Mit Linux auf Verbrecherjagd
Diese Woche hat die Polizei Niedersachsen damit begonnen, 11.620 ArbeitsplÀtze mit Linux-PCs auszustatten.
Diese Woche hat die Polizei Niedersachsen damit begonnen, 11.620 ArbeitsplĂ€tze mit Linux-PCs auszustatten. Auf den Rechnern wird neben BĂŒrosoftware das neu entwickelte NiedersĂ€chsische Vorgangsbearbeitungs-, Analyse-, Dokumentations- und Informationssystem Nivadis laufen. Die integrierte Software löst 23 Einzelanwendungen ab und soll die Polizeiarbeit so effizienter machen. Auch ein Internet-Zugriff wird von den Linux-PCs aus möglich sein.
FĂŒr Linux hĂ€tten zum einen die geringen Kosten, zum anderen ein erhöhter Komfort und mehr Sicherheit gesprochen, so das Polizeiamt fĂŒr Technik und Beschaffung Niedersachsen. Die an dem Projekt beteiligte Unternehmensberatung Mummert Consulting hatte im Vorfeld [1] ĂŒber zehn Jahre einen Einspareffekt von 20 Millionen Euro gegenĂŒber einer Lösung mit Windows 2000/XP berechnet. Nivadis selbst ist plattformunabhĂ€ngig in Java realisiert und lĂ€uft auch auf Microsoft-Systemen. Mit der Linux-Lösung spare man nicht nur die Lizenzkosten fĂŒr das Betriebssystem ein, sondern komme auch mit weniger leistungsstarken PCs aus und sei "unabhĂ€ngig von den Produktzyklen einzelner Software-Hersteller". Zudem bringe Linux einen Komfortgewinn, da es seltener abstĂŒrze, und biete bei der Vergabe von Zugriffsrechten ein höheres Sicherheitsniveau.
Mit fast 12.000 Arbeitsplatzrechnern soll die laut Polizei Niedersachsen gröĂte Linux-Realisierung Deutschlands entstehen. Den Roll-out der Linux-Systeme will man bis Mitte 2004 abgeschlossen haben. Die Kosten fĂŒr die EinfĂŒhrung der Linux-PCs und der neuen Software belaufen sich auf ĂŒber 80 Millionen Euro. (odi [2])
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-85491
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Niedersaechsische-Polizei-ruestet-auf-Linux-um-61259.html
[2] mailto:odi@ix.de
Copyright © 2003 Heise Medien