NSA-AffÀre: Facebook verlangt ebenfalls mehr Transparenz
Mit Facebook verlangt nun ein viertes US-Unternehmen, mehr Transparenz bezĂŒglich der US-Anfragen zur Herausgabe von Daten schaffen zu dĂŒrfen. Bislang wehrt sich die US-Regierung aber erfolgreich gegen Ă€hnliche Forderungen.
Genauso wie Google, Microsoft und inzwischen [1] auch Yahoo will Facebook eine richterliche Erlaubnis erlangen, um mehr Details ĂŒber die Anfragen der Geheimdienste veröffentlichen zu dĂŒrfen. Das gab ein Vertreter des Konzerns bekannt [2] und verlinkte auch den Antrag [3] bei dem zustĂ€ndigen Geheimgericht FISC (Foreign Intelligence Surveillance Court). Zwar habe Facebook bereits die Gesamtzahl der Anfragen von Strafverfolgern und Geheimdiensten (inklusive der sogenannten National Security Letter [4]) im zweiten Halbjahr 2012 veröffentlichen [5] dĂŒrfen, wolle aber noch weitergehende Transparenz schaffen.
Laut der Statistik, die Facebook kurz nach Beginn der EnthĂŒllungen durch Edward Snowden veröffentlichte, hat das Unternehmen von Juni bis Dezember 2012 zwischen 9000 und 10.000 AntrĂ€ge zur Herausgabe von Daten erhalten. Weniger als 19.000 Accounts seien betroffen gewesen. Die Betreiber des Social Networks hĂ€tten aber nicht einmal schĂ€tzungsweise erklĂ€ren dĂŒrfen, wie viele der AntrĂ€ge einen Bezug zur nationalen Sicherheit hatten. Das Recht dazu wolle sich das Unternehmen nun erstreiten. Ăhnliche AntrĂ€ge hatten Google und Microsoft bereits vor Monaten gestellt, aber die US-Regierung hatte mehrmals erfolgreich eine FristverlĂ€ngerung beantragt, weswegen beide Konzerne Klage einreichten [6].
Angesichts der anhaltenden EnthĂŒllungen [7] ĂŒber das AusmaĂ der InternetĂŒberwachung durch westliche Geheimdienste ist es aber inzwischen fraglich, ob mehr Transparenz bei den Regierungsanfragen tatsĂ€chlich das ganze AusmaĂ der Spionage in den Internet-Diensten aufzeigen wird. So scheint inzwischen klar, dass etwa der britische GCHQ Internetkommunikation direkt an mehreren Unterseekabeln abgreift [8] und dabei auch geschĂŒtzte Kommunikation nicht sicher ist [9]. AuĂerdem scheint Google laut einer EnthĂŒllung vom vergangenen Wochenende nicht nur mit der NSA zu kooperieren, wenn sie dazu aufgefordert, sondern ist auch ein Opfer des Geheimdienstes, der Zugriff auf die Infrastruktur [10] des Unternehmens haben soll.
In Deutschland versuchen unterdessen Politiker aus Union und FDP den Internet-Konzernen Verantwortung zuzuschieben. So erklĂ€rte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) gegenĂŒber [11] dem Hamburger Abendblatt, als liberale Partei mĂŒsse man daran denken, wie man dem Einzelnen Abwehrrechte gegen globale Konzerne verschaffen könne. Zuvor hatte Philipp MiĂfelder (CDU) gesagt [12], die NSA-AffĂ€re sei ein Thema zwischen US-Regierung, der NSA und den Herstellern: "Damit haben wir in Deutschland nichts zu tun." (mho [13])
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[1] https://www.heise.de/news/NSA-Affaere-Auch-Yahoo-fordert-mehr-Transparenz-von-Geheimgericht-1953113.html
[2] http://newsroom.fb.com/News/710/Facebook-Joins-Industry-in-Petitioning-Foreign-Intelligence-Surveillance-Court
[3] https://fb-public.app.box.com/s/0g1gquqyqmt3jk6jwlej
[4] https://www.heise.de/news/Lavabit-Schliessung-Sogar-meinem-Anwalt-darf-ich-nicht-alles-sagen-1935084.html
[5] https://www.heise.de/news/Facebook-und-Microsoft-informieren-ein-wenig-ueber-NSA-Anfragen-1889165.html
[6] https://www.heise.de/news/Microsoft-und-Google-verklagen-US-Regierung-wegen-PRISM-1946256.html
[7] https://www.heise.de/news/NSA-Ueberwachungsskandal-Von-PRISM-Tempora-XKeyScore-und-dem-Supergrundrecht-was-bisher-geschah-1931179.html
[8] https://www.heise.de/news/NSA-Affaere-Briten-sollen-Daten-an-mehreren-Unterseekabeln-abgreifen-1944936.html
[9] https://www.heise.de/news/NSA-und-GCHQ-Grossangriff-auf-Verschluesselung-im-Internet-1950935.html
[10] https://www.heise.de/news/NSA-hat-angeblich-Infrastruktur-von-Google-und-SWIFT-gehackt-1952344.html
[11] https://www.heise.de/news/Roesler-kritisiert-US-amerikanische-IT-Konzerne-wegen-Datensicherheit-1953266.html
[12] http://www.youtube.com/watch?v=ni2cURpksbM
[13] mailto:mho@heise.de
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