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Messung von Hirnsignalen: Forscher vereinfachen Bewusstseinscheck

Veronika Szentpetery-Kessler
Vereinfachter Bewusstseinscheck

(Bild: "Taufliege im Wald" / Botaurus / Wikipedia / PD)

Aus den Gehirnsignalen auf den Bewusstseinszustand zu schließen war bisher schwer. Forscher wollen das so erleichtern, dass Signale von einer Elektrode reichen.

Roberto Muñoz von der Monash University in Australien hat mit Kollegen eine einfachere Methode entwickelt, um zwischen verschiedenen BewusstseinszustĂ€nden zu unterscheiden. Das schreibt Technology Review online in "Gehirnsignale verraten, wie wach das Gehirn ist“ [1]. In ersten Tests mit Fruchtfliegen maßen die Forscher die Gehirnsignale von 13 Fruchtfliegen mithilfe von Elektroden im Wachzustand und in unterschiedlich stark anĂ€sthesierten ZustĂ€nden. Dabei stellten sie fest, "dass die statistische KomplexitĂ€t [der Signale] im Durchschnitt grĂ¶ĂŸer ist, wenn eine Fliege wach ist, als wenn dieselbe Fliege anĂ€sthesiert wird“, schreiben die Forscher auf dem Onlineportal ArXiv.org [2].

Mit dieser Methode lĂ€sst sich der Grad der Reaktionsbereitschaft mit Daten sogar aus einem einzigen Kanal und nicht aus vielen verschiedenen Datenquellen zuverlĂ€ssig bestimmen. Es deutet auch darauf hin, dass es einen klaren Marker fĂŒr das sogenannte "conscious arousal“ gibt (auf Deutsch nur unzureichend etwa mit hoher Reaktionsbereitschaft umschreibbar), der nicht von spezifischen externen Reizen abhĂ€ngt.

Verschiedene Bewusstseinsebenen sind schwer zu messen. Der sogenannte Goldstandard besteht darin, funktionelle Magnetresonanzbilder des Gehirns zu untersuchen, wenn eine Person auf verschiedene Reize reagiert, beispielsweise auf Anweisungen, ĂŒber das Tennisspielen nachzudenken. Dadurch werden die AktivitĂ€tsmuster im Gehirn messbar verĂ€ndert. Allerdings sind fMRT-GerĂ€te sperrig und teuer, und die Tests schwierig durchzufĂŒhren, insbesondere bei Patienten im Koma oder mit minimalem Bewusstsein. Die elektrische AktivitĂ€t des Gehirns mit Hilfe von Elektroenzephalografie (EEG) zu messen ist zwar einfacher, aber Neurowissenschaftler haben sich noch nicht auf einen eindeutigen Bewusstseinsmarker bei diesen Signalen geeinigt.

Mehr dazu auf Technology Review online in:

(vsz [4])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-4453200

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/hintergrund/Gehirnsignale-verraten-wie-wach-das-Gehirn-ist-4453175.html
[2] https://arxiv.org/pdf/1905.13173.pdf
[3] https://www.heise.de/hintergrund/Gehirnsignale-verraten-wie-wach-das-Gehirn-ist-4453175.html
[4] mailto:office@technology-review.de