Microsoft muss eine halbe Milliarde Euro EU-Strafe zahlen
Die EU-Kommission hat gegen Microsoft eine Kartellstrafe in Höhe von 561 Millionen Euro verhÀngt. Dem US-Konzern wird vorgeworfen, den Internet Explorer wettbewerbswidrig mit dem Betriebssystem gekoppelt zu haben.
Der Softwarekonzern Microsoft [1] muss wegen unfairer GeschĂ€ftspraktiken 561 Millionen Euro GeldbuĂe [2] an die EuropĂ€ische Union zahlen. Der Konzern habe Windows-Nutzern keine freie Wahl bei den Browsern zum Surfen im Internet angeboten. Das entschied die EU-Kommission am Mittwoch in BrĂŒssel.
(Bild:Â Microsoft)
Die EU-Kommission hatte Microsoft vorgeworfen, den Internet Explorer wettbewerbswidrig mit dem Betriebssystem gekoppelt zu haben. Daraufhin hatte der Konzern eine Auswahlmöglichkeit fĂŒr Anwender implementiert [3], die zunĂ€chst auch die Kommission zufrieden stellte. In Windows 7 Service Pack 1 fehlte diese Auswahlmöglichkeit wieder. Microsoft hatte das VersĂ€umnis bereits eingerĂ€umt und als einen technischen Fehler bezeichnet, nachdem die Kommission im Juli vergangenen Jahres ein erneutes Verfahren eingeleitet hatte.
Update 6.3.2012,12.54 Uhr:
Microsoft habe den geforderten Browser-Auswahlbildschirm von Mai 2011 bis Juli 2012 nicht bereitgestellt, heiĂt es in einer Mitteilung der Kommission [4]. So hĂ€tten ihn in dieser Zeit 15 Millionen Windows-Nutzer in der EU nicht nutzen können. Das habe Microsoft auch eingerĂ€umt. Schuld war nach Angaben des Unternehmens ein Team von Technikern, die ein notwendiges Update vergessen hĂ€tten. Inzwischen hat Microsoft diese Praxis beendet.
Zur Wiedergutmachung will das Unternehmen die automatische Browser-Auswahl 15 Monate lĂ€nger anbieten als die von BrĂŒssel verordneten fĂŒnf Jahre bis 2014. Die Kommission hĂ€lt das Auswahlfenster fĂŒr erfolgreich: Bis November 2010 seien darĂŒber insgesamt 84 Millionen Browser wie Firefox, Chrome, Safari, Opera sowie von sieben kleineren Anbietern heruntergeladen worden.
Es sei das erste Mal, dass die EU-Kommission einem Unternehmen wegen der Nichteinhaltung eines Verpflichtungsbeschlusses eine GeldbuĂe auferlegen muss, teilt die Kommission weiter mit. Bei der Berechnung der GeldbuĂe habe die Kommission die Schwere und die Dauer des VerstoĂes berĂŒcksichtigt. AuĂerdem sei es nötig "die abschreckende Wirkung der GeldbuĂe zu gewĂ€hrleisten". Als mildernden Umstand lieĂ die EU-Kommission gelten, dass Microsoft mit der Kommission zusammengearbeitet und Informationen bereitgestellt hat. (anw) / (vbr [5])
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[1] http://www.microsoft.com
[2] https://www.heise.de/news/EU-Kommission-droht-Microsoft-im-Web-Browser-Streit-mit-Bussgeld-1735919.html
[3] https://www.heise.de/news/Microsoft-liefert-Webbrowser-Auswahlfenster-in-Deutschland-aus-948723.html
[4] http://europa.eu/rapid/press-release_IP-13-196_de.htm
[5] mailto:vbr@heise.de
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