NSA-Skandal: US-Geheimdienst hat inzwischen 100.000 Computer infiziert
Die Zahl der von der NSA mit SpÀhsoftware infizierten Rechner ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Waren es 2008 noch rund 20.000, sind es inzwischen fast 100.000, berichtet nun eine US-Zeitung.
Der US-Geheimdienst NSA hat inzwischen fast 100.000 Computer und Netzwerke weltweit mit SpĂ€hsoftware infiziert. Das berichtet [1] die New York Times unter Berufung auf einen anonymen Geheimdienstler. Diese Zahl sei damit auch höher als die 85.000 Zugriffspunkte weltweit, die ein Budget-Dokument fĂŒr Ende 2013 ausgewiesen habe. Damit ergĂ€nzt die US-Zeitung nun Informationen [2] der niederlĂ€ndischen Abendzeitung NRC Handelsblad. Die hatte Ende November unter Berufung auf Snowden-Dokumente berichtet [3], dass die NSA im Jahr 2008 rund 20.000 solcher Punkte installiert hatte. Bis Mitte 2012 sei diese Zahl auf 50.000 gestiegen.
(Bild:Â NRC Handelsblad)
Mehrere Vertreter der US-Geheimdienste hĂ€tten gegenĂŒber der New York Times versichert, "eine groĂe Mehrheit" der Zugriffspunkte diene nur der Ăberwachung. Sie seien Teil eines FrĂŒhwarnsystems vor Cyberattacken auf die Vereinigten Staaten. Ein wichtiges Ziel sei etwa die sogenannte Einheit 6139, eine Hackergruppe, die mutmaĂlich im Auftrag der chinesischen Regierung von Shanghai aus operiert [4]. Dazu seien offenbar zwei Rechenzentren in China eingerichtet worden, von denen aus die NSA die Zielcomputer infiziert.
Wie bereits Jacob Appelbaum auf dem 30C3 ausfĂŒhrlich erlĂ€uterte [5], schreibt nun auch die US-Zeitung, dass die NSA Rechner und GerĂ€te infiltrieren kann, die nicht mit dem Internet verbunden sind. Die darauf installierte Hardware mĂŒsse zumeist von Agenten, den Herstellern oder ahnungslosen Nutzern in die GerĂ€te eingebaut werden und sende dann die abgegriffenen Daten ĂŒber Radiowellen an Empfangsstationen in mehreren Kilometern Entfernung. Angriffsziele können demnach auch Smartphones und Netzwerkinfrastruktur sein. Als Beispiel dafĂŒr, dass die FĂ€higkeiten der NSA auch fĂŒr Angriffe genutzt werden, verweist die US-Zeitung auf Stuxnet [6]. (mho [7])
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[1] http://www.nytimes.com/2014/01/15/us/nsa-effort-pries-open-computers-not-connected-to-internet.html?hp&_r=0
[2] https://www.heise.de/news/NSA-infizierte-ueber-50-000-Netzwerke-mit-Spaeh-Software-2053056.html
[3] http://www.nrc.nl/nieuws/2013/11/23/nsa-infected-50000-computer-networks-with-malicious-software/
[4] https://www.heise.de/news/Bericht-Chinesische-Hacker-mit-Regierungsauftrag-1805861.html
[5] https://www.heise.de/news/30C3-Neue-tiefe-Einblicke-ins-Schreckenskabinett-der-NSA-2073078.html
[6] https://www.heise.de/news/Das-Stuxnet-Duo-Boesartige-Geschwister-2053847.html
[7] mailto:mho@heise.de
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