Microsoft erklÀrt WGA-Ausfall
Ungetesteter Code war dafĂŒr verantwortlich, dass die WGA-Server von Microsoft am vergangenen Wochenende reihenweise legale Vista-Lizenzen zu FĂ€lschungen deklarierten. So erklĂ€ren es zumindest die Entwickler der WGA-ĂberprĂŒfung.
Am Freitag, den 24. August, brandmarkte die Online-GĂŒltigkeitsprĂŒfung 20 Stunden lang legale Vista-Lizenzen als FĂ€lschungen [1]. Microsoft zufolge erklĂ€rten die Server weniger als 12.000 [2] Windows-Lizenzen irrtĂŒmlicherweise fĂŒr illegal.
FĂŒr die betroffenen Anwender hatte die fehlgeschlagene GĂŒltigkeitsprĂŒfung mehrere EinschrĂ€nkungen zufolge. Bei der nĂ€chsten Anmeldung meldete Vista, die Aero-BenutzeroberflĂ€che stehe nicht mehr zur VerfĂŒgung und blendete in der rechten unteren Bildschirmecke ein Anmerkung an, es handele sich bei dieser Windows-Kopie um kein legales Exemplar.
DarĂŒber hinaus schaltete Vista den Cache-Beschleuniger ReadyBoost aus. Den ins Betriebssystem integrierten Spyware-SchĂŒtzer Windows Defender wies WGA dazu an, weiterhin alle Probleme zu identifizieren, davon jedoch nur schwerwiegende FĂ€lle zu beseitigen. Windows Update ĂŒbertrug auf die betroffenen Systemen nur noch sicherheitsrelevante Patches; die Download-Server des Herstellers verweigerten die Ausgabe zusĂ€tzlicher Updates, wie die August-Aktualisierung von DirectX 9.0c [3].
Als Microsoft das Problem endlich beseitigt hatte, mussten die betroffenen Anwender die GĂŒltigkeit ihrer Vista-Lizenz per Hand auf der Website www.microsoft.com/genuine [4] ĂŒber die SchaltflĂ€che "Windows ĂŒberprĂŒfen" bestĂ€tigen lassen.
Die genaue Ursache blieb zunĂ€chst unbekannt. Einige Anwender mutmaĂten als Problemquelle eine auĂerplanmĂ€Ăige Aktualisierung fĂŒr die systeminterne Update-Funktion, die Microsoft am vergangenen Freitag installiert hatte (Windows Update-Software 7.0.6000.381).
Vier Tage nach dem Zwischenfall erklĂ€rte WGA Product Manager Alex Kochis im Blog [5] seines Produkt-Teams endlich, wie es zum WGA-GAU kam. Am Freitag sei versehentlich Vorab-Code auf die bei Microsoft fĂŒr die Aktivierung und GĂŒltigkeitsprĂŒfung zustĂ€ndigen Server ĂŒberspielt worden. Die betroffenen Systeme waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf die im neuen Code verwendete stĂ€rkere VerschlĂŒsselungstechnik fĂŒr die Ăbertragung der Product Keys vorbereitet. In Folge erkannten die Server plötzlich legale Lizenznummern nicht mehr an.
Kochis zufolge wurden die Aktivierungsprobleme innerhalb einer halben Stunde bemerkt und durch einen Rollback korrigiert. Auf den WGA-Servern war dieser Schritt entweder entfallen oder er blieb wirkungslos. So kam es, dass die Microsoft-Server die betroffenen ProduktschlĂŒssel zwar einerseits bereitwillig aktivierten, andererseits als FĂ€lschungen brandmarkten.
Microsoft gibt sich MĂŒhe, die Folgen des WGA-Ausfalls herunterzuspielen. TatsĂ€chlich hĂ€tte es schlimmer kommen können: Immerhin hat Vista in den bekannten FĂ€llen trotz fehlgeschlagener ĂberprĂŒfung nicht in den "Reduced Functionality Mode" geschaltet, in dem sich das Betriebssystem nach einer Stunde Laufzeit automatisch herunterfĂ€hrt. Es habe auch kein 3-Tage-Countdown begonnen, innerhalb dessen sich Anwender zwingend um das Problem kĂŒmmern mĂŒssen. Der eingeschrĂ€nkte Modus solle lediglich "den Kunden auf den Systemzustand aufmerksam machen", erklĂ€rt Kochis in seinem Blog-Eintrag [6].
So ganz scheinen die Systeme noch nicht wieder im Lot zu sein: Am Mittwoch Mittag waren die Telefon-Hotlines zur Aktivierung nur sporadisch erreichbar; Leser berichteten zudem von gescheiterten Aktivierungsversuchen aus Vista heraus. Im Laufe des Nachmittags hatten sich die Systeme jedoch augenscheinlich wieder gefangen. (ghi [7])
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[1] https://www.heise.de/news/WGA-Pruefung-torpediert-Windows-Vista-167116.html
[2] https://www.heise.de/news/12-000-Vista-Installationen-faelschlich-fuer-unzulaessig-erklaert-167934.html
[3] http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?familyid=2da43d38-db71-4c1b-bc6a-9b6652cd92a3&displaylang=en
[4] http://www.microsoft.com/genuine/
[5] http://blogs.msdn.com/wga/
[6] http://blogs.msdn.com/wga/archive/2007/08/28/so-what-happened.aspx
[7] mailto:ghi@ct.de
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