Preis ab 100.000 Euro aufwĂ€rts darf man mit einer sehr anspruchsvollen Kundschaft rechnen. Mercedes hat mit seinem neuesten Elektroauto genau diese KĂ€ufer im Visier. Sie bekommen ein riesiges E-SUV, das MaßstĂ€be setzen soll.

Technisch bleiben grĂ¶ĂŸere Überraschungen aus. Mercedes nutzt die Plattform, die schon in der EQS-Limousine verwendet wird. Die Batterie ist in allen Versionen nutzbare 107,8 kWh mĂ€chtig und kann im Idealfall mit bis zu 200 kW geladen werden. Optional kann an Wechselstrom mit bis zu 22 kW geladen werden, serienmĂ€ĂŸig mit maximal 11 kW. Die Reichweite soll je nach Antrieb zwischen 500 und 660 km liegen. Zum Verkaufsstart im Herbst sind zunĂ€chst drei Antriebe geplant:

Antrieb Leistung in kW Drehmoment in Nm Antrieb
450 265 568 hinten
450 4Matic 265 800 Allrad
580 4Matic 400 858 Allrad

Dabei wird es nicht bleiben, denn in der Limousine sind in Form des EQS 53 4Matic+ bis zu 484 kW lieferbar. Angesichts dessen, dass die fernöstliche Konkurrenz zum Teil inzwischen mit vierstelligen PS-Werten antritt, darf – oder muss – man damit rechnen, dass auch Mercedes in den Bereich von 700 plus X kW vordringen wird. Audi, Porsche und BMW werden dieser Richtung folgen. Nicht etwa, weil es fĂŒr die realisierbaren Fahrleistungen relevant wĂ€re, sondern weil es eine zahlungsbereite, solvente Kundschaft gibt, die das fĂŒr wichtig erachtet.

Sie nimmt den Luxus dieser Fahrzeugklasse gern in Form einer Limousine, zunehmend aber noch lieber als SUV entgegen. FĂŒr europĂ€ische VerhĂ€ltnisse sind die Abmessungen des EQS SUV gewaltig, doch in den USA, wo der Riese auch gebaut wird [3], ist man diesbezĂŒglich andere Dimensionen gewohnt. 5,13 Meter LĂ€nge sind dort bestenfalls gehobene Mittelklasse. Die PlatzverhĂ€ltnisse, die 3,21 Meter Radstand ermöglichen, nutzt Mercedes fĂŒr eine dritte Sitzreihe, die sich nicht nur fĂŒr Kinder eignet – in den USA ein wichtiges Kaufargument. Die zweite Reihe fĂ€hrt elektrisch um bis zu 30 cm vor, um den Einstieg zu erleichtern. Der Kofferraum fasst je nach Sitzkonfiguration zwischen 565 und 2020 Litern.

Mercedes EQS SUV (0 Bilder) [4]

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Trotz der ĂŒppigen Dimensionen und einem Leergewicht von mehr als 2,5 Tonnen soll sich das SUV handlich fahren, verspricht Mercedes. Zu diesem Eindruck soll unter anderem die Hinterachslenkung beitragen, die bis zu zehn Grad einlenkend den Wendekreis auf knapp elf Meter reduziert. NatĂŒrlich hilft auch hier der durch die Batterien vergleichsweise niedrige Schwerpunkt. Erwarten dĂŒrfen die Kunden dennoch ein großes, schweres Fahrzeug, was beim Fahren keinen Zweifel an diesem Umstand lassen dĂŒrfte.

Das EQS-SUV, das erstaunlicherweise nicht GQS getauft wurde, ist nur der Anfang einer Reihe von E-SUVs, die Mercedes in den kommenden Jahren vorstellen wird. FĂŒr die Kundschaft, denen ein EQS SUV zu gewöhnlich erscheint, hat Mercedes noch einen entsprechenden Maybach in Vorbereitung. Fest gerechnet werden darf außerdem mit einem SUV-Ableger des Mercedes EQE [6] und einem batterieelektrischen GLC. Damit hĂ€tte Mercedes, inklusive EQA [7] und EQB, insgesamt fĂŒnf E-SUV auf dem Markt, die unterschiedliche KĂ€uferschichten ansprechen.

(mfz [8])


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tests/Die-elektrische-Rennreiselimousine-Porsche-Taycan-im-Langstreckentest-4964225.html
[2] https://www.heise.de/tests/Mercedes-Benz-EQS-im-Test-Das-leiseste-Elektroauto-der-Welt-6140000.html
[3] https://www.heise.de/hintergrund/Deutsche-Autokonzerne-investieren-in-den-US-Suedstaaten-6655256.html
[4] https://www.heise.de/bilderstrecke/3521920.html?back=6741881;back=6741881
[5] https://www.heise.de/bilderstrecke/3521920.html?back=6741881;back=6741881
[6] https://www.heise.de/tests/Elektroauto-Mercedes-EQE-im-Fahrbericht-Das-Beste-vom-Grossen-6669443.html
[7] https://www.heise.de/tests/Triple-A-Test-Mercedes-Benz-EQA-250-6139354.html
[8] mailto:mfz@heise.de