Nach Ausschreitungen in iPhone-Werk: Foxconn rÀumt Probleme mit Lohnzahlung ein
iPhone 14 Pro: Chinas Null-Covid-Strategie sorgt fĂŒr LieferengpĂ€sse.
Um die Lage in "iPhone City" zu beruhigen, hat sich der Auftragsfertiger entschuldigt, Arbeiter sollen ausstehende Löhne erhalten. Auch Apple ist vor Ort.
Der Auftragsfertiger Foxconn hat nun doch Probleme bei Lohnzahlungen in einem riesigen iPhone-Werk in China eingerĂ€umt. Man werde Arbeitern den vereinbarten, ausstehenden Lohn jetzt zahlen und diese dann heimreisen lassen, teilte der Konzern mit. Die AnkĂŒndigung hat die Lage vor Ort in Zhengzhou beruhigt, wie die Financial Times berichtet.
Arbeiter, die seit mehreren Wochen auf dem WerksgelĂ€nde in QuarantĂ€ne sind, hatten in den vergangenen Tagen begonnen, zu protestieren und es kam zu Ausschreitungen und heftigen ZusammenstöĂen mit der Polizei. In sozialen Medien veröffentlichte Videos zeigten, wie SicherheitskrĂ€fte offenbar auf Arbeiter eintraten und einprĂŒgelten.
Apple prĂŒft VorfĂ€lle
Den Vorwurf der ausstehenden Lohnzahlungen hatte Foxconn am Mittwoch noch zurĂŒckgewiesen [1]. Auch GerĂŒchte darĂŒber, dass sich Arbeiter die Unterkunft mit infizierten Kollegen teilen mĂŒssten, seien falsch, hieĂ es. Jetzt rĂ€umte der Auftragsfertiger ein, dass es einen "Eingabefehler im Computersystem" bei der Anstellung neuer Arbeiter gegeben habe. Man werde den Lohn zahlen, der zuvor auf Anwerbungspostern versprochen wurde. Die Arbeiter sollen umgerechnet rund 1300 Euro fĂŒr bereits geleistete Arbeitsstunden und die Zeit in der QuarantĂ€ne erhalten. Ein Teil der Zahlung wird offenbar erst ausgeschĂŒttet, wenn die Arbeiter die Heimreise antreten.
Man prĂŒfe die Situation vor Ort und arbeite gemeinsam mit Foxconn daran, dass die "Anliegen der Mitarbeiter adressiert werden", so Apple gegenĂŒber der Financial Times [2].
Gebrochene Lohnversprechen
Foxconn sei bekannt dafĂŒr, neue ArbeitskrĂ€fte mit hohen Löhnen zu locken und dann das Versprechen zu brechen, erlĂ€uterte eine chinesische Arbeitsexpertin. Der Auftragsfertiger habe Monatslöhne von umgerechnet bis zu 2000 Euro in Aussicht gestellt, um schnell Tausende von weiteren Arbeitern einzustellen.
Nach AnalystenschĂ€tzungen werden 60 Prozent aller iPhones in dem "iPhone City" genannten Werk produziert. Zu Spitzenzeiten arbeiten dort ĂŒber 200.000 Menschen. Apple hat wegen der Anfang des Monats vor LieferengpĂ€ssen beim iPhone 14 Pro gewarnt.
Ein GroĂteil der 13-Millionen-Stadt Zhengzhou ist Medienberichten zufolge inzwischen wegen steigender CoronafĂ€lle unter QuarantĂ€ne. Die Auseinandersetzungen in dem Foxconn-Werk seien in chinesischen Medien weitestgehend zensiert worden, merkt die Zeitung an.
(lbe [4])
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